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Die Abenteuer des jungen Indiana Jones - 3x04: Der Wind der Veränderung Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Lucasfilm

Originaltitel: Winds of Change
Episodennummer: 3x04
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 05. Oktober 1995
Erstausstrahlung D: -
Drehbuch: Jonathan Hales
Regie: David Hare & Michael Schultz
Besetzung: Sean Patrick Flanery als Indiana Jones, Lloyd Owen als Henry Jones, Cyril Cusack als Georges Clemenceau, Anna Massey als Gertrude Bell, Michael Maloney als Arnold Toynbee, Douglas Henshall als T. E. Lawrence, Alec Mapa als Ho Chi Minh, Michael Kitchen als David Lloyd George, Josef Sommer als Woodrow Wilson, Jeroen Krabbe als Brockdorff, Brooke Langton als Amy Wharton, Kevin Jackson als Paul Robeson, Stephen Michael Ayers als Prof. Robert Goddard, Anthony Zaki als King Feisal, Denis O'Hare als Keating, Kai Wiesinger als Jurgen, Sorgato Avelino als Italian Diplomat, Vavra Bohumil als Wilson's Advisor, Kindl Jiri als British Diplomat, Otamar Vapenik als Orlando, Vaclav Vodak als Bertin, Jirí Valenta als Dr. Bell, Tsukuhara als Japanese Premier, Ladislav Stanek als Colonel House, Ota Filip als Muller u.a.

Kurzinhalt: Indiana Jones Ist bei den Verhandlungen zum Friedensvertrag von Versailles als Übersetzer tätig. Dort erlebt er hautnah mit, wie die Siegermächte die "Kriegsbeute" unter sich aufteilen, und Deutschland ein für das Land – und dessen Wirtschaft – katastrophaler Friedensvertrag aufgezwungen wird. Er teilt die Befürchtung vieler Diplomaten, dass die Erniedrigung, zu der man Deutschland hier zwingt, einem noch viel schlimmeren Krieg in naher Zukunft den Weg ebnen könnte. Nach dieser ernüchternden Erfahrung kehrt er dann endlich in seine Heimat zurück. Nach einem kurzen Wiedersehen mit Nancy, die zwischenzeitlich geheiratet und ein Kind bekommen hat, stellt er sich auch seinem Vater. Der tut so, als wäre sein Sohn gerade von einem Spaziergang zurückgekehrt, und lässt nicht erkennen, dass er sich sonderlich darüber freuen würde, dass Henry Jones Jr. vom Krieg heil zurückgekehrt ist. Indys Pläne, in Chicago Archäologie zu studieren, tragen ebenso wenig zur Entspannung im väterlichen Haushalt bei, wie seine Beziehung mit der Medizinstudentin Amy Wharton, sowie sein Ferienjob bei Robert Goddard, der an einem Raketenantrieb forscht…


Review: Episodenbild (c) Lucasfilm Mit der ersten Hälfte von "Der Wind der Veränderung" war ich nicht wirklich glücklich. Ich meine, ja eh. Es ist ein historisch anerkannter und zweifellos auch wichtiger Fakt, dass der Friedensvertrag von Versailles – und die Reparationszahlungen, die Deutschland an den Rand des wirtschaftlichen Ruins getrieben haben – den Aufstieg Adolf Hitlers begünstigten. Das zu vermitteln, ist zweifellos richtig und wichtig (wenn ich auch gestehen muss, dass der aktuelle Aufstieg von rechtspopulistischen bis faschistischen Kräften, ohne dass wir uns in einer ähnlichen Notlage wie in den 1930ern befinden würden, dem Narrativ, dass der Friedensvertrag am Nazi-Regime Schuld war, ordentliche Risse zufügt); ich sehe nur nicht, dass es dafür eine gesamte Folge gebraucht hat. Zumal in meinen Augen auch das Ende von "Der Schatz des Königs" deutlich besser funktionieren würde, wenn sich Indy daraufhin eben auch wirklich gleich direkt nach Hause begeben hätte, statt sich noch mehrere Wochen in Versailles aufzuhalten. Weil da hätte er genauso gut die Schatzsuche mit Remy noch ein bisschen fortsetzen können (und ja, ich weiß, dass dies eines der Probleme ist, die sich aus dem neuen Zusammenschnitt ergeben).

Die zweite Hälfte von "Der Wind der Veränderung" ist dann deutlich besser. Dies in erster Linie aufgrund der Szenen zwischen Henry und Indy, die den Konflikt zwischen Vater und Sohn sehr gut vermitteln, und damit die angespannte Stimmung zwischen den beiden, die in "Der letzte Kreuzzug" geherrscht hat, auch inhaltlich begründet. Nicht falsch verstehen, mir hat im Film jetzt nichts gefehlt; Ford und Connery waren sehr gut darin, die Kluft die zwischen den beiden herrscht spürbar zu machen. Aber wirklich griffig war das dort halt nicht. Wer "Der Wind der Veränderung" gesehen hat, wird indes gleich deutlich besser nachvollziehen können, warum die beiden dort so voneinander entfremdet waren. Die parallelen Handlungsstränge schlagen sich leider nicht ganz so gut. Zwar passte Amy in meinen Augen wieder deutlich besser zu Indy als Molly in "Von Istanbul nach Transsilvanien", aber die Fülle an Romanzen im Verlauf der Serie nehmen der x-ten Liebesgeschichte halt doch an Gewicht. In der Storyline rund um seinen Freund aus Kindheitstagen, Paul Robeson, wird zwar auf grundsätzlich gelungene Art und Weise der Rassismus in den USA thematisiert. Die betreffenden Szenen leiden allerdings darunter, dass die Episode, die uns die beiden als Kinder zeigen sollte, nie gedreht wurde – weshalb hier eine Freundschaft behauptet wird, die wir im Zuge der Serie (bisher) nicht gesehen haben. Und alles rund um die Raketenforschung von Robert Goddard war zwar grundsätzlich nett, ging hier aber doch ziemlich unter. Was für mich überhaupt das größte Problem der zweiten Hälfte war: Im Vergleich zum Versailles-Teil, wo eine zu dünne Handlung auf zu viel Laufzeit verteilt wurde, war hier wiederum zu viel los, was den Princeton-Abschnitt zwar durchaus kurzweilig machte, aber halt auch dazu führte, dass bis auf die Vater-Sohn-Beziehung die anderen Storylines wenig bis gar keinen Eindruck hinterließen.

Fazit: Episodenbild (c) Lucasfilm Die erste Hälfte von "Der Wind der Veränderung" ist eine Geschichts-Unterrichtsstunde, in der eine grundsätzlich ja durchaus relevante Aussage einfach auf zu viel Laufzeit ausgedehnt wird, und dadurch letztendlich an Wirkung verliert. Die zweite Hälfte hat das genau gegenteilige Problem. Dort werden dann zu viele parallele Handlungsstränge in zu kurzer Zeit erzählt, weshalb die meisten von ihnen ihr volles Potential nicht entfalten können. Die Liebesgeschichte leidet darüber hinaus darunter, dass es im Zuge der Serie nun mittlerweile doch schon einige Romanzen gegeben hat. Und alles rund um Paul Robeson wiederum darunter, dass wir ihre Freundschaft in Kindheitstagen im Verlauf der Serie nie zu sehen bekamen. Und alles rund um die Experimente von Professor Goddard wirkt leider sehr beiläufig. Was bleibt – und die Episode immerhin noch auf ein durchschnittliches Niveau hebt – sind die starken Szenen zwischen Henry und Indiana Jones, die vor allem auch ihrer schwierigen Beziehung in "Der letzte Kreuzzug" mehr narrativen Unterbau geben, und damit auch die dortige Versöhnung am Ende aufwerten. Zumindest das kann sich dieser Wind der Veränderung (wenn schon sonst nicht viel) an seine Fahnen heften.

Wertung: 2.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Lucasfilm)







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