Originaltitel: One Moment of Humanity Episodennummer: 2x03 Bewertung: Erstausstrahlung UK: 25. September 1976 Erstausstrahlung D: 05. Oktober 2013 Drehbuch: Tony Barwick Regie: Charles Crichton Besetzung:
Martin Landau als Commander John Koenig,
Barbara Bain als Dr. Helena Russell,
Catherine Schell als Maya,
Tony Anholt als Tony Verdeschi,
Nick Tate als Alan Carter,
Zienia Merton als Sandra Benes,
Billie Whitelaw als Zamara,
Leigh Lawson als Zarl,
Geoffrey Bayldon als Number Eight u.a.
Kurzinhalt:
Eine mysteriöse Frau namens Zamara erscheint plötzlich in der Mondbasis. Während die Besatzung wie zu Eis erstarrt ist, entführt sie Helena und Tony auf ihren Planeten namens Vega. Dort werden sie von den Einheimischen grundsätzlich freundlich empfangen, allerdings haben beide das Gefühl, dass ihre Gastgeber etwas vor ihnen verbergen. Von einem vermeintlichen Roboter erfahren sie dann die Wahrheit: Die vermeintlichen Menschen sind Androiden, und umgekehrt. Die Androiden wollen von menschlichen Wesen lernen, wie man Gewalt anwendet, um die Menschen auf dem Planeten – ihre Schöpfer – auszuschalten, bevor diese wiederum den Stecker jenes Computers ziehen können, ohne den sie nicht funktionieren würden. Er warnt Helena und Tony somit davor, sich zu Gewaltausbrüchen hinreißen zu lassen. Als dann auch noch John und Maya auf den Planeten geholt werden, und die Veganer sich ihre Eifersucht zu Nutze machen, drohen die Androiden genau das zu bekommen, was sie wollen…
Review:
Eigentlich beginnt "Das Androidenvolk" ja nichtmal uninteressant. Zwar habe ich das Gefühl, dass es so etwas mit dem Einfrieren aller Personen auf der Mondbasis schon mal gegeben hat (wenn ich auch keine Episode nennen können), dennoch war das grundsätzlich gut umgesetzt, und sorgte für einen interessanten Auftakt. Gleiches gilt für ihre Ankunft auf dem Planeten Vega (wenn man jetzt mal den Transport mittels Gedankenkraft ausblendet – aber dazu gleich noch), und insbesondere diese ganz eigene Stimmung beim Essen, auf unklar-vage Art und Weise ein Gefühl der Bedrohung verströmte. Und der Twist, dass die Menschen die Androiden und die Androiden die Menschen sind, war auch ganz nett. Das war es aber leider auch schon so ziemlich mit den positiven Aspekten (zumal sich die Episode auch, im Vergleich zu anderen Folgen, mit Spezialeffekten und netten Modellaufnahmen stark zurückhält).
Zuerst einmal fällt auf, dass die Episode für die Laufzeit von fünfzig Minuten einfach viel zu wenig Handlung bietet. Drehbuchautor Tony Barwick, der zuvor zahlreiche Folgen von "UFO" beigesteuert hat, hatte hier zwar ein Grundkonzept – eine Gruppe von Androiden, die von Menschen Gewalt lernen wollen, um diese gegen ihr Schöpfer anzuwenden – aber eine solche allein macht halt noch keine Story. Und so zieht sich die Episode einerseits ziemlich dahin, und leistet sich andererseits einige narrativ unnötige Umwege wie die vermeintliche Rückkehr zu einer verlassenen Mondbasis Alpha (die Erklärung, dass es den Androiden irgendwie gelungen sein soll, in kürzester Zeit ein Duplikat zu erschaffen, ist einfach nur lachhaft), oder auch das plötzliche Misstrauen zwischen Helena und Tony. Beides ist einfach nur dafür da, um den Mittelteil der Folge mit irgendetwas zu füllen. Aber auch, wenn Zamara dann auch noch John und Maya auf den Planeten holt, dreht "Das Androidenvolk" nicht wirklich auf. Tatsächlich störte ich mich dort an Johns Neandertaler-Verhalten. Wenn er seine Erregung und Eifersucht, weil ein Androide mit Helena tanzt, nur gespielt hätte, um die Aufmerksamkeit ihrer Gastgeber auf sich zu lenken, und ihnen vermeintlich das zu geben, was sie wollen, während Maya parallel versucht, den Computer auszuschalten – ok. Aber der meinte das ja tatsächlich ernst, und zu allem Überfluss knallt er ihm dann auch echt noch eine, und gibt ihnen damit genau das, was sie wollten. Wirklich sehr vernünftig und erwachsen, Herr Commander! Und ganz allgemein wurde mir hier teilweise auch einfach wieder zu viel herumgeschwurbelt, wie eben beim zuvor schon erwähnten Transport mittels Gedankenkraft. Ein bisschen mehr Mühe dabei, eine plausible Erklärung für so etwas zu finden, sollte man sich auch im Science Fiction-Genre geben.
Fazit:
"Das Androidenvolk" fand ich leider ziemlich schwach. Dabei hat die Geschichte eigentlich noch recht vielversprechend angefangen, mit dem Auftauchen von Zamara, und den ersten Szenen auf Vega. Dann ist Drehbuchautor Tony Barwick aber irgendwie nichts mehr eingefallen. Vor allem im Mittelteil hat er sich irgendeinen Blödsinn herbeigeschustert, nur um irgendwie die Laufzeit zu füllen. Aber auch zum Ende hin wird es nicht wirklich besser (und leider auch nie spannend), wobei ich mich vor allem am dämlichen Verhalten von Commander Koenig störte. Insgesamt habe ich zwar bei "Mondbasis Alpha 1" auch schon noch schlechteres gesehen (in erster Linie kommt mir "Die Steinzeitfalle" in den Sinn), aber nicht viel/oft.