Originaltitel: Night Visitors Episodennummer: 1x12 Bewertung: Erstausstrahlung US: 23. Januar 1978 Erstausstrahlung D: - Drehbuch: Leonard Katzman Regie: Paul Krasny Besetzung:
Gregory Harrison als Logan,
Heather Menzies als Jessica,
Donald Moffat als Rem,
George Maharis als Gavin,
Barbara Babcock als Marianne,
Paul Mantee als Barton u.a.
Kurzinhalt:
In einer finsteren und stürmischen Nacht verschlägt es Logan, Jessica und Rem zu einem abgelegenen Haus. Als sie dieses betreten, fühlen sie sich irgendwie unheimlich; zumal auch ein paar seltsame Dinge vor sich gehen. Dann jedoch werden sie plötzlich von einem Mann und einer Frau, die sich als Gavin und Marianne vorstellen, freundlich begrüßt. Kurz darauf klopft es an der Tür, und ein Freund von ihnen, Barton, stößt ebenfalls dazu. Dieser meint, dass er das Solarfahrzeug draußen in der Einfahrt gesehen und überprüft hätte; es sei ohne Energie. Somit bleibt den drei Besuchern nichts anderes übrig, als das Angebot ihrer Gastgeber anzunehmen, und die Nacht bei ihnen zu verbringen. Doch so freundlich sie auch begrüßt und aufgenommen wurden, dieses Gefühl, dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht, verschwindet nicht. Bis Rem schließlich mit einer Vermutung aufwartet: Was, wenn es in diesem Haus spukt?!
Review:
Ich hätte viel Geld darauf verwettet, dass es sich bei "Night Visitors" um einen ähnlichen Fall wie bei Episode "Das Spukschloss im Weltall" der klassischen "Star Trek"-Serie handelt: Sprich, eine Episode, die von vornherein darauf ausgelegt war, rund um Halloween im (amerikanischen) Fernsehen zu laufen. Was theoretisch auch genau gepasst hätte, immerhin wurde die sechste Folge, "Half Life", genau am 31. Oktober (1977) ausgestrahlt. Warum man die beiden Episoden nicht vertauscht hat (immerhin handelt es sich bei "Logan's Run" ja eh noch um eine der "altmodischen" Serien, wo die Episoden unabhängig voneinander sind, und nicht etwa aufeinander aufbauen, bzw. eine fortlaufende Geschichte erzählen), ist mir schleierhaft. Weil in dem Fall hätte ich ja vielleicht noch verstehen können, was man mit "Night Visitors" beabsichtigte. So hingegen tanz sie – als noch dazu leider auch eher misslungene – Abweichung aus der Reihe.
Dabei war der Auftakt noch ziemlich cool. Alles rund um die Fahrt im Sturm, die Ankunft im Haus, die erste Begegnung mit Gavin, Marianne und in weiterer Folge auch Barton war ziemlich atmosphärisch umgesetzt. Auch in weiterer Folge gab es noch einige nette und/oder unheimliche Szenen, nicht zuletzt das mit dem Flashback, der Logan im Spiegel angezeigt wird. Abseits des Gruselfaktors gibt es hier zudem eine nette Szene zwischen Logan und Jessica, wo sie sich endlich ihre Gefühle gestehen, und es auch (wenn ich nichts übersehen bzw. vergessen habe) zum ersten Kuss zwischen den beiden kommt. Leider aber fällt die Episode im letzten Drittel dann ziemlich in sich zusammen. Einer meiner größten Kritikpunkte liegt darin begründet, dass ich bekanntermaßen kein Fan von übernatürlichen Elementen in Science Fiction-Erzählungen bin. "Das Spukschloss im Weltall" bei "Star Trek" war zwar ebenfalls alles andere als ein Highlight, dort fand man mit den omnipotenten Wesen aber für die ganzen unheimlichen Vorgänge eine innerhalb des Universums akzeptabel "wissenschaftliche" Erklärung. Hier hingegen werden drei Menschen übernatürliche Fähigkeiten angedichtet, die vermeintlich auf den Teufel, den sie anbeten, zurückgehen. Das war dann doch eher nicht meins. Wie ich generell auf den Satanisten-Zugang lieber verzichtet hätte; das fand ich dann nämlich doch eher lächerlich. Das mag zwar zum damaligen Zeitgeist passen (auch wenn die "satanic panic" in den USA ihre Blütezeit erst in den 80ern erlebte), mutet aus heutiger Sicht aber doch ziemlich unfreiwillig komisch an. Insofern zog das letzte Drittel die Episode für mich leider doch nochmal ordentlich runter.
Fazit:
Zwar stach die Episode von Anfang an mit ihrem Setting und Inhalt im Vergleich zu den anderen Folgen der Serie heraus, das hätte aber für sich genommen ja noch nichts Schlechtes sein müssen – und war es tatsächlich auch die längste Zeit nicht. Alles rund um das Spukhaus war atmosphärisch inszeniert, und wartete mit einzelnen unheimlichen Szenen sowie interessanten Einfällen wie der "Rückblende" im Spiegelglas auf. Darüber hinaus stach die Liebeserklärung zwischen Logan und Jessica, die ihre auch bislang schon unterschwellig vermittelten Gefühle zum ersten Mal so richtig an die Oberfläche brachte, hervor. Die letzte Viertelstunde – und die Aufklärung, was es mit den Bewohnern des Hauses auf sich hat – machten aus "Night Visitors" dann aber leider statt einer netten, interessanten und willkommenen Abwechslung doch eher zu einer misslungenen Anomalie.