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Twin Peaks - 1x08: Der letzte Abend Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) ABC

Originaltitel: The Last Evening
Episodennummer: 1x08
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 23. Mai 1990
Erstausstrahlung D: 25. Oktober 1991
Drehbuch: Mark Frost
Regie: Mark Frost
Besetzung: Kyle MacLachlan als Special Agent Dale Cooper, Michael Ontkean als Sheriff Harry S. Truman, Madchen Amick als Shelly Johnson, Dana Ashbrook als Bobby Briggs, Richard Beymer als Benjamin Horne, Lara Flynn Boyle als Donna Hayward, Sherilyn Fenn als Audrey Horne, Warren Frost als Dr. Will Hayward, Peggy Lipton als Norma Jennings, James Marshall als James Hurley, Everett McGill als Big Ed Hurley, Jack Nance als Pete Martell, Ray Wise als Leland Palmer, Joan Chen als Jocelyn Packard, Piper Laurie als Catherine Martell, Eric Da Re als Leo Johnson, Harry Goaz als Deputy Andy Brennan, Michael Horse als Deputy Tommy 'Hawk' Hill, Sheryl Lee als Maddy Ferguson, Russ Tamblyn als Dr. Lawrence Jacoby, Chris Mulkey als Hank Jennings, David Patrick Kelly als Jerry Horne, Walter Olkewicz als Jacques Renault, Victoria Catlin als Blackie O'Reilly, Wendy Robie als Nadine Hurley, Kimmy Robertson als Lucy Moran, Charles Hoyes als Decker, Brian Straub als Einar Thorson u.a.

Kurzinhalt: Agent Cooper und Big Ed sind Undercover im One-Eyed Jacks unterwegs. Nach seiner Glückssträhne am Black Jack-Tisch setzt sich Dale mit Jacques Renault zusammen. Von ihm erfährt er schließlich alle Details zur Mordnacht von Laura Palmer. Daraufhin lockt er Jacques in eine Falle. Als er sich der Verhaftung widersetzt und eine Waffe schnappt, reagiert Andy blitzschnell und kann ihn ausschalten, bevor er jemanden verletzt. Audrey wird indes in Kürze im One-Eyed Jacks den Besitzer des Etablissements als ihren ersten Kunden empfangen. Sie ahnt nicht, dass es sich dabei um ihren eigenen Vater, Benjamin Horne, handelt. Shelley wird zu Hause von Leo überrascht. Dieser weiß von ihrer Affäre mit Bobby. Zur Bestrafung schleift er sie in Josie Packards Sägewerk, welches er im Auftrag von Benjamin niederbrennen soll, und bindet sie fest. In einer Stunde wird die von ihm gelegte Bombe hochgehen. Catherine sucht indes verzweifelt nach den fingierten Büchern. Maddy, James und Donna hören sich das Tonband an, welches Laura Palmer am Tag ihrer Ermordung für Dr. Jacoby aufgenommen hat. Und Hank verlangt für seine Dienste von Josie einen Bonus…


Review: Episodenbild (c) ABC Das Staffelfinale ist nicht nur voller spannender Momente (und bietet nicht zuletzt fast schon einen Überschuss an Cliffhangern – dazu gleich), sondern bietet auch endlich ein paar Antworten für einige offene Fragen (wenn auch – natürlich – das größte Mysterium rund um den Mörder von Laura Palmer vorerst noch offen bleibt). So erfahren wir hier z.B., worin die Verbindung zwischen Hank und Josie besteht: Er hat für sie ihren Ehemann umgebracht, und verbrachte (da es ihm gelang, es wie einen Unfall aussehen zu lassen, "nur") achtzehn Monate im Gefängnis. Aber auch im Hinblick auf Lauras letzte Nacht erfahren wir mehr. Die Szene, wo Jacques eben dies dem Undercover ermittelnden Dale erzählt, und sich richtiggehend darüber zu amüsieren scheint, was mit ihr geschehen ist, ließ mich ihn so richtig verachten (Walter Olkewicz spielt seine abscheuliche Figur echt hervorragend und ohne Rücksicht auf Verluste). Aber auch das letzte Tonband – vom Tag ihrer Ermordung – dass Laura für Dr. Jacoby aufgezeichnet hat, bietet einige interessante Offenbarungen (wie z.B. den geheimnisvollen Mann in der roten Corvette).

Weitere interessante Entwicklungen und gelungene Szenen gab es u.a. rund um die Konfrontation zwischen Shelley und Leo, das bereits erwähnte, höchst aufschlussreiche Treffen zwischen Josie und Hank, oder auch, wie Catherine hier zu Pete zurückkriecht und ihn um Hilfe ersucht (wenn auch ihre Reaktion auf den Anruf, wonach sie allein loszieht, zeigt, dass dies nicht etwas mit Reue und/oder Liebe zu tun hatte, sondern reiner Eigennutz war). Und, nicht zu vergessen: Andys großer Heldenmoment, als Renault die Waffe zückt, er aber schneller ist, und so Sheriff Truman das Leben rettet. Dass er Renault zudem nicht einfach erschießt, sondern nur außer Gefecht setzt, war dabei das Tüpfelchen auf dem "i" (auch wenn es letztendlich keinen Unterschied machen sollte, da er von Leland im Krankenhaus ermordet wird). Neben dem Inhalt hatte es mir aber auch die Inszenierung von Mark Frost enorm angetan. Diese ist bei "Twin Peaks" ja allgemein überaus hochwertig, befand sich für mich hier aber nochmal auf einem etwas höheren Level als im Durchschnitt (wenn auch nicht ganz auf dem Niveau von David Lynch). Als Beispiel sei die coole Überblendung von Dr. Jacobys Auge zum Roulette-Rad hervorgehoben. Und auch schauspielerisch stach die Episode wieder hervor; nicht nur Walter Olkewicz, sondern allgemein. Das gesamte Ensemble liefert durch die Bank großartige schauspielerische Leistungen ab. Zudem fühlt man sich, nach den bisherigen Episoden, den Figuren auch zunehmend verbunden, was wesentlich zur Spannung zahlreicher Szenen beiträgt, und insbesondere natürlich auch im Hinblick auf die Effektivität der diversen offenen Enden essentiell war.

Episodenbild (c) ABC Womit wir auch schon beim letzten Punkt angekommen sind: "Der letzte Abend" präsentiert Cliffhanger in Hülle und Fülle. Da wäre das ungewisse Schicksal von Dr. Jacoby, nachdem ihm Maddy den Schock seines Lebens verpasste, und er dann noch dazu von Bobby niedergeschlagen wurde. Die Verhaftung von James wegen dem in seinem Motorrad gefundenen Kokain. Der Selbstmordversuch von Nadine Hurley. Catherine, die ins Sägewerk geeilt ist, und dort die angebundene Shelley vorfand. Pete, der seiner Frau ins brennende Sägewerk nacheilt. Audrey, die im One-Eyed Jacks auf ihren ersten Kunden wartet – der sich als ihr Vater herausstellt. Der von Hank angeschossene (oder doch erschossene?) Leo. Und gerade als man denkt, jetzt wäre es der Cliffhanger genug, setzt "Der letzte Abend" mit einem Herzschlagfinale sogar noch einmal eins drauf, und präsentiert den mit Abstand größten (und effektivsten), als Agent Cooper die Tür seines Hotelzimmers öffnet, drei Schüsse ertönen, und er zusammenbricht. Für mich reiht sich das nahtlos in die Reihe der besten TV-Cliffhanger aller Zeiten (Sheridans Sturz auf Z'ha'dum, "Mr. Worf: Feuer." und "Wir müssen zurück!") ein.

Fazit: Zum Ende der ersten Staffel dreht "Twin Peaks" nochmal so richtig auf. Einerseits platzt "Der letzte Abend" fast vor Handlung und/oder interessanten Entwicklungen, und andererseits gibt es hier für einige der offenen Fragen (wenn auch das große Mysterium rund um den Mord an Laura Palmer noch ungelöst bleibt) ein paar Antworten. Inszenatorisch und darstellerisch war das Staffelfinale ebenfalls überaus fein. Und auch an Spannung mangelte es "Der letzte Abend" nicht. Vor allem aber sticht an der Episode die Fülle an Cliffhanger heraus. Das Schicksal von einem Großteil des Ensembles ist am Ende von "Der letzte Abend" ungewiss. Und gerade, als man denkt, jetzt wäre es vorbei, und würde man zur zweiten Staffel abblenden, öffnet Dale Cooper die Tür seines Hotelzimmers, und es ertönen drei Schüsse. Hat man hier etwa tatsächlich gerade die Hauptfigur aus der Serie entfernt? Der Auftakt der zweiten Staffel, "Der Riese sei mit dir", sollte darauf – und auch noch andere offene Fragen aus den diversen Cliffhangern – dann (hierzulande bei der TV-Erstausstrahlung nur wenige Tage später, während man in den USA immerhin rund vier Monate warten musste) Antwort geben.

Wertung: 4.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © ABC)







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