Originaltitel: Vitus Reflux Episodennummer: 1x03 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 15. Januar 2026 (Paramount+) Drehbuch: Alex Taub & Kiley Rossetter Regie: Doug Aarniokoski Stammbesetzung:
Holly Hunter als Nahla Ake,
Sandro Rosta als Caleb Mir,
Karim Diané als Jay-Den Kraag,
Kerrice Brooks als SAM,
George Hawkins als Darem Reymi,
Bella Shepard als Genesis Lythe,
Zoë Steiner als Tarima Sadal,
Oded Fehr als Charles Vance,
Gina Yashere als Lura Thok,
Brit Marling als Main computer,
Stephen Colbert als Digital Dean of Students,
Tig Notaro als Jett Reno,
Robert Picardo als The Doctor.
Gaststars:
Raoul Bhaneja als Commander Kelrec,
Romeo Carere als Ocam Sadal,
Alexander Eling als B'Avi,
Dale Whibley als Kyle Djokovic,
Cecilia Lee als Dzolo u.a.
Kurzinhalt:
Als das Kriegscollege die Transporter der Sternenflottenakademie sabotieren, und daraufhin einige Kadetten irgendwo auf dem Campus in Unterwäsche materialisieren, entbrennt zwischen den beiden konkurrierenden Organisationen ein Streich-Krieg – den Kanzlerin Nahla Ake keinesfalls verlieren will. Allerdings dauert es eine Weile, ehe ihre Kadetten verstehen, worauf sie mit ihrem Hinweis auf die Pflanze Vitus Reflux – und deren ganz besondere Eigenschaften – hinaus wollte. Parallel dazu entbrennt zwischen Darem und Genesis ein Wettstreit um die Position des Teamcaptains. Mit einer List kann sich Darem hier durchsetzen. Als man sich dann jedoch ein – nicht genehmigtes – Lasertag-Duell mit dem Kriegscollege liefert, erweist sich Genesis als die bessere Anführerin…
Review:
Wie im Review zum Serienauftakt "Kids von heute" erwähnt, war ich bereits Ende der 90er/Anfang der 0er-Jahre, als das erste Mal die Idee einer "Starfleet Academy" herumgeisterte (wohl beeinflusst von der damaligen Popularität von Jugendserien), vom Konzept nicht wirklich begeistert. "Vitus Reflux" war nun quasi die Verkörperung all meiner – damaligen wie heutigen – Bedenken. Nämlich einerseits, dass eine solche Serie fast schon zwangsläufig den anderen, für mich noch essentielleren Teil des Titels – "Star Trek" – aus den Augen verlieren würde. Und andererseits, dass man sich inhaltlich zu weit von dem entfernt, was zumindest ich persönlich in eben einer "Star Trek"-Serie sehen will. "Vitus Reflux" offenbart dabei ein ganz ähnliches Problem, wie ich es einst gegenüber vielen "Deep Space Nine"-Episoden verortete: Es stehen hier reine, banale, "menschliche" Konflikte im Mittelpunkt, die man mit klitzekleinen Abwandlungen ebenso gut in einer Serie abhandeln könnte, die in der Gegenwart angesiedelt ist. Sprich: Dafür brauche ich eben kein "Star Trek".
Nun konnte ich mit diesen Episoden eben bei "Deep Space Nine" auch schon zumeist nicht sonderlich viel anfangen, und wurden sie dementsprechend von mir häufig kritisiert. Dort waren es aber zumindest nur eine Handvoll in einer aus sechsundzwanzig Episoden bestehenden Staffel. Wie schon in meinen Reviews zu "Strange New Worlds" angemerkt: Bei der aktuell üblichen, geringen Folgenanzahl machen sich irgendwelche Ausreißer gleich noch einmal deutlich negativer bemerkbar. Und das gilt eben auch für "Vitus Reflux". Sie hätte mir als Teil einer längeren Staffel für sich genommen natürlich nicht besser gefallen, aber prozentuell gesehen wäre halt ein deutlich kleinerer Anteil an Laufzeit für sie draufgegangen, was dann auch eher zu verschmerzen gewesen wäre. Apropos Laufzeit: Wieso scheint man bei den "New Trek"-Machern zu denken, dass die Episoden eine Standardlänge von einer Stunde haben müssen? Bislang tat das nur selten einer Folge gut. Die fünfundvierzig Minuten aus der TNG-ENT-Ära, oder von mir aus auch noch die knapp fünfzig Minuten bei TOS, fand ich eigentlich relativ optimal. Vor allem aber denke ich, dass die klare Laufzeitvorgabe tendenziell mehr geholfen als geschadet hat. Insofern sehe ich die sehr flexiblen Laufzeiten des Streaming-Zeitalters auch eher als Nachteil, weil es einfach, blöd gesagt, kein halten mehr gibt, und man dazu geneigt ist, Szenen drinzulassen, die man früher aus Zeitgründen hätte rausstreichen müssen – was aber wiederum dem Erzähltempo zugutegekommen wäre. Das sind aber eher allgemeine Probleme von "New Trek". "Vitus Reflux" konkret litt hingegen in erster Linie daran, dass mich alles rund um die Streich-Fehde zwischen der Sternenflottenakademie und dem Kriegscollege einfach überhaupt nicht interessiert hat. Gleiches gilt für den Wettstreit zwischen Darem und Genesis. Einzig die Rede am Ende war ganz nett; selbst dieser potentielle Pluspunkt wurde dann aber leider durchs viel zu dick aufgetragene Ende wieder ansatzweise zunichte gemacht.
Fazit:
Ich lasse ja an "New Trek" sehr oft kein gutes Haar, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen. Im Falle von "Vitus Reflux" liegt es einfach daran, dass mich die Story überhaupt nicht angesprochen und dementsprechend die Folge an sich absolut nicht interessiert hat. Und das unabhängig davon, ob wir jetzt von der Haupthandlung rund um den Streich-Krieg reden, oder die Nebenstory bezüglich dem Wettstreit zwischen Genesis und Darem. Insofern: Auch wenn ich nicht ausschließen will, dass andere Episoden der jüngeren Franchise-Geschichte noch schlimmer (oder ganz einfach auf andere Art und Weise schlecht) waren, aber: So gelangweilt wie hier habe ich mich bei "Star Trek" schon lang nicht mehr. Und bevor ihr das jetzt auf mein mittlerweile doch schon fortgeschrittenes Alter schiebt: Ich bezweifle sehr, dass das vor zwanzig bis dreißig Jahren anders gewesen wäre. Jedenfalls: Nach zwei Episoden, die zumindest ein gewisses Grundpotential erkennen ließen, War "Vitus Reflux" für mich nun der erste (und leider erschreckend frühe) Totalausfall der Serie.