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Twin Peaks - 1x04: Ruhe in Unfrieden Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) ABC

Originaltitel: Rest in Pain
Episodennummer: 1x04
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 19. April 1990
Erstausstrahlung D: 20. September 1991
Drehbuch: Harley Peyton
Regie: Tina Rathborne
Besetzung: Kyle MacLachlan als Special Agent Dale Cooper, Michael Ontkean als Sheriff Harry S. Truman, Madchen Amick als Shelly Johnson, Dana Ashbrook als Bobby Briggs, Richard Beymer als Benjamin Horne, Lara Flynn Boyle als Donna Hayward, Sherilyn Fenn als Audrey Horne, Warren Frost als Dr. Will Hayward, Peggy Lipton als Norma Jennings, James Marshall als James Hurley, Everett McGill als Big Ed Hurley, Jack Nance als Pete Martell, Ray Wise als Leland Palmer, Joan Chen als Jocelyn Packard, Piper Laurie als Katherine Martell, Russ Tamblyn als Dr. Lawrence Jacoby, Eric Da Re als Leo Johnson, Mary Jo Deschanel als Eileen Hayward, Harry Goaz als Deputy Andy Brennan, Gary Hershberger als Mike Nelson, Michael Horse als Deputy Tommy "Hawk" Hill, Grace Zabriskie als Sarah Palmer, Sheryl Lee als Maddy Ferguson / Laura Palmer u.a.

Kurzinhalt: Nach seinem Traum hat Agent Cooper sofort Sheriff Truman angerufen und gemeint "Ich weiß, wer Laura Palmer getötet hat". Bis zum nächsten Morgen sind ihm jedoch gewisse Details des Traums, darunter auch dieses brisante Detail, wieder entschwunden. Oder, wie er es ausdrückt: "Mein Traum ist ein Code, der darauf wartet, geknackt zu werden." Eben daran arbeitet man nun, wobei man jene Dinge, an die sich Cooper noch erinnern kann, ebenso als Anhaltspunkte nimmt, wie das Experiment im Wald mit der Flasche und dem Stein. Eben dieses führt sie dann auch zu Leo Johnson. Zugleich erfährt Dale Cooper vom Bordell über dem Fluss – wo möglicherweise auch Laura Palmer ihren Körper zur Verfügung gestellt hat. Und nicht zuletzt wird er von Sheriff Truman in einen geheimen Bund aufgenommen, dem neben ihnen auch noch Big Ed und Deputy Hawk angehören – und der gegen böse Mächte kämpft, die im Wald von Twin Peaks lauern. Vor allem aber bereitet sich ganz Twin Peaks auf die Trauerfeier von Laura Palmer vor. Bei dieser kommt es dann gleich zu mehreren Eklats…


Review: Episodenbild (c) ABC Also, ganz ehrlich: Ich verstehe ja, dass die vierte Folge der Serie zu früh gewesen wäre, um den Mörder zu offenbaren. Aber dann hätte man sich halt den billigen Cliffhanger mit "I know who killed Laura Palmer" schenken sollen. Weil so ist der Auftakt von "Ruhe in Unfrieden" einfach nur eine riesige Enttäuschung. Generell fiel die Episode für mich im Vergleich zu dem, was bisher kam, doch eher ab. Ich bin dazu geneigt, dies der Tatsache zuzuschreiben, dass – zumindest den Credits nach – weder David Lynch noch Mark Frost direkt an ihr beteiligt waren, sondern Drehbuchautor Harley Peyton und Regisseurin Tina Rathborne das Ruder übernahmen. Wobei ich letzterer noch die geringste Schuld für den Qualitätsabfall zuschreiben würde, da sich ihre Inszenierung stark an dem, was vor ihr kam, orientiert. Sprich, in dieser Hinsicht merkt man keinen wesentlichen Unterschied. Inhaltlich aber – na ja.

Zuerst einmal fällt auf, dass sich die Serie – eben weil das Mysterium rund um Laura Palmer allein zu wenig wäre – zunehmend in andere Richtungen zu strecken beginnt. Sei es rund um die Ermittlungen bezüglich der Drogen, die über Kanada nach Twin Peaks gespült werden, oder auch dem Geheimbund, der gegen die im Wald lauernde Finsternis kämpft (vor allem letzteres wird im weiteren Verlauf der Serie noch an Bedeutung gewinnen). Grundsätzlich ja richtig, wichtig und nett, im Falle von "Ruhe in Unfrieden" wirkte dies aber teilweise doch etwas unfokussiert. Schwerer als dies wiegt jedoch, dass hier das Pendel zwischen Mystery- und Soap-Elementen etwas gar zu sehr in Richtung letzterer ausschlägt. Diese tragen teilweise bewusst überzeichnete Züge, mit der man sich wohl über diese Form der Unterhaltung – auch abseits der eingebauten Parodie "Invitation to Love" – lustig machen will, wofür aber teilweise ein bisschen die Glaubwürdigkeit geopfert wird. Bestes (?) Beispiel: Der sich auf den herablassenden Sarg stürzende Leland. Das war einfach viel zu viel. Gut fand ich in erster Linie, wie hier nun teilweise auf den geheimnisvollen Traum aus der letzten Folge aufgebaut wird, sei es, dass wir hier nun Lauras Cousine kennenlernen (die ihr, abseits der Haarfarbe, tatsächlich zum Verwechseln ähnlich sieht – kein Wunder, wird doch auch sie von Sheryl Lee gespielt), oder aber die Offenbarung hinter der Bedeutung der ominösen Worte "Sometimes my arms bend back". Und generell finde ich alles rund um Dale Cooper nach wie vor wunderbar, sei es seine unbändige Begeisterung über die kleinsten Dinge ("Ducks in a lake!"), oder auch, wie er Albert wegen dessen Einstellung gegenüber der Leute (und Polizei) von Twin Peaks zurechtstutzt. In meinen Augen gehörten jedenfalls auch hier die besten Momente wieder ganz klar Kyle MacLachlan.

Fazit: Episodenbild (c) ABC "Ruhe in Unfrieden" offenbart die letzte Szene aus "Zen oder die Kunst, einen Mörder zu fangen" leider als billigen Cliffhanger (so gesehen wäre dort wohl auch "Zen oder die Kunst, Zuschauer zu fangen" nicht unpassend gewesen). So nachvollziehbar es für mich auch ist, dass man nicht in der vierten Folge schon Lauras Mörder offenbart, aber das hätte man anders umsetzen sollen. Generell vermisste ich bei "Ruhe in Unfrieden" leider ein bisschen den besonderen Touch, den Lynch und Frost hineingebracht haben, sowie die Mystery-Elemente. Dafür wird die Absurdität teilweise auf 100 aufgedreht, z.B. wenn sich Leland auf den Sarg seiner Tochter stürzt. Das war mir dann eindeutig zu übertrieben. Und generell nahmen die (eben bewusst überzeichneten) Soap-Elemente hier für mich Überhand. Gut fand ich in erster Linie alles rund um Agent Cooper; wie Kyle MacLachlan für mich generell nach wie vor die größte Stärke der Serie ist. Im Vergleich zu den bisherigen Folgen fand ich "Ruhe in Unfrieden" aber doch merklich schwächer.

Wertung: 2.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © ABC)







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