Originaltitel: The Exiles Episodennummer: 2x02 Bewertung: Erstausstrahlung UK: 11. September 1976 Erstausstrahlung D: 23. April 1978 Drehbuch: Donald James Regie: Ray Austin Besetzung:
Martin Landau als Commander John Koenig,
Barbara Bain als Dr. Helena Russell,
Catherine Schell als Maya,
Tony Anholt als Tony Verdeschi,
Nick Tate als Alan Carter,
Zienia Merton als Sandra Benes,
Peter Duncan als Cantar,
Stacy Dorning als Zova,
Margaret Inglis als Mirella,
Anthony Blackett als Stal,
Peggy Ledger als Old Lady,
Anton Phillips als Dr. Bob Mathias u.a.
Kurzinhalt:
Mehrere Kapseln kommen auf den Mond zu. Commander Koenig gibt den Befehl, eine von ihnen auf die Oberfläche zu bringen, und zu untersuchen. Als man sie öffnet, entdeckt man darin einen jungen Mann, der sich im Tiefschlaf befand. Es gelingt, Cantor wieder zum Leben zu erwecken. Kurz darauf wird auch seine Frau Zova gerettet. Die beiden behaupten, nach einem Umsturz auf ihrem Planeten zusammen mit ihren Anhängern verfolgt worden und schließlich in den Kapseln von Golos geflüchtet zu sein. Doch nicht nur ist John Koenig unsicher, ob er ihnen das wirklich glauben kann. Er sieht sich vor allem dazu gezwungen, Cantors Gesuch abzulehnen, auch die anderen Überlebenden aus dem Tiefschlaf zu wecken – da die Mondbasis Alpha 1 einfach nicht die Ressourcen hat, sie alle aufzunehmen. Daraufhin offenbaren Cantor und Zova ihre wahren Absichten: Sie wurden nach einem gescheiterten Putsch von Golos verbannt – und wollen nun zum Planeten zurückkehren, um an ihren Feinden Rache zu nehmen…
Review:
"Die Verstoßenen" beginnt grundsätzlich mal nicht schlecht und/oder uninteressant, mit dem plötzlichen Erscheinen der vielen Kapseln in der Nähe des Mondes. Diese waren auch wieder nett designt, und die Effektszenen rund um sie gut gemacht (es bleibt dabei: Die altmodischen Modellaufnahmen sind für mich die größte – und leider auch zunehmend einzige – Stärke der Serie). Dann die Entdeckung, dass sich Wesen darin befinden. Vor allem aber gelang es "Die Verstoßenen" sehr gut, mich zu Beginn im Hinblick auf ihre Absichten im Unsicheren zu lassen. Sind sie wirklich so harmlos, wie sie tun, oder steckt mehr dahinter? Daraus bezog die Episode anfangs doch einiges an Spannung. Die ersten Anzeichen, dass sie es eben doch faustdick hinter den Ohren haben, war dann, als sich zeigt, dass Cantor seine Bewusstlosigkeit – nachdem er mit der Waffe beschossen wurde – nur vorgetäuscht hat. Ab da rückte dann zunehmend die von ihm und seiner Frau Zova ausgehende Bedrohung für die Alpha-Crew in den Mittelpunkt.
Und leider, eben dieser Teil hat für mich dann nicht mehr ganz so gut funktioniert. Dies liegt vor allem daran, wie es den beiden gelingt, sich – mit Helena und Tony als Geiseln – auf ihren Heimatplaneten zu transportieren. Das hatte für mich mit Science Fiction nichts mehr zu tun, weil man sich ja nicht einmal eine halbwegs plausible Erklärung dafür überlegt. Sie können es halt einfach, und fertig. Das ist mehr Fantasy als sonst etwas – führt aber vor allem auch ihren Konflikt mit der Alpha-Crew zuvor ad absurdum. Koenig wollte die anderen ja deshalb nicht erwecken, weil die Mondbasis sie einfach nicht alle versorgen kann. Hätte Cantor von vornherein gesagt, dass sie die Möglichkeit haben, auf ihren Heimatplaneten zurückzukehren, hätte John keinen Grund gehabt, ihm diese Bitte zu verweigern. (Generell muss ich sagen, fand ich es sehr schade, dass die moralischen Implikationen dieses Fundes, und inwiefern man eigentlich die Verpflichtung hat, ihnen zu helfen, und sie nicht weiter im All treiben zu lassen, völlig in den Hintergrund gerät. Daraus hätte man soooooo viel machen können!) Ich fand es auch unnötig, dass die beiden Helena und Tony auf ihren Heimatplaneten entführen. Aber auch dort macht die Folge letztendlich daraus, dass jene, welche Cantor und seine Leute einst verstießen, längst verstorben sind – da mittlerweile über zweihundert Jahre ins Land gezogen sind. Und auch das Ende, wo sie dann auf einmal rasch altern, ergab für mich keinen Sinn (und war mir irgendwie auch zu bequem). Weitere Kritikpunkte sind das mit der "Voodoo-Puppe", sowie die unnötige Szene, wo sich Maya in Helena verwandelt, und beide John küssen. Schade ist dies insofern, als ich bei "Die Verstoßenen" insgesamt mehr interessante Ansätze finden kann, als beim Staffelauftakt. Die Umsetzung drückt die Folge dann aber erst recht wieder auf das unterdurchschnittliche Niveau von "Die Metamorphose".
Fazit:
"Die Verstoßenen" beginnt eigentlich gar nicht mal so schlecht, verlor sich in weiterer Folge aber in etwas zu viel Hokuspokus, dass mehr mit Fantasy als mit Science Fiction zu tun hatte. Angefangen bei dem Transport auf ihren Heimatplaneten, über die "Voodoo-Puppe", bis hin zu ihrem plötzlichen Altern. Es ist genau diese Art des Schreibens – wenn Autoren meinen, das wäre ja nur "Science Fiction", da wäre von vornherein alles möglich – die mir doch ordentlich auf den Wecker geht. Aber auch der Humor – bei der Verwandlungsszene von Maya in Helena, die ich generell völlig überflüssig fand – hat für mich weitestgehend nicht funktioniert. Und nicht zuletzt fand ich, dass "Die Verstoßenen" von allen möglichen Richtungen, die sie hätte einschlagen können, so ziemlich die uninteressanteste wählte. Immerhin, die Effekte waren wieder wunderbar, und der Auftakt noch ziemlich interessant; vor allem auch, da es der Episode von Anfang an gelang, dass ich mir im Hinblick auf Cantor und Zova. Nach dem noch vielversprechenden Beginn hat mich "Die Verstoßenen" dann aber leider zunehmend – und teilweise auch ordentlich – gelangweilt.