Originaltitel: Futurepast Episodennummer: 1x10 Bewertung: Erstausstrahlung US: 02. Januar 1978 Erstausstrahlung D: - Drehbuch: Katharyn Powers Regie: Michael O'Herlihy Besetzung:
Gregory Harrison als Logan,
Heather Menzies als Jessica,
Donald Moffat als Rem,
Randy Powell als Francis,
Mariette Hartley als Ariana,
Michael Sullivan als Clay,
Ed Couppee als 2nd Sandman,
Joey Fontana als 1st Sandman,
Janis Jamison als The Woman u.a.
Kurzinhalt:
Logan, Jessica und Rem erforschen ein Gebäude, als sie von Ariana begrüßt werden. Diese stellt sich in weiterer Folge als Androidin heraus, während die Einrichtung die von ihr betreut wird wiederum ein Zentrum zur Schlafforschung ist – was Rem jedoch erst erfährt, nachdem sich Logan und Jessica bereits hingelegt haben, um sich auszuruhen. Dort erleben die beiden dann beunruhigende Träume. Logan wird von Sandmännern gestellt, während Jessica wieder zurück in der Kuppelstadt ist, und an der Erneuerungs-Zeremonie teilnehmen soll. Doch aufgrund der Analyse durch die angeschlossenen Maschinen bringen ihre düsteren Träume die beiden ins Lebensgefahr…
Review:
Beginnen wir mit der (in der Inhaltsangabe nicht extra erwähnten) Nebenhandlung, oder genauer gesagt, dem im Gegensatz zur Traumwelt doch eher Nebenschauplatz bei "Futurepast". Denn während Logan und Jessica "schlafen", bekommt Rem hier wieder so richtig Gelegenheit, zu glänzen. Mehr noch: Mit Ariana trifft er auf eine andere Androidin – was man sogleich dafür nutzt, um ihm die erste (und vermeintlich auch einzige) Romanze auf den Leib zu schneidern. Diese entwickelt sich im Verlauf der Episode angenehm subtil, mit oftmals nur kleinen Gesten, welche die zunehmende Anziehung der beiden deutlich machen. Zudem zeichnet sich der Handlungsstrang aber auch durch einen feinen Humor aus, wie z.B. wenn man das mit dem Funkensprühen in diesem Fall wörtlich nimmt. Und nicht zuletzt steigert sich das Ganze zu einer durchaus emotionalen Szene, als sich die beiden am Ende – nach einem ersten Kuss – Lebewohl sagen, und Ariana eine Träne über die Wange läuft. Das war schon alles sehr nett – und profitierte nicht zuletzt auch vom gelungenen Zusammenspiel zwischen David Moffat und Mariette Hartley (die den meisten Genre-Fans als Zarabeth aus der klassischen "Star Trek"-Folge "Portal in die Vergangenheit" bekannt sein dürfte).
Parallel dazu sind Logan und Jessica in ihren Träumen – oder besser gesagt Alpträumen – gefangen. Eben dies nutzt Regisseur Michael O'Herlihy für einige durchaus gelungene Spielereien, angefangen bei Spiegelungen, über die Verwendung von Verzerrungslinsen, bewusst eingespielten Wiederholungen, bis hin zu den sogenannten "dutch angles", also einer nach links oder rechts geneigten Kamera. Die daraus resultierende, surreale Stimmung hatte es mir durchaus angetan (mit einer einzigen Ausnahme: Die Wiederholung der vor dem maskierten Mann fliehenden Jessica hat man dann doch etwas zu oft eingebaut; ich verstehe, was man mit dieser Schleife erreichen wollte, da es natürlich einen alptraumhaften Charakter hat, aber mir 1-2 Wiederholungen weniger wäre das genauso klar und in meinen Augen sogar nochmal effektiver gewesen). Zugegebenermaßen muss man sich allerdings auf das Plot-Konstrukt der tödlichen Träume einlassen können; auch für mich hat das zugegebenermaßen nicht 100%ig funktioniert, bzw. mutete doch ein bisschen unglaubwürdig an (man sollte meinen, in solch einer Traumanalysestation stellt man sich eben durchaus auch auf Leute mit Alpträumen ein; insofern erscheint mir das mit der Maschine, die einerseits ein Aufwachen unterbindet, und andererseits im schlimmsten Fall, bei ganz traumatischen Träumen, zum Tod führen kann, wie ein ziemlich arger Konstruktionsfehler). Last but not least: Alles rund um Francis wirkte hier doch eher unnötig und aufgesetzt; Logan und Jessica irgendwie wieder aufwecken zu müssen, ohne dass ihnen etwas passiert, hätte (mir) schon gereicht. Die zusätzliche Bedrohung fand ich da überflüssig; zumal sich das mit der (in diesem Fall im wahrsten Sinne des Wortes) Deadline auch hätte anders einbauen lassen, um Dringlichkeit zu erzeugen. Zwar hat es mich jetzt zumindest nicht übermäßig gestört, dennoch hätte man sich das in meinen Augen sparen können (und ev. auch sollen).
Fazit:
Jener Teil der Episode, der in den (Alp-)Träumen von Logan und Jessica spielt, erlaubte es Regisseur Michael O'Herlihy, sich – natürlich unter Berücksichtigung der damaligen Möglichkeiten – inszenatorisch ein bisschen auszutoben. Die betreffenden Sequenzen fand ich jedenfalls (mit einer Ausnahme) ziemlich gut gemacht, und werteten die Folge für mich definitiv auf. Gleiches gilt für die nette Liebesgeschichte, die sich zwischen Rem und Ariana entwickelt, und die nicht zuletzt vom tragischen Ausgang profitierte. Davon abgesehen war "Futurepast" allerdings nichts Besonderes. Zumal man sich auf das mit der Traumanalyse-Maschine, deren Anwendung tödlich enden kann, auch erstmal einlassen können muss. Und den Plot rund um – und die Bedrohung durch – Francis fand ich hier doch ziemlich unnötig. Insgesamt war das in meinen Augen aber eine weitere solide Episode der "Logan's Run"-TV-Adaption (bzw. -Version).