Originaltitel: All That Glisters Episodennummer: 2x04 Bewertung: Erstausstrahlung UK: 28. Oktober 1976 Erstausstrahlung D: 07. Mai 1978 Drehbuch: Keith Miles Regie: Ray Austin Besetzung:
Martin Landau als Commander John Koenig,
Barbara Bain als Dr. Helena Russell,
Catherine Schell als Maya,
Tony Anholt als Tony Verdeschi,
Nick Tate als Alan Carter,
Zienia Merton als Sandra Benes,
Patrick Mower als Dave Reilly u.a.
Kurzinhalt:
Die Sensoren der Mondbasis entdecken auf einem nahegelegenen Planeten reiche Vorkommen an Milganite, welches für den Betrieb der Lebenserhaltungssysteme benötigt wird. John, Helna, Tony, Maya, Alan sowie der Geologe David Reilly brechen daraufhin mit einem Eagle-Shuttle auf, um das Mineral zu bergen. Dafür bleiben ihnen nur drei Stunden – dann wird der Mond außer Reichweite des Shuttles sein, und sie wären für immer auf dem Planeten gestrandet. In einer Höhle werden sie schließlich fündig, und entdecken einen gelb glühenden Stein, bei dem es sich vermeintlich um Milganite handelt. Als man jedoch ein Stück davon an Bord nimmt, beginnt dieser zu leuchten – und Tony kippt plötzlich um. Helena kann nur mehr seinen Tod feststellen. Betrübt über diesen schweren und unerwarteten Verlust, ist insbesondere David umso mehr davon besessen, das Milganite zu besorgen, damit sein Tod nicht umsonst war. Doch die Steine sind nicht das, was sie im ersten Moment zu sein scheinen…
Review:
Ihr kennt den Satz vermutlich schon: "Der entscheidende Stoff" beginnt recht vielversprechend. Mir hat der Auftakt rund um die Landung auf dem fremden Planeten, die Umsetzung der Landschaft (mit einem wunderschön altmodischen, mich an die klassische "Star Trek" Serie erinnernden, roten Himmel), die Modell- und Effektaufnahmen (von denen es erfreulicherweise auch später noch ein paar nette Einstellungen gab), sowie der Fund des leuchtenden Steins in der Höhle sehr gut gefallen. Zugegeben, als von diesem ein Stück abgeschnitten wird, und ein Geräusch zu vernehmen ist, dass an einen Schrei erinnert, musste ich sofort an "Horta rettet ihre Kinder" denken – und sollte damit insofern recht behalten, als sich in weiterer Folge herausstellt, dass es sich bei diesem Stein tatsächlich um eine Lebensform handelt. Das war grundsätzlich durchaus interessant. Da ich gerade die Original-"Star Trek"-Serie erwähnt habe: An die musste ich natürlich auch beim Spruch "I'm a doctor, not a miracle worker" denken.
Zwar gibt es auch in weiterer Folge noch einzelne gute Momente, und konnte mich "Der entscheidende Stoff" immerhin wieder eine Spur besser unterhalten (und mehr überzeugen), als "Das Androidenvolk", dennoch sollte leider auch diese Folge das Versprechen der ersten paar Minuten nicht wirklich einlösen. Zuerst einmal: Dass Tony stirbt, glaubt ihnen einfach niemand (schon allein, weil die Serie ja teilweise in unterschiedlicher Reihenfolge ausgestrahlt wurde). Insofern verfehlt diese Wendung völlig die gewünschte Wirkung. Dann ergibt sich auch hier wieder das sich mittlerweile durch die zweite Staffel ziehende Problem eines inhaltsleeren Mittelteils, über den sich das Drehbuch mehr schlecht als recht drüberhangelt (man nehme nur die Szene, wo der Eagle kurz startet, und dann gleich wieder landet; wozu war das bitte schön gut, außer, um ein paar Minuten Laufzeit herauszuholen?!). Es gab leider auch ein paar trashige Momente, die mich mit den Augen rollen ließen, sei es, wenn Helena vom grünen Licht verfolgt wird (und man sich einfach nur denkt "Mensch, duck dich halt!"), oder dann auch beim Showdown. Und auch die Szenen, wo sich Maya in einen Stein verwandelt – zuerst im Versuch, mit ihnen zu kommunizieren, und dann, um sie in die Falle zu locken – fand ich eher unfreiwillig komisch. Last but not least wollte die Episode selbst aus dem Countdown rund um die Drei-Stunden-Frist keine Spannung zu beziehen. Das Ende – wo die Alphans keinerlei Groll erkennen lassen, sondern den Steinen vielmehr ihren Wunsch erfüllen – war dann zwar wieder ganz nett und versöhnlich. Insgesamt setzt die zweite Staffel mit "Der entscheidende Stoff" aber leider den enttäuschenden Trend ungehindert fort.
Fazit:
Die Grundidee rund um die lebenden Steine war ja nicht schlecht und/oder uninteressant. Auch die Umsetzung des fremden Planeten (mit dem roten Himmel und den wunderbar altmodischen Studiolandschaften) hatte es mir angetan. Und die Modelleffekte waren auch so toll wie immer. Dennoch fand ich leider auch "Der entscheidende Stoff" eher schwach. Neben der wieder einmal mangelnden Spannung machten sich nicht zuletzt einige trashige bis unfreiwillig komische Momente negativ bemerkbar. Im Mittelteil wurde zudem wieder mal ordentlich Laufzeit mit Nichts (oder zumindest nichts Wichtigem) geschunden. Und nicht zuletzt verfehlte der vermeintliche Tod von Tony insofern jegliche Wirkung, als einfach von vornherein klar war, dass es dabei nicht bleiben wird. Da konnte auch das dann wieder das durchaus gefällige Ende nicht mehr viel retten.