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Die Abenteuer des jungen Indiana Jones - 3x07: Intrigen in Hollywood Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Lucasfilm

Originaltitel: Hollywood Follies
Episodennummer: 3x07
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 15. Oktober 1994
Erstausstrahlung D: -
Drehbuch: Jonathan Hales & Matthew Jacobs
Regie: Michael Schultz
Besetzung: Sean Patrick Flanery als Indiana Jones, Allison Smith als Claire Lieberman, Bill Cusack als Irving Thalberg, Julia Campbell als Kitty, David Margulies als Carl Laemmle, Peter Dennis als Pete, Tom Beckett als George Gershwin, Luigi Amodeo als Massimo, J.D. Hinton als Harry Carey, Leo Gordon als Wyatt Earp, Stephen Caffrey als John Ford, Dana Gladstone als Erich Von Stroheim, Lew Horn als Chuck, Mitchell Group als Izzy Bernstein, George Fisher als Cabbie u.a.

Kurzinhalt: Aufgrund seiner Liebeseskapaden am Broadway wurde Indy zwar gefeuert, da er jedoch dennoch mit der Art und Weise beeindruckt hat, wie er als Showmanager die Premiere des Musicals gerettet hat, wird ihm von George Gershwin ein Job in Hollywood vermittelt. Dort wird er vom Chef von Universal Studios, Carl Laemmle, dazu angeheuert, dem exzentrischen Regisseur Erich von Strohheim für seine aktuelle Filmproduktion, die droht, völlig aus dem Ruder zu laufen, ein klares Ultimatum zu setzen. Doch von Strohheim denkt gar nicht daran, sich von einem Laufburschen des Studios in seine große Vision hineinpfuschen zu lassen. Parallel dazu lernt Indy die Drehbuchautorin Claire Liebermann kennen – und lieben. Diese ist jedoch eigentlich mit einem anderen Mann zusammen – und sieht trotz der sich entwickelnden Gefühle zwischen ihr und Indy keinen Grund, daran etwas zu ändern. Etwas später wird Indiana Jones dann als Produktionsassistent beim jüngsten Western von John Ford engagiert. Als dieser einen Stuntman nach dem anderen verschleißt, ist es schließlich an Indy, dafür zu sorgen, dass eine unverzichtbare Szene des Films im Kasten landet…


Review: Episodenbild (c) Lucasfilm "Intrigen in Hollywood" komplettiert nun die Kunst-Trilogie, welche die Abenteuer des jungen Indiana Jones – in dieser neuen Schnittfassung – abschließt. Nach der Musik und dem Theater verschlägt es Indy hier nun in die Welt des Films. In meinem Fall ist das dann auch gleich eine der größten Stärken der Abschlussfolge, da mich mit diesem Medium halt einfach ungleich mehr verbindet, als mit Theateraufführungen/Musicals, und insbesondere auch Jazz und Blues. Ein weiteres Plus ist für mich, wie sich die beiden Hälften der wieder zweigeteilten Episode hier ergänzen. Wo der chronologische Zusammenschnitt zuvor zu einigen haarsträubenden Paarungen führte, mit zwei Folgen, die nicht wirklich zusammenpassen wollten, ist "Intrigen in Hollywood" eine der wenigen positiven Ausnahmen, wo das Endergebnis davon profitiert. Denn gerade aus der Gegenüberstellung der beiden völlig konträren Herangehensweisen von Erich von Strohheim sowie John Ford gewinnt die Episode enorm.

In der ersten Hälfte fand ich insbesondere den Zugang spannend. Man sollte meinen, dass sich eine in Hollywood geschriebene und produzierte Geschichte klar und deutlich auf Seite der (bzw. des) Kreativen stellt, und gegen die bösen "Anzugträger", die ja vom Filmemachen keine Ahnung haben, klar Stellung bezieht. Stattdessen ist man als Zuschauer aber vielmehr dazu angehalten, auf Seiten unseres Helden Indy zu stehen – der aber wiederum als Stellvertreter der Studiobosse fungiert, und den Visionär Erich von Strohheim einbremsen soll. Das fand ich schon ziemlich spannend. Davon abgesehen stechen dann in erster Linie noch einzelne Momente hervor, die von Strohheims Exzentrik zur Schau stellen, wobei insbesondere jene Szene, wo er nackt in einem Swimming Pool badet, während ein Orchester eine Liveperformance von "Carmina Burana" gibt, in Erinnerung bleibt. Leider fand ich Dana Gladstone in der Rolle nur ok. Ich kann mir nicht helfen, ich musste die ganze Zeit daran denken, dass die Rolle wie prädestiniert für Udo Kier gewesen wäre. Der hätte die Folge für mich definitiv nochmal aufgewertet. Nach diesen Ausflug in den Wahnsinn der ausufernden Produktion von Erich von Strohheim vollzieht "Intrigen in Hollywood" in der zweiten Hälfte dann einen radikalen Schwenk zu einem deutlich kommerzielleren Filmemacher: John Ford. Dieser wirkt hier fast wie das genaue Gegenteil: Wo von Strohheim gefühlt Tage für eine einzige Szene braucht, dreht dieser einen "six-reeler" in Rekordzeit ab. Dabei beeindruckt nicht zuletzt eine Spontanität, wie z.B., wenn binnen weniger Minuten der "shot" aufgebaut wird, um einen besonders eindrucksvollen Sonnenuntergang drehen zu können (und so das Ende des Films als erstes im Kasten ist). Dennoch wird auch sein Zugang nicht verklärt. So wird deutlich, wie wenig Rücksicht Ford auf die Sicherheit seiner Crew und Besetzung nimmt. Selbst der Tod eines Hauptdarstellers – nach einem Schlangenbiss – wird weggewischt, als wäre es nichts. Von den Stuntmännern, die er verschließt, ganz zu schweigen. Letzteres führt dann eben auch dazu, dass Indy am Ende in einer Szene zu sehen ist, die nicht von ungefähr an die Verfolgungsjagd in "Jäger des verlorenen Schatzes" erinnert – und sich so quasi der Kreis zu den Indy-Filmen schließt.

Episodenbild (c) Lucasfilm Parallel zu seinen Abenteuer in Hollywood darf sich Indy – natürlich – auch wieder verlieben. Zwar finde ich, dass die Serie ihren Fokus viel zu sehr auf seine diversen Liebschaften gelegt hat, immerhin zählt die Romanze mit Claire Liebermann aber zu den besseren der Serie. Dies natürlich nicht zuletzt deshalb, als sich Indiana Jones hier nun, nachdem er in der letzten Folge drei junge Frauen (die nichts voneinander wussten) am Haken hatte, und zwischen ihnen jonglierte, nun am anderen Ende einer Dreiecksbeziehung wiederfindet. Denn die durchaus moderne und fortschrittliche denkende Claire liebt sowohl ihn als auch ihren Freund Tony Lewis – und sieht nicht ein, warum sie sich zwischen den beiden entscheiden soll bzw. muss. Nach seiner verlogenen Vorgehensweise in "Der Skandal von 1920" gönnt man Indy diese ausgleichende Gerechtigkeit. Zudem konnte mir das Zusammenspiel zwischen Sean Patrick Flanery und Allison Smith gut gefallen. Und die Szene, als Claire ihn während der Dreharbeiten besucht, und sich die beiden unterhalten während Kitty Mayfack im Hintergrund ihr Liedchen trällert, zählt definitiv zu den effektivsten romantischen Momenten der Serie.

Abschließend möchte ich nun noch die Gelegenheit nutzen, um einen Blick zurück auf die Serie zu werfen – die ich mir nun, wie eingangs erwähnt, zum zweiten Mal in meinem Leben (zur Gänze) vorgeknöpft habe. Und soviel kann ich jetzt schon verraten: Ich bin mir ziemlich sicher, dass es – soweit es einen wirklich kompletten Durchlauf betrifft – auch das letzte Mal gewesen sein wird. Das klingt jetzt vermutlich schlimmer und dramatischer, als es eigentlich ist. Ich finde die Serie ja keineswegs schlecht – aber in der neuen Schnittfassung gibt es einfach zu viele Episoden, die für mich nicht wirklich funktionierten. Sei es, dass die zusammengestoppelten Folgen kein stimmiges Ganzes ergaben. Dass mir hier allzu oft all das, was die Filmreihe ausmacht, fehlte (insbesondere der Abenteuercharakter, sowie die Suche nach verlorenen Schätzen, die viel zu selten zum Tragen kamen). Oder auch der Prequel-Charakter viel zu selten zur Geltung kam. Was hingegen durchgehend zu überzeugen vermochte, ist die Produktionsqualität. Heutzutage mag sie nicht mehr so hervorstechen, da man mittlerweile von Serien gewohnt ist, dass sie mindestens so hochwertig aussehen wie der handelsübliche Kinofilm. Für Anfang bis Mitte der 90er war der hier betriebene Aufwand aber . Vor allem aber: Trotz aller Kritik gab es durchaus einige Episoden, die entweder mit ihrer Qualität ans ich positiv herausstachen (hier kommt mir insbesondere die erste Hälfte von "In der Hölle mit Charles De Gaulle" in den Sinn), oder aber entweder als eigenständiges "Indiana Jones"-Abenteuer ("Die Jagd nach dem Geisterzug" – eine jener Folgen, die dem Ton der Filme am nächsten war –, "Der Schatz des Königs", sowie die zweite Hälfte von "Von Istanbul bis Transsilvanien") oder als Prequel/Sequel zu den Filmen ("In der mexikanischen Revolution", "Der Wind der Veränderung", die Harrison Ford-Szenen aus "Der Al Capone Blues") funktionieren. Rückblickend ist und bleibt es aber schade, dass es bei dieser "Edutainment"-Serie nicht gelungen ist, die "Education"-Elemente in etwas mehr "Entertainment" einzubinden, und vor allem auch den Prequel-Charakter – mit den ersten Bekanntschaften mit beispielsweise Sallah und/oder Belloq – stärker zu forcieren. Denn so bleibt sie in meinen Augen selbst für Indy-Fans eher ein Freigegenstand denn ein Pflichtfach.

Fazit: Episodenbild (c) Lucasfilm "Intrigen in Hollywood" profitiert in meinem Fall zweifellos enorm davon, dass mir die hier thematisierte Filmwelt deutlich näher ist, als das zuletzt beleuchtete Theater, oder auch Jazz/Blues. Ich fand diesen Einblick in die Frühzeit Hollywoods und die Stummfilmproduktion enorm interessant. Zudem ist dies eine jener Episoden, wo die beiden Hälften sehr gut zusammenpassen, und im Kontrast der unterschlichen Zugänge der beiden Regisseure enorm profitieren. Dabei hat mir insgesamt aber die zweite Hälfte doch um einiges besser gefallen als die erste; auch, weil ich mir dort einen anderen Darsteller für Erich von Strohheim gewünscht hätte. Parallel zu Indys Abenteuern in der Filmwelt darf er sich dann auch nochmal verlieben; im Verlauf der Serie hat man es in meinen Augen mit diesen Romanzen deutlich übertrieben (Indy verliebt sich so oft, dass es schwer ist, seine angeblichen Gefühle für seine diversen Eroberungen allzu ernst zu nehmen) – das ändert aber nichts daran, dass jene aus "Intrigen aus Hollywood" zu den gelungeneren (wenn auch nicht allerbesten) der Serie zählt. Und das Ende, mit Indys Stunt, leitet dann wunderbar in eine der zentralen Actionszenen aus "Jäger des verlorenen Schatzes" über. Insgesamt verabschieden sich die Abenteuer des jungen Indiana Jones somit insgesamt mit einer der besseren Folgen einer doch eher durchwachsenen Serie.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Lucasfilm)







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