Originaltitel: Teenage Kix Episodennummer: 5x02 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 08. April 2026 (Amazon Prime) Drehbuch: Jessica Chou Regie: Shana Stein Besetzung:
Karl Urban als Billy Butcher,
Jack Quaid als Hughie Campbell,
Antony Starr als Homelander,
Erin Moriarty als Starlight,
Laz Alonso als Mother's Milk,
Chace Crawford als The Deep,
Tomer Capon als Frenchie,
Karen Fukuhara als Kimiko Miyashiro,
Nathan Mitchell als Black Noir II,
Colby Minifie als Ashley Barrett,
Susan Heyward als Sister Sage,
Valorie Curry als Firecracker,
Daveed Diggs als Oh Father,
Jensen Ackles als Soldier Boy,
David Andrews als President Calhoun,
Maitreyi Ramakrishnan als Countess Crow,
Dylan Colton als Jetstreak,
Emma Elle Paterson als Sheline,
Andrew Iles als Rock Hard,
Shalyn Bass-McFaul als Soccer Mom u.a.
Kurzinhalt:
Dr. Sameer Shah hat die Adaptierung des für Superhelden tödlichen Godolkin-Virus fertiggestellt. Doch bevor man Homelander diesem aussetzt gilt es, erstmal dessen Effektivität gegen Superhelden zu testen. Dafür wählt man einen im wahrsten Sinne des Wortes harten Brocken aus, nämlich Rock Hard. Dieser ist ein Mitglied der sogenannten Teenage Kix – und de facto ein Felsen. Wenn das Virus selbst einen solchen, vermeintlich unverwundbaren Superhelden umbringt, dann sollte es auch für Homelander reichen. Es gibt nur ein Problem: In jenem Haus angekommen, dass er sich mit dem Rest von Teenage Kix teilt, zeigt sich, dass Rock Hard mittlerweile enorme Ausmaße angenommen hat. Es ist ausgeschlossen, diesen ins Labor zu transportieren, um den Virus in einem hermetisch versiegelten Raum zu testen. Somit bleibt ihnen nichts anderes übrig, als ihn vor Ort freizusetzen – was jedoch das Risiko in sich birgt, dass er sich nicht eindämmen lässt. Während die Boys alle entsprechenden Vorbereitungen treffen, befreit Homelander seinen Vater Soldier Boy aus der Kälteschlafkammer. Dieser soll für ihn im Hinblick auf den Virus als Versuchskaninchen dienen…
Review:
"Rock Hard" machte nicht zuletzt wieder deutlich, wie unsicher die Allianz zwischen den Boys geworden ist, und dass es sich mittlerweile doch eher um eine Zweckgemeinschaft handelt. Allen geht es natürlich darum, Homelander auszuschalten und so die USA bzw. die Welt von diesem Tyrannen zu befreien – zumal dieser ja noch dazu immer unberechenbarer zu werden droht (dazu gleich noch). Doch über die Methoden, die dabei anzuwenden sind, und vor allem auch im Hinblick darauf, wie weit sie alle zu gehen bereit sind, um dieses Ziel zu erreichen, offenbaren sich doch deutliche Unterschiede. Am Ruchlosesten ist zweifellos Butcher; seine Verwandlung im Verlauf der vierten Staffel scheint dies aber noch einmal intensiviert zu haben. Nicht umsonst fragt Hughie ihn in einer von mehreren starken Szenen, die "Rock Hard" zu bieten hat, ob denn überhaupt noch irgendetwas Menschliches von ihm übrig ist. Durchaus überraschend ist jedoch, dass auch Starlight auf seiner Seite zu sein scheint – selbst wenn dies auch ihren eigenen Tod bedeutet. Warum, wird in einem weiteren starken Moment deutlich, als sie Frenchie gegenüber ihre Schuldgefühle im Hinblick auf ihre zahlreichen Anhänger:innen die mittlerweile getötet wurden, gesteht. Immerhin haben sich ihrem Kampf ja auch viele gewöhnliche Menschen angeschlossen, die eben nicht so wie sie "unverwundbar" (oder zumindest schwer zu töten) sind.
Auf der anderen Seite dieses Spektrums haben wir dann Hughie, der nach wie vor das Gewissen der Gruppe ist. Ja, er möchte Homelander zur Strecke bringen, aber der Preis, zugleich alle Superhelden auf der ganzen Welt zu töten – Starlight eingeschlossen – ist ihm definitiv zu hoch. Ähnlich sieht es Frenchie, auch wenn es diesem in erster Linie darum zu gehen scheint, Kimiko zu beschützen. Und Mother's Mild ist federführend dabei, sicherzustellen, dass Countess Crow – die Teil der Teenage Kix ist, und im Gegensatz zum Rest von ihnen im Haus geblieben ist – nicht das Schicksal von Rock Hard teilt. Jedenfalls fand ich es durchaus interessant, diese unterschiedlichen Ansichten, und die damit einhergehenden Spannungen innerhalb der Gruppe, mitzuverfolgen. Parallel dazu war auch wieder wunderbar zu sehen, wie Homelander immer instabiler und damit auch unberechenbarer wird. Er möchte unbedingt von allen geliebt werden, muss jedoch erkennen, dass ihm die meisten vielmehr mit Angst – wenn nicht eben überhaupt offener Abscheu – entgegnen. Das gilt auch für den Rest der Sieben, sowie die Crew, die er um sich versammelt hat. Mittlerweile bin ich jedenfalls davon überzeugt, dass der Weg zum Sieg über ihn nicht über einen physischen, sondern vielmehr psychischen "Angriff" führt. Und auch die Dynamik zwischen ihm und Soldier Boy fand ich spannend. Demgegenüber hat alles rund um Rock Hard für mich nicht ganz so gut funktioniert. Zwar gehört diese Art von sexuellem (und pubertären?) Humor seit jeder zur Grund-DNS von "The Boys". Hier wirkte es auf mich aber fast schon ein bisschen erzwungen. Der eine oder andere Gag – wie der "Berg-Porno" – zündete zwar durchaus auch bei mir. Insgesamt wirkten die entsprechenden Einlagen hier auf mich aber doch etwas bemüht und erzwungen. Davon abgesehen konnte mir aber auch "Rock Hard" wieder sehr gut gefallen.
Fazit:
An der fünften Staffel von "The Boys" gefällt mir bislang vor allem auch, wie sich die Boys der Tatsache stellen müssen, dass sie um ihr Ziel zu erreichen, möglicherweise ihre moralischen Prinzipien (so sie denn welche haben) über Bord werfen müssen. Wie weit ist man bereit dafür zu gehen, Homelander auszuschalten und damit die Menschheit vor ihm zu retten/beschützen? Ab wann ist der Preis eben dafür zu hoch? Eben diese Frage – und wie unterschiedlich sie jeder von ihnen beantwortet – finde ich überaus spannend. Aber auch Homelander selbst hatte es mir hier wieder angetan. Anthony Starr schafft es fast (mit der Betonung auf fast), dass man Mitleid mit diesem grauenhaften, selbstverliebten Mann hat, der einfach "nur" von allen geliebt werden will, und Anerkennung zu brauchen scheint wie Luft zum Atmen. Einzig alles rund um Rock Hard hat für mich nicht 100%ig funktioniert, weshalb ich die Episode doch eine Spur schwächer einschätzen würde als den Staffelauftakt. Davon abgesehen ist die fünfte "The Boys"-Season bislang aber auf einem sehr guten Weg.