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The Penguin - 1x08: Am Ziel Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) HBO Max

Originaltitel:A Great or Little Thing
Episodennummer: 1x08
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 10. November 2024 (HBO Max)
Erstausstrahlung D: 11. November 2024 (Sky)
Drehbuch: Lauren LeFranc
Regie: Jennifer Getzinger
Besetzung: Colin Farrell als Oswald 'Oz' Cobb, Cristin Milioti als Sofia Falcone, Rhenzy Feliz als Victor Aguilar, Deirdre O'Connell als Francis Cobb, Carmen Ejogo als Eve Karlo, Con O'Neill als Chief Mackenzie Bock, Theo Rossi als Dr. Julian Rush, Ryder Allen als Young Oswald Cobb, Louis Cancelmi als Rex Calabrese, Craig Walker als Detective Marcus Wise, Jayme Lawson als Bella Reál, Nico Tirozzi als Benny Cobb, Asztalos Gyula Owen als Jack Cobb, Ade Otukoya als Zeke, Emily Meade als Young Francis, François Chau als Feng Zhao, Rhys Coiro als Councilman Sebastian Hady, Robert Lee Leng als Link Tsai, Johnny Hopkins als Donny Boy, Ty Hubbard als George McHugh, Adrienne Acevedo Lovette als Billie Peña, Leon Addison Brown als Able Crown, Micah Peoples als Charles Crown, David Vadim als Vasily Kosov, Myles Humphus als Dom, Ruth Solorzano als Naomi Seiler, David Grabowski-Clark als Fedor Laskin, Kresh Novakovic als Enzo u.a.

Kurzinhalt: Endlich scheint Sofia Gigantes Rache nichts mehr im Weg zu stehen. Sie hat sowohl Oswald Cobb als auch dessen Mutter Francis in ihrer Gewalt. Mit Hilfe von Dr. Rush konnte sie zudem jenes große Geheimnis rund um die Rolle von Oz beim Tod seiner Brüder ergründen, mit dem sie ihn nun brechen will. Doch die Konfrontation verläuft nicht so wie erwartet, als sich zeigt, dass Francis schon immer wusste, dass er für den Tod seiner Brüder verantwortlich war. Oz wird schwer verletzt, kann sich jedoch befreien, während Francis einen schweren Anfall erleidet. Mit Victors Hilfe gelingt es dem Pinguin dann schließlich doch noch, seinen Traum zu verwirklichen, in dem er statt den Anführern vielmehr die Personen in der zweiten Reihe der jeweiligen Organisation auf seine Seite zieht. Doch sein Triumph ist ein Pyrrhussieg…


Review (kann Spoiler enthalten): Episodenbild (c) HBO Max An "Am Ziel" gab es ein Element, welches für mich nicht 100%ig funktioniert hat, nämlich die Flashbacks gleich zu Beginn. Diese waren nämlich keine traditionellen Rückblenden, sondern vielmehr eine Art Visualisierung der Gedanken bzw. Erinnerungen von Francis, und wie Sofia und Julian diese ergründen. Eben deshalb sehen wir auch (von wenigen ganz kurzen Ausnahmen abgesehen) auch nicht Emily Meade in der Rolle (der jungen Francis), sondern vielmehr Deidre O'Connell. Ich verstehe den Grund dahinter, und was man generell damit beabsichtigte, trotzdem hätte ich hier eine andere Vorgehensweise (z.B., dass sich die ältere Francis, zusammen mit Sofia und Julian quasi selbst betrachtet) vorgezogen. Immerhin, die daraus dann resultierende Konfrontation war für mich definitiv das Highlight von "Am Ziel". Einerseits aufgrund von Sofias phänomenalen Kostüm (ich mein, das schwarze Kleid mit dem roten Schal – wow!), den schauspielerischen Leistungen (auch hier insbesondere wieder von der ungemein ausdrucksstarken Cristin Milioti), bis hin zum Herzschlagfinale, als Francis ihren Sohn mit einer zerbrochenen Flasche in den Bauch sticht.

Am Hervorstechendsten war an diesem Moment aber zweifellos, wie er die Quintessenz von Oz' Figur herausstreicht. Alles, was er tut, dient dem Ziel, die Liebe, Zuneigung und Anerkennung seiner Mutter zu gewinnen. Eben deshalb kann er ihr gegenüber seine Rolle beim Tod seiner Brüder auch nicht eingestehen – selbst wenn dies bedeutet, dass ihr die Finger abgeschnitten werden. Er würde, so pervers es auch ist, lieber seine Mutter leiden sehen (und lassen), als sich die Chance auf eben darauf zu nehmen. Die inhärente Tragik der Figur (und Serie) liegt dann letztendlich darin, dass er eben deshalb, weil Francis es schon immer wusste, sein Ziel von vornherein nie erreichen konnte. Ja selbst wenn Francis am Ende keinen Schlaganfall erlitten und sie noch bei vollem Bewusstsein miterlebt hätte, wie ihr einzig verbliebener Sohn sein Versprechen, zum Verbrecherboss aufzusteigen und das Penthouse des Apartmentgebäudes zu beziehen, einlöst, hätte dies an ihren Gefühlen für ihn nichts geändert. Und so bleibt ihm am Ende auch nichts weiter übrig, als sich seinen Traum mit einer Fantasie zu erfüllen, als Eve in die Rolle seiner Mutter schlüpft, während seine echte Mutter im Zimmer daneben dahinsiecht. Ein Ende, bei dem man vielleicht sogar geneigt wäre, Mitleid mit ihm zu empfinden; um eben dies zu verhindern, erinnert man uns allerdings unmittelbar davor nochmal daran, wie egozentrisch er ist, und er seinem Ziel alles – und jeden – unterordnet, als er mit Victor just jenen Getreuen, der ihm diesem Triumph überhaupt erst ermöglicht hat, eiskalt ermordet. Dies sticht nicht zuletzt auch deshalb so hervor, als er wiederum kurz davor seine große Nemesis Sofia Gigante am Leben ließ (wobei man argumentieren könnte, dass die Rückkehr nach Arkham ein deutlich grausameres Schicksal ist, als wenn er sie einfach erschossen hätte). Die Nachricht an sie von ihrer Halbschwester Selina Kyle ließ bei mir dann die Frage aufkommen, als sie im zweiten "Batman"-Film eine Rolle spielen könnte (auch wenn ich mir das nicht wirklich vorstellen kann; man sieht ja an den ganzen MCU-Serien, dass sich dort nicht wirklich etwas wichtiges ereignen kann/darf, was es erforderlich machen würde, dass man sie gesehen hat, um den Filmen folgen zu können), oder man nicht vielleicht doch noch mit einer zweiten Staffel spekuliert (auch wenn Colin Farrell einer solchen aufgrund des aufwändigen und langwierigen Masken-Prozesses eigentlich eine Absage erteilte).

Fazit: Episodenbild (c) HBO Max In "Am Ziel" sieht sich Oswald "Oz" Cobb aka der Pinguin nun endlich am Ziel seiner Träume. Doch aufgrund des Schlaganfalls seiner Mutter ist es ein schaler Triumph – denn gerade jene Person, für die er all dies erreichen wollte, ist nun nicht mehr in der Lage, dies anzuerkennen. Und so bleibt Oz das, worum es ihm eigentlich ging – die Liebe und das Lob seiner Mutter – verwehrt. Damit man trotz dieses tragischen Ausgangs nicht etwa Mitgefühl mit ihm empfindet, sorgt einerseits die Erinnerung daran, was er einst seinen Brüdern angetan hat, vor allem aber natürlich die kaltblütige Ermordung von Victor – jener Person, die treu zu ihm gestanden ist, und ohne die er auch dieses Ziel nie erreicht hätte. Demgegenüber lässt er just Sofia Gigante am Leben – wobei angesichts des Schicksals, dass sie hier erwartet (und das ihren schlimmsten Alpträumen entspricht) alles andere als von Gnade gesprochen werden kann. Jedenfalls: Mit Ausnahme des Einstiegs, wo wir die ältere Francis in den Rückblenden/Erinnerungen sehen (was für mich nicht 100%ig funktioniert hat), war das ein starkes Finale einer sehr coolen Miniserie, die das Universum von Matt Reeves "Batman"-Film(en) auf gelungene Art und Weise ausbaute.

Wertung: 4 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2024 HBO Max)







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