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Twin Peaks - 1x02: Spuren ins Nichts Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) ABC

Originaltitel: Traces to Nowhere
Episodennummer: 1x02
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 12. April 1990
Erstausstrahlung D: 13. September 1991
Drehbuch: Mark Frost & David Lynch
Regie: Duwayne Dunham
Besetzung: Kyle MacLachlan als Special Agent Dale Cooper, Michael Ontkean als Sheriff Harry S. Truman, Madchen Amick als Shelly Johnson, Dana Ashbrook als Bobby Briggs, Richard Beymer als Benjamin Horne, Lara Flynn Boyle als Donna Hayward, Sherilyn Fenn als Audrey Horne, Warren Frost als Dr. Will Hayward, Peggy Lipton als Norma Jennings, James Marshall als James Hurley, Everett McGill als Big Ed Hurley, Jack Nance als Pete Martell, Ray Wise als Leland Palmer, Joan Chen als Jocelyn Packard, Piper Laurie als Katherine Martell, Russ Tamblyn als Dr. Lawrence Jacoby, Eric Da Re als Leo Johnson, Mary Jo Deschanel als Eileen Hayward, Harry Goaz als Deputy Andy Brennan, Gary Hershberger als Mike Nelson, Michael Horse als Deputy Tommy "Hawk" Hill, Grace Zabriskie als Sarah Palmer, Sheryl Lee als Laura Palmer u.a.

Kurzinhalt: Beim Frühstück im Great Northern Hotel lernt FBI-Agent Dale Cooper die Tochter des Hotelbesitzers, Audrey Horne, kennen, die sich sogleich an ihn ranmacht. In der Polizeistation nimmt er dann zusammen mit Sheriff Harry S. Truman die Ermittlungen im Mordfall Laura Palmer wieder auf. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Befragung von James Hurley, mit dem Laura ein Verhältnis hatte. Allerdings ist Dale nach dem Verhör davon überzeugt, dass James mit dem Mord nichts zu tun hat. Shelly Johnson findet indes in der Wäsche ihres Mannes Leo eine blutverschmierte Jacke. Catherine Martell und Benjamin Horne, die eine Affäre haben, planen, die von Jocelyn Packard gekaufte Holzfabrik niederzubrennen. Donna Hayward gesteht ihren Eltern, dass sie sich in Lauras Freund James verliebt hat. Und im Double R Diner isst Dale Cooper nicht nur seinen ersten Kirschkuchen, sondern trifft auch auf Margaret Lanterman, die ihm mitteilt, dass ihr Holzscheit ihm etwas zu sagen hat…


Review: Episodenbild (c) ABC Auch in der zweiten Folge war Kyle MacLachlans Dale Cooper für mich ganz klar der "MVP". Gleich zu Beginn wird eine weitere Eigentümlichkeit von ihm vorgestellt, als wir erleben, wie er seine Nachricht an Diane aufnimmt, während er quasi von der "Decke" hängt. Danach trinkt er seinen ersten "verdammt guten Kaffee", den er gerne so "schwarz wie zu Mitternacht in einer mondlosen Nacht" trinkt. Später dann isst er seinen ersten legendären Kirschkuchen. Nicht zu vergessen auch sein Flirt mit Audrey Horne, die sich hier beim Frühstück an ihn ranwirft. Sherilyn Fenn trieft in diesen Szenen geradezu vor Sex-Appeal. In erster Linie ist es aber die sich langsam entwickelnde Freundschaft mit Sheriff Truman, die in Erinnerung bleibt. Kyle MacLachlan und Michael Ontkean haben eine ganz eigene Chemie, die ihre gemeinsamen Szenen zu einem echten Genuss macht. Auch im Hinblick auf den Fall Laura Palmer gibt es ein paar kleinere interessante Erkenntnisse, insbesondere aufgrund des Verhörs von James. Und auch der kurze Auftritt der "log lady" sowie das erste echte Auftauchen von Bob hinterlassen Eindruck.

Dennoch spielen sich die Ermittlungen bei "Spuren ins Nichts" doch eher eine untergeordnete Rolle, und wird hier vielmehr, aufbauend auf dem Pilotfilm, die Vorstellung der Charaktere fortgesetzt. Dabei werden sowohl sie – und der Eindruck, den wir von ihnen in "Das Geheimnis von Twin Peaks" gewonnen haben – vertieft, andererseits wartet aber auch die eine oder andere neue Erkenntnis auf uns. Was letzteres betrifft, sticht nicht zuletzt die Offenbarung der Affäre zwischen Benjamin Horne und Catherine Martell ins Auge. Umso mehr, als die beiden hier eine Intrige planen, und die Holzfabrik abbrennen wollen. In ersterer Hinsicht – also der Verstärkung des bereits gewonnenen Eindrucks – bleibt nicht zuletzt die genauere Betrachtung der missbräuchlichen Ehe von Shelly und Leo Johnson in Erinnerung – und hier ganz besonders jener erschütternde Moment, als sie von ihm mit der Seife in der Socke verprügelt wird. Aber auch über den ominösen Dr. Jacoby erfahren wir ein bisschen mehr, als er am Ende ein Tonband welches Laura Palmer für ihn aufgezeichnet hat einlegt, es sich in seinem Sessel bequem macht, die Kopfhörer aufsetzt (woraufhin wir nicht mehr hören, was Laura auf dem Band sagt), er die zweite Hälfte des Herzens aus der Tasche zieht, und zu weinen beginnt. Und dann ist da noch die sich am Ende der letzten Episode abzeichnende und hier nun zart fortsetzende Liebesgeschichte zwischen Donna und James. Insofern hat sich zweifellos auch hier wieder einiges getan; dennoch, ähnlich gepackt und/oder fasziniert wie der Serienauftakt hat mich "Spuren ins Nichts" leider nicht. Hier nahmen die Soap-Elemente dann gegenüber den Krimi/Thriller-Inhalten (rund um den Mord an Laura Palmer) und/oder Mystery-Elementen (als Kenner der Serie wartet man gespannt auf das erste Auftauchen des Roten Raums) doch etwas Überhand. Eine Balance, die sowohl der Serienauftakt als auch viele spätere Episoden in meinen Augen besser im Griff hatten.

Fazit: Episodenbild (c) ABC Auch bei "Spuren ins Nichts" gehörten die besten Momente (für mich) wieder Dale Cooper. Sei es das Kennenlernen zwischen ihm und Audrey, die Befragung von James, die sich langsam entwickelnde Freundschaft mit Sheriff Truman, seine Begeisterung über den Kaffee und/oder den Kirschkuchen, bis hin zur Begegnung mit der Log Lady. Abseits seiner Szenen, sowie einzelner hervorstechender dramaturgischer Highlights (der Ehestreit bei den Johnsons, der erste kurze richtige Blick auf Bob, Dr. Jacobys Trauer über Lauras Tod), fand ich die Folge dann aber doch eher "nur" durchschnittlich. Zwar gab es durchaus einige interessante Entwicklungen und/oder Offenbarungen, aber mir standen hier dir Krimi-, Thriller- und/oder Mystery-Elemente – sowie auch die verschiedenen Absurditäten, die ebenfalls zur Grund-DNA der Serie zählen – etwas zu sehr im Hintergrund. Man kann es allerdings auch so sehen: "Spuren ins Nichts" schließt nun quasi das Setup ab, bevor die Serie dann mit der nächsten Episode – und der Vorstellung des Roten Raums –so richtig aufdreht.

Wertung: 3 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © ABC)







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