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The Boys - 5x01: Vierzig Zentimeter pures Dynamit Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Amazon Studios

Originaltitel: Fifteen Inches of Sheer Dynamite
Episodennummer: 5x01
Bewertung:
Weltweite Internet-VÖ: 08. April 2026 (Amazon Prime)
Drehbuch: Paul Grellong
Regie: Philip Sgriccia
Besetzung: Karl Urban als Billy Butcher, Jack Quaid als Hughie Campbell, Antony Starr als Homelander, Erin Moriarty als Starlight, Jessie T. Usher als A-Train, Laz Alonso als Mother's Milk, Chace Crawford als The Deep, Tomer Capon als Frenchie, Karen Fukuhara als Kimiko Miyashiro, Nathan Mitchell als Black Noir II, Colby Minifie als Ashley Barrett, Claudia Doumit als Victoria Neuman, Susan Heyward als Sister Sage, Valorie Curry als Firecracker, Daveed Diggs als Oh Father, Jensen Ackles als Soldier Boy, John Noble als Sam Butcher, Christian Keyes als Nathan Franklin, Jessica B. Hill als Ivy, Derek Johns als Love Sausage u.a.

Kurzinhalt: Während des Shareholder-Meetings von Vought lässt sich Homelander groß feiern. Dann jedoch gelingt es Starlight, sich in die Veranstaltung zu schleichen, und dafür zu sorgen, dass das Video vom Flug 37 auf dem großen Bildschirm hinter ihm abgespielt wird. Er ist kurz davor, die gesamte Versammlung auszulöschen, als Sister Sage ihn zurückhält. Das Video wird als Deepfake diffamiert, und Starlight für ihre terroristische Aktivitäten an den Pranger gestellt. Homelander möchte sich seiner Widersacherin nun ein für alle Mal entledigen. Dafür lässt er durchsickern, dass die verhafteten und seither in einem "Freiheitscamp" festsitzenden Hughie, Frenchie und Mother's Milk in drei Tagen exekutiert werden sollen. Auch wenn Starlight weiß, dass es sich um eine Falle handelt, hat sie keine andere Wahl, als einen Versuch zu unternehmen, sie aus dem Camp zu befreien. Dafür tut sie sich wohl oder übel mit Butcher zusammen – der wiederum in der Zwischenzeit Kimiko zurückgeholt hat. Doch ohne A-Train, der seine Hilfe verweigert, droht der Rettungsversuch zu scheitern…


Review: Episodenbild (c) Amazon Studios Mit der fünften Staffel wird die Serie "The Boys" nun ihr Ende finden, nicht jedoch das dazugehörige Universum – sind doch bereits mehrere Ableger in Planung (während momentan noch unklar ist, ob auch das erste Spin-Off "Gen V" noch fortgeführt wird). Es gehört offensichtlich zu den Begleiterscheinungen unserer Zeit, dass erfolgreiche Marken totgemolken werden; man denke nur an "Game of Thrones", oder auch "Stranger Things". Und ja, bis zu einem gewissen Grad mag das schon immer so gewesen sein, ich empfinde es aktuell aber als ganz extrem. So gesehen muss man Amazon ja fast schon dankbar sein, dass Eric Kripke und sein Team die ursprüngliche Serie wie geplant nach fünf Staffeln à acht Episoden abschließen "dürfen", und sie nicht dazu gedrängt wurden, die Story auszudehnen und zu erweitern, damit "The Boys" weiterläuft, bis entweder die Qualität nachlässt oder sich keine Sau mehr dafür interessiert. Als jemand, für den die Serie aus der Masse an Superhelden-Unterhaltung nach wie vor als angenehm außergewöhnliche Auseinandersetzung mit der Thematik hervorsticht, sah ich der fünften und letzten Staffel jedenfalls schon mit großer Vorfreude entgegen. Und "Vierzig Zentimeter pures Dynamik" hat mich auch in keinster Weise enttäuscht.

Bereits der Auftakt gefiel mir ausgesprochen gut. Darin ist Starlight in dem erfolgreich, was man sich nun schon lange vorgenommen hat: Die Wahrheit über Flug 37 ans Licht zu bringen. Und kurz sah es so aus, als hätte dies, wenn schon nicht unbedingt den gewünschten, so doch zumindest einen Effekt – stand ein von Zorn erfüllter Homelander doch kurz davor, die kompletten versammelten Shareholder von Vought, die Zeuge des Videos wurden, mit seinen Laseraugen zu grillen. Dann jedoch hält ihn Sister Sage zurück, und kommt im Hinblick auf die aktuelle Thematik rund um KI- und vor allem auch Fake-Videos ein Aspekt ins Rampenlicht, an den ich seit Beginn dieser Welle denke, der jedoch in der öffentlichen Diskussion in meinen Augen oftmals untergeht. Denn: Es geht dabei ja nicht nur darum, dass wir in Zukunft nicht mehr sicher sein können, ob bestimmte Videos echt sind – es bietet vor allem auch selbst bei echten Aufnahmen die Ausrede, alles sei nur gefälscht. Und ja, Experten werden die Echtheit belegen können, aber für die treue, eingeschworene Zielgruppe, die sonst vielleicht ins Wanken geraten würden, und die auf solche Experten (und Wissenschaftler) sowieso nie hören, wird es reichen. Das ist schon ein beängstigender Gedanke. Nach diesem Auftakt gilt es dann erstmal, die "Jungs" wieder zu versammeln. Dabei kommt es zum Wiedersehen zwischen Butch (der zuvor seinem Vater einen wohl letzten Besuch abgestattet hat), Annie und Kimiko, bevor man sich dann trotz der offensichtlichen Falle daran macht, die andere Hälfte des Teams – Hughie, Frenchie und Mother's Milk – aus dem "Freiheits-Camp" zu befreien. All dies ist auch wieder mit dem für "The Boys" so typischen, frechen, anarchischen und teilweise zugegebenermaßen auch etwas pubertären Humor durchzogen (letzteres gilt insbesondere für den Wurm und Love Sausage).

Episodenbild (c) Amazon Studios Der Befreiungsversuch ist dann mitreißend inszeniert, verläuft teilweise durchaus dramatisch (wie z.B., wenn Hughie mit ansehen muss, wie jene Frau, der er zuvor Mut machte, von Homelander ermordet wird), und mündet dann vor allem auch im ersten großen Figurentod der fünften Staffel, der uns nochmal in Erinnerung rufen soll, dass wir uns nun auf der Zielgeraden befinden, und (vermeintlich) niemand mehr sicher ist. Was mir daran vor allem auch so gut gefiel, ist die Umsetzung, und wie sich der Kreis rund um A-Train damit quasi schließt. Die Serie begann damit, dass er ohne Rücksicht auf zivile Verluste durch die Stadt lief und dabei Hughies Freundin tötete. Hier nun rettet er mit seinen Fähigkeiten zuerst Hughie, und weicht dann auf der Flucht vor Homelander einer Frau aus – was dann schließlich dazu führt, dass er von diesem gestellt und getötet wird. Nicht nur war diese Spiegelung eine wunderbare Ironie des Schicksals, es machte uns vor allem auch kurz vor seinem Ableben die Entwicklung, welche die Figur im Verlauf der Serie durchgemacht hat, nochmal deutlich. Das war schon sehr gut gemacht, und lässt mich hoffen, dass sich die bewusst die vierte Wand durchbrechenden Worte über Serien-Finale, die vermeintlich unsere Erwartungshaltung nach unten schrauben sollen, als übervorsichtig (und unnötig) erweisen werden.

Fazit: An "Vierzig Zentimeter pures Dynamit" haben mich vor allem der Auftakt (wo das Zeigen des Flug 37-Videos fast zu einem Massaker beim Vought-Shareholder-Meeting geführt hätte) sowie das Finale (mit dem aufgrund der Spiegelung zur ersten Folge der Serie überaus poetischen Ende für A-Train) begeistert. Aber auch dazwischen war dank einiger dramatischer und/oder amüsanter Momente für gute Unterhaltung gesorgt. Im Moment sieht jedenfalls alles danach aus, als würde sich "The Boys" – trotz der die vierte Wand durchbrechenden "Warnungen" – nicht in die Riege jener Serien einreihen, die in einem enttäuschenden Finale münden.

Wertung: 4 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2026 Amazon Prime Video)








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