Mondbasis Alpha 1 - 2x08: Die Aussätzigen von Archaron
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Originaltitel: The Mark of Archaron Episodennummer: 2x08 Bewertung: Erstausstrahlung UK: 16. Oktober 1976 Erstausstrahlung D: 23. November 2013 Drehbuch: Lew Schwarz Regie: Charles Crichton Besetzung:
Martin Landau als Commander John Koenig,
Barbara Bain als Dr. Helena Russell,
Catherine Schell als Maya,
Tony Anholt als Tony Verdeschi,
Nick Tate als Alan Carter,
John Standing als Pasc,
Michael Gallagher als Etrec,
Veronica Lang als Lyra/Maurna,
John Alkin als Johnson,
John Hug als Bill Fraser,
Anthony Forrest als Carson,
Raul Newey als Dr. Raul Nunez,
Yasuko Nagazumi als Yasko u.a.
Kurzinhalt:
In einer Höhle auf dem Mond stößt man völlig unerwarteterweise auf zwei Lebewesen, die sich in einer Art Kälteschlafkammer befinden – und dort in etwa ein Jahrtausend verbracht haben. Es gelingt, sie wieder zum Leben zu erwecken. Die beiden stammen vom Planeten Archaron, auf dem man vor Generationen jegliche Gewalt besiegt hat, und daraufhin Emissäre ins All hinausschickte, um die gesamte Galaxis von dieser Geißel zu befreien. Vor rund einem Jahrtausend erreichten Pasc, seine Frau Lyra sowie ihr gemeinsamer Sohn Etrec die Erde – wo sie jedoch mit ihrer Mission gescheitert sind. Lyra steckte sich daraufhin mit der "Mörder-Krankheit" an, und starb. Pasc und Etrec zogen sich daraufhin in die Kälteschlafkammer zurück, in der Hoffnung, eines Tages gefunden und nach Hause gebracht zu werden. Schon bald stellt sich jedoch heraus, dass auch sie beide unter der gefürchteten Krankheit leiden…
Review:
Ich gebe zu: Auf die Idee, dass auf dem Mond jetzt auf einmal mehr oder weniger zufällig die Kälteschlafkapsel mit den beiden Außerirdischen darin gefunden wird (warum nicht schon früher, als man diesen erforschte, die Basis baute, geschweige denn im Verlauf der bisherigen Serie?!), muss man sich einlassen können. Ich selbst habe es ebenfalls eher nur zähneknirschend akzeptiert, weil ich zumindest interessiert daran war, was "Die Aussätzigen von Archaron" in weiterer Folge mit diesem Setup vor hat. Letztendlich machte es kaum einen Unterschied, dass sie auf dem Mond gefunden wurden, und nicht etwa mit einem Raumschiff gelandet oder abgestürzt sind, und/oder die Kapsel einfach im All gefunden wurde – weil die einzige daran geknüpfte und tatsächlich nicht uninteressante Idee, dass sie einst die Erde besuchten, dort jedoch in ihrer Mission, Gewalt zu beseitigen, gescheitert sind (Oder, die anderen Worten: Die Menschheit hat sich für sie als unbezwingbarer Endgegner erwiesen; das hat in seiner Gesellschaftskritik durchaus einen Reiz) hätte sich auf andere Weise auch unterbringen lassen. Aber ok.
Was man dann aus diesem Grundkonzept macht, fand ich leider auch eher durchwachsen. Das Hauptproblem ist dabei: Man hatte zwar eine nicht einmal so uninteressante Grundidee, wusste dann aber scheinbar nicht so recht, wie man damit fünfzig Minuten füllen soll. Denn dass Pasc und Etrec an der Mörder-Krankheit leiden, wird ja relativ rasch klar – und führt dann schließlich zu einem durchaus gefälligen Ende, als der Vater sein Leben gibt, um den Sohn zu retten. Dass die Gesandte von Archaron tausend Jahre später genau so aussieht wie Pasc Frau bzw. Etrecs Mutter, war dann zwar wieder sehr bequem, und überhaupt nicht überzeugend, ich will es ihnen aber aus budgetären Gründen (weil so mussten sie nicht noch eine zweite Schauspielerin bezahlen) durchgehen lassen. Und tatsächlich wertete dieses gefällige und sogar ansatzweise berührende Ende die Folge nochmal halbwegs auf. Das Problem ist aber nun mal eben die halbe Stunde, die zwischen den noch durchaus interessanten ersten zehn und den gefälligen letzten zehn Minuten liegt. Denn in dieser tat sich wenig bis gar nichts – und vor allem nicht, dass ich interessant gefunden hätte. Als Ergebnis daraus habe ich mich mit "Die Aussätzigen von Archaron" leider größtenteils wieder gelangweilt. Es hätte helfen können, die B-Story rund um die Eagles und den Meteoritenschauer auszubauen, und auch dort parallel eine spannende Story zu erzählen, statt sie nur a) als Ausrede für ein paar (wenn auch nette) Effektaufnahmen und b) einen Grund zu haben, warum sich Commander Koenig während der Ereignisse nicht auf Alpha befindet (und Barbara Bain wieder ein bisschen mehr "screen time" bekommt). Da man diese Chance aber leider verpasst hat, setzt "Die Aussätzigen von Archaron" den enttäuschenden Eindruck, den die zweite Staffel bei mir bislang hinterlassen hat, nahtlos fort.
Fazit:
Es ist traurig, dass eine Episode mit einer unterdurchschnittlichen Wertung von 2/5 bereits zu den besseren Folgen der zweiten Staffel (bislang) zu zählen ist, aber so ist es nun einmal. "Die Aussätzigen von Archaron" profitiert dabei in erster Linie von dem durchaus noch interessanten (zumindest, sofern man sich auf die Idee eines solchen Funds auf dem Mond einlassen kann) Einstieg, sowie dann dem Finale, wo Pasc sein Leben gibt, um Etrec zu heilen und damit zu retten. Zwischen diesen Buchrücken gab es aber leider – wieder einmal – viel zu wenig Inhalt für viel zu viel Laufzeit, weshalb sich die Episode zwischenzeitlich doch ordentlich gezogen hat. Was insofern doppelt schade ist, als sich die angedeutete B-Story rund um den Meteoritenschauer eigentlich perfekt dafür angeboten hätte, um mehr Laufzeit zu füllen, und damit das Erzähltempo in der Haupthandlung zu erhöhen. So hingegen dominierte auch bei "Die Aussätzigen von Archeron" wieder einmal die Langeweile.