Originaltitel: Space Warp Episodennummer: 2x15 Bewertung: Erstausstrahlung UK: 02. Dezember 1976 Erstausstrahlung D: 01. Oktober 1978 Drehbuch: Fred Freiberger Regie: Peter Medak Besetzung:
Martin Landau als Commander John Koenig,
Barbara Bain als Dr. Helena Russell,
Catherine Schell als Maya,
Tony Anholt als Tony Verdeschi,
Nick Tate als Alan Carter,
Zienia Merton als Sandra Benes,
Jeffery Kissoon als Dr. Ben Vincent,
Peter Porteous als Petrov,
Tony Osoba als 1st Security Guard,
John Judd als 2nd Security Guard u.a.
Kurzinhalt:
In der Nähe des Mondes taucht ein altes, verlassenes Raumschiff auf. Zugleich leidet Maya plötzlich unter einem hohen Fieber. Um herauszufinden, ob zwischen diesen beiden Vorfällen ein Zusammenhang besteht, fliegen Commander John Koenig und Tony Verdeschi mit einem Eagle-Shuttle zum außerirdischen Wrack, um dieses zu untersuchen. Doch noch auf dem Weg dorthin wird der Mond plötzlich von einem Space Warp getroffen, und ist auf einmal von einer Sekunde auf die nächste Lichtjahre von ihnen entfernt. Ihre einzige Hoffnung besteht darin, etwas im Schiff zu finden, dass ihnen verrät, wohin es den Mond verschlagen haben könnte. Parallel dazu verschlechtert sich Mayas Zustand in der Krankenstation. Schließlich kann sie ihre molekulare Struktur nicht mehr halten, und verwandelt sich unkontrolliert in verschiede außerirdische – und gefährliche – Wesen. In ihrem Fieberwahn scheint sie vom Gedanken besessen zu sein, die Mondbasis zu verlassen und zu ihrem – zerstörten – Heimatplaneten zurückzukehren. Verzweifelt versuchten Dr. Helena Russell und Alan Carter, sie aufzuhalten…
Review:
Aufgrund des Space Warps (dazu komme ich gleich noch) ist die Handlung von "Der böse Zauber" die längste Zeit zweigeteilt. Auf der einen Seite haben wir da John und Tony, die irgendwie versuchen müssen, herauszufinden, wohin es den Mond verschlagen hat. All ihre Hoffnungen ruhen dabei auf dem außerirdischen Schiff. Und tatsächlich finden sie eine Aufzeichnung, aus denen einerseits das tragische Schicksal der Crew hervorgeht, die andererseits für sie aber die Rettung verheißt, da sie die Koordinaten des Endpunkts des Space Warps enthält. Mit dem außerirdischen Schiff im Schlepptau gelingt es ihnen so schließlich, wieder zur Mondbasis zurückzukehren. Von der Laufzeit her nimmt dieser Handlungsstrang eine vergleichsweise kleine Rolle ein, hat mir aber dennoch gut gefallen, nicht zuletzt aufgrund des netten Designs (sowohl außen als auch innen) des außerirdischen Schiffs. Nur das mit den irdischen Buchstaben und Zeichen stieß mir sauer auf. Ich weiß schon, genau genommen müsste man praktisch bei jeder Alien-Begegnung mit "Wieso sprechen die englisch?!" kommen. Irgendwie fand ich es bei den Tasten aber nochmal auffälliger und damit störender.
Die Haupthandlung ist so lala. Den anfänglichen Space Warp fand ich leider ziemlich seltsam umgesetzt, da sich die Basis auf dem Mond selbst zu drehen schien, was null Sinn ergibt (wenn überhaupt, hätte sich der ganze Mond drehen müssen, dann aber wiederum hätte sich das in der Basis selbst nicht auf diese Weise bemerkbar gemacht). Ich habe mich als Maya darauf besteht, dass man sie ans Krankenbett festschnürt, auch gleich gedacht, was das bringen soll, wenn sie sich in ein Ungetüm (oder auch einen Vogel, oder was auch immer) verwandelt – und sollte damit recht behalten. Seltsam auch, dass sie sich hier in das Glubschaugen-Monster der letzten Folge verwandelt, das ja eigentlich ein Roboter war, weshalb sie dort eben seine Gestalt nicht annehmen konnte. Und generell frage ich mich ernsthaft, was ihnen an diesem albernen Design so gut gefällt, dass sie meinten, es gleich nochmal verwenden zu müssen. Und wieso sie zuerst schon im Sterben lag, und dann, nachdem sie sich zuerst kurz in ihren Vater (wenn man auch dafür, verständlicherweise, nicht extra Brian Blessed zurückgeholt hat) und dann eben diese Gestalt verwandelt, plötzlich geheilt war, wollte mir auch nicht einleuchten. ABER. Rund um ihre Versuche, die Mondbasis zu verlassen, baute sich doch einige Spannung auf. Also, natürlich war schon allein aufgrund der durchgewirbelten Ausstrahlungsreihenfolge klar, dass sie nicht erfolgreich sein wird. Dennoch, wenn vergleichsweise wenig (in diesem Fall eben "nur" ihr Leben) auf dem Spiel steht, finde ich das deutlich effektiver, als eine Gefahr für die ganze Station. Zudem gab es rund um den "Wettstreit" zwischen Maya, Helena und Alan ein paar nette Szenen. Vor allem aber hatte es mir der Kampf zwischen ihnen an der Mondoberfläche angetan. Trashig? Auf alle Fälle! Aber eben genau deshalb fand ich diese Szene so grandios. Ich hab mich an dieser Stelle mit "Der böse Zauber" jedenfalls köstlich amüsiert.
Fazit:
Wie heißt es so schön: Unter den Blinden ist der Einäugige König. Wo "Der böse Zauber" in der ersten Staffel bestenfalls Durchschnitt gewesen wäre, sticht eine solch mittelmäßige Folge in Season Zwei tatsächlich (und leider) schon positiv heraus. Zwar gab es durchaus ein paar Dinge, die wieder sehr beliebig wirkten, bzw. auf mich auch nicht wirklich Sinn ergaben. Angefangen dabei, wie der Space Warp hier inszeniert wurde (mit der sich "drehenden" Mondbasis), über die "irdischen" Tasten auf dem außerirdischen Raumschiff, bis hin zu Mayas plötzlicher Genesung nach der Verwandlung, nachdem sie davor noch im Sterben lag. Kritisch sehe ich auch die Wiederverwertung des Glubschaugen-Kostüms aus der letzten Folge. Aber: Grundsätzlich fand ich den Handlungsstrang von Tony und John auf dem Alien-Schiff durchaus nett. Vor allem aber steigerte sich die Maya-Storyline nach noch dürftigem Beginn zu einem famos-trashigen Showdown an der Mondoberfläche. Nach einer überwiegend schwachen Staffel gibt man sich ja schon mit solch kleinen Freuden zufrieden.