Originaltitel: King of Hell Episodennummer: 5x04 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 22. April 2026 (Amazon Prime) Drehbuch: Geoff Aull Regie: Karen Gaviola Besetzung:
Karl Urban als Billy Butcher,
Jack Quaid als Hughie Campbell,
Antony Starr als Homelander,
Erin Moriarty als Starlight,
Laz Alonso als Mother's Milk,
Chace Crawford als The Deep,
Tomer Capon als Frenchie,
Karen Fukuhara als Kimiko Miyashiro,
Nathan Mitchell als Black Noir II,
Colby Minifie als Ashley Barrett,
Cameron Crovetti als Ryan,
Susan Heyward als Sister Sage,
Valorie Curry als Firecracker,
Daveed Diggs als Oh Father,
Jensen Ackles als Soldier Boy,
Tim Daly als Rick,
Jackie Tohn als Courtenay Fortney,
Ely Henry als The Worm,
Ben Carlson als Ed,
Deborah Drakeford als Kathy,
Callum Shoniker als Mason,
Kris Hagen als Quinn u.a.
Kurzinhalt:
Homelander erzählt zuerst Firecracker, und dann den anderen der Seven von der Vision eines Engels in der Gestalt seiner Mutter. Daraufhin versucht das Team von Vought verzweifelt nach einem Weg, um seinem Wunsch zu entsprechen, und ihn auf eine Art und Weise als Gott zu präsentieren, den der Großteil der – gläubigen – amerikanischen Bevölkerung zu akzeptieren bereit ist. Parallel dazu setzen Homelander und Soldier Boy ihre Suche nach V1 – das Homelander nicht nur gegenüber dem Virus unverwundbar, sondern vor allem auch unsterblich machen soll – fort. Dafür verschlägt es sie in eine alte, verlassene Vought-Einrichtung in Fort Hampton. Kurz davor treffen auch die Boys – ohne Annie, die währenddessen ihren Vater aufsucht – dort ein. Doch sobald sie die Anlage betreten, beginnen sie auf einmal zunehmend aufeinander loszugehen. Frenchie ist der einzige, der das seltsame Verhalten bemerkt – und dagegen immun zu sein scheint. Doch so sehr er auch versucht, an die Rationalität der anderen zu appellieren, dauert es nicht lange, bis sie gegeneinander kämpfen…
Review:
Beginnen wir mit der Nebenhandlung rund um Annie, die hier ihren Vater besucht. Dabei erfahren wir auch von ihrer zerrütteten Vater-Tochter-Beziehung, und dass sie sich nun schon seit Jahren (wenn nicht Jahrzehnten) nicht mehr gesehen haben. Ich fand die Szene grundsätzlich durchaus nett, zumal wir dadurch auch, kurz vor dem Ende der Serie, nochmal etwas mehr über Annie erfahren. Allerdings bin ich nun doch in Sorge, dass dies quasi ihr Opfer in der letzten Folge vorbereitet, und sie, um Homelander aufzuhalten (und zu töten), ihr Leben geben wird. So oder so, mir haben diese Szenen prinzipiell gut gefallen, auch wenn sie etwas ruhiger (und man könnte fast sagen, "The Boys"-untypisch) waren. Nur auf das mit der Ratte Matt hätte ich verzichten können. Nicht etwa, weil es mir unglaubwürdig erschien – er machte ja deutlich, dass er voll in der Vought-Propaganda gefangen ist, und er hat ja generell keinen Grund, seiner Halbschwester auf irgendeine Art und Weise zugeneigt zu sein – sondern weil man sich schon fragt, wie die alle so dämlich sein und das nicht erahnen konnten.
Wenn ich schon beim Kritisieren bin: Das mit den Boys, die während sie nach V1 suchen auf einmal beginnen – zuerst mit Worten, und dann auch ihren Fäusten – aufeinander loszugehen, hätte man sich in meinen Augen nun echt sparen können, wenn nicht gar sollen. Abseits der Tatsache, dass hier einige im inneren verborgene, wenig schmeichelhafte Gedanken gegenüber ihren Kameraden aussprechen, hatte mir das nämlich rein gar nichts zu bieten. Dies gilt insbesondere dann für den Showdown, wo sie tatsächlich gegeneinander kämpfen. Zumal ich das leider auch – im Hinblick darauf, Quinn auszuschalten, und diese so zu beenden – in keinster Weise spannend fand. Zumindest ein bisschen besser war es, parallel Soldier Boy und Homelander aufeinander loszugehen zu sehen. Besonders interessant war dann natürlich, wie ersterer seinen Sohn in eine Zelle lockt, die ihn eigentlich für alle Zeit hätte einsperren sollen – und die vor allem auch die Möglichkeit zu einem Gespräch zwischen Butcher und Homelander gab. Allerdings hätte es mir besser gefallen, wenn er von einem seiner fanatischen Getreuen befreit worden wäre, als dass ihm die Flucht aus der vermeintlich ja superheldensicheren Zelle von selbst gelingt. Am besten fand ich an "Grenzenloser Hass" aber alles rund um Homelanders Bestreben, zum neuen Gott zu werden (und, ganz ehrlich: Wie gruselig sind bitte die Parallelen zum von Trump geposteten Jesus-Bild?!). Vor allem Firecrackers Reaktion darauf war wunderbar (und von Valorie Curry grandios gespielt); da sie ja tatsächlich sehr gläubig ist, konnte man sehen, wie sie hier fast schon davor war, mit Homelander zu brechen; bis ihre Angst vor ihm dann doch die Überhand gewann. Und doch bekommt man das Gefühl, dass dies nun unter den Seven etwas in Bewegung gebracht hat – da sie nun endgültig erkennen müssen, wie verrückt er ist – und die größte Bedrohung für Homelander vielleicht gar nicht von den Boys, sondern vielmehr seinem eigenen Umfeld ausgeht.
Fazit:
Also dass sich die Boys hier mal die – bislang tief in ihrem Inneren verborgenen – Meinung sagen, war ja noch halbwegs ok (wenn auch für mich nicht so interessant/aufschlussreich, wie es wohl gedacht waren), dass sie es aber trotz Warnung von Frenchie nicht schaffen, sich im Zaum zu halten, und dann sogar richtiggehend aufeinander losgehen, hätte ich persönlich nicht gebraucht. Besser fand ich da schon, dass parallel dazu die "Sporen" von Quinn auch bei Homelander und Soldier Boy dazu führen, dass ihre gegenseitige Animosität an die Oberfläche kommt. Nett war auch alles rund um Annies Besuch bei ihrem Vater (nach dem ich nun echt befürchte, dass sie im Serienfinale sterben wird) – oder besser, fast alles, weil dort hätte ich wiederum auf das mit Matts Verrat verzichten können. Am besten gefiel mir an "Grenzenloser Hass" aber, wie der Rest der Seven bzw. generell sein Vought-Umfeld auf Homelanders Ankündigung reagiert, sich zum Gott ausrufen lassen zu wollen. Und mittlerweile denke ich, dass sein Untergang gar nicht mal von den Boys, sondern vielmehr sich selbst ausgehen wird – weil er in seinem Bestreben, von allen geliebt und sogar vergöttert zu werden, den Bogen letztendlich doch überspannen wird.