Originaltitel: The Mystery of Hunter's Lodge Episodennummer: 3x11 Bewertung: Erstausstrahlung UK: 10. März 1991 Erstausstrahlung D: 10. Dezember 1994 Drehbuch: T.R. Bowen Regie: Renny Rye Besetzung:
David Suchet als Hercule Poirot,
Hugh Fraser als Captain Hastings,
Philip Jackson als Chief Inspector Japp,
Diana Kent als ,
Jim Norton als ,
Shaughan Seymour als ,
Roy Boyd als ,
Bernard Horsfall als ,
Victoria Alcock als ,
Clare Travers-Deacon als ,
Christopher Scoular als ,
Ray Trickitt als ,
Arthur Whybrow als ,
Denyse Alexander als u.a.
Kurzinhalt:
Hercule Poirot begleitet Captain Hastings auf einen Jagdausflug ins Moor von Derbyshire. An der Jagd selbst hat er zwar kein Interesse, sehr wohl jedoch an der Beute, genauer gesagt den Moorhühnern, die als Delikatesse gelten – die jedoch idealerweise so frisch als möglich zubereitet und gegessen werden sollten. Jedoch: Vom kalten und feuchten Wetter holt sich Poirot eine Erkältung, und kann somit die vom Chefkoch des Red Grouse Hotels zubereitete Mahlzeit nicht genießen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Gastgeber der Jagd, Harrington Pace, ermordet wird. Ein unbekannter Mann mit Bart kam in der Nacht zum Gasthaus, und erschoss ihn kaltblütig. Kurz darauf fehlt auch vom Dienstmädchen Mrs. Middleton, die für den Zeitraum der Jagd angeheuert wurde, jede Spur. Hat sie etwas gesehen, was sie nicht hätte sehen sollen – oder ist sie vielmehr eine Komplizin? Langsam auf dem Weg der Besserung, unterstützt Poirot Inspektor Japp bei den Ermittlungen…
Review (kann Spoiler enthalten):
Zum Abschluss der dritten Staffel macht sich Poirot zusammen mit Hastings auf die Jagd; zuerst nach Moorhühnern (wobei sich der Meisterdetektiv im Hintergrund hält, ist er doch nur an der frischen Beute interessiert), und dann einem Mörder; bzw. in diesem Fall sogar deren zwei. Für die Adaption war T.R. Bowen verantwortlich, der nicht nur hier für "Poirot", sondern auch für die "Sherlock Holmes"-Serie mit Jeremy Brett bereits einige Kurzgeschichten zu TV-Episoden geschmiedet hatte. Auch hier macht er – zumindest, soweit ich das auf Basis nur des Endprodukts und ohne Kenntnis der Vorlage beurteilen kann – wieder einen guten Job. Es gelang ihm von Beginn an, mich in die Story hineinzuziehen, mir mittels ein paar prägnanten Szenen einen groben Überblick über die handelnden Personen (und deren Beziehung zueinander) zu geben, und mit der Darstellung des Mordes (insbesondere natürlich im Hinblick auf die Person, welche den Zug bei der nächsten Station verlässt) für ein spannendes Mysterium zu sorgen, dass mein Interesse weckte.
Im Vergleich zu einigen früheren Episoden (insbesondere aus der dritten Staffel) nehmen hier auch die Ermittlungen von Poirot wieder eine größere Rolle ein. Wir sehen, wie er – sobald er dann wieder halbwegs genesen ist – mit Hilfe eines Spürhunds die Suche nach dem Fahrrad aufnimmt, und dieses zusammen mit dem Kleidungsstücken des unbekannten Manns (der sich, wie Poirot aufgrund des dicken Barts folgerichtig schließt, verkleidet hatte) aufzuspüren. Parallel dazu geht er dem Verschwinden der Haushälterin Mrs. Middleton auf den Grund. Wie sich herausstellt, hat eine andere Frau deren Identität angenommen. Auch dies war sehr interessant. Generell fand ich den Fall wieder wunderbar ausgeklügelt. Und nicht zuletzt die traditionelle Auflösung am Ende vor versammelter Mannschaft hatte es mir sehr angetan. Das letzte Plus war dann wieder der feine Humor, der sich auch durch diese Episode zog, und der u.a. auf Poirots Missmut bei der Jagd, sowie daraufhin dann seiner Erkältung, geschuldet war. Zugegeben, zu den absoluten Highlights der Serie (bislang) würde ich "Geheimnisvoller Mord im Jagdhaus" zwar nicht zählen. Dies liegt auch daran, dass ich die Auflösung doch relativ offensichtlich fand. Und wenn "Mrs. Middleton" am Ende die Tat nicht gestanden hätte, wäre es Poirot wohl schwer gefallen, sie und ihren Komplizen festzunageln. Insgesamt fand ich "Geheimnisvoller Mord im Jagdhaus" aber definitiv wieder besser als die mittel- bis mäßigen Episoden davor, und erwies sich die Episode somit als durchaus gefälliger Ausklang einer doch eher durchwachsenen dritten Staffel.
Fazit:
"Geheimnisvoller Mord im Jagdhaus" zählt für mich definitiv zu den besseren (wenn auch nicht besten; dieses Prädikat ist vielmehr "Das Wespennest" vorbehalten) Episoden einer doch ein bisschen enttäuschenden dritten Staffel. Auch hier kenne ich die Vorlage nicht, und kann daher nicht sagen, ob es an Agatha Christie (und ihrer Kurzgeschichte) oder T.R. Bowen (und seiner Adaption) liegt; so oder so haben mich aber sowohl der Fall als auch die Art und Weise, wie dieser hier erzählt wurde, wieder mehr angesprochen, als das bei der Serie zuletzt der Fall war. Nett auch wieder der eingestreute Humor, die schauspielerischen Leistungen (insbesondere natürlich von David Suchet), sowie die klassische Auflösung am Ende. Kein Überdrüber-Highlight, aber gute Krimi-Unterhaltung, mit der sich die dritte Staffel auf versöhnliche Art und Weise verabschiedet.