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Die Abenteuer des jungen Indiana Jones - 3x02: Von Istanbul nach Transsilvanien Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Lucasfilm

Originaltitel: Masks of Evil
Episodennummer: 3x02
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 28. November 1999
Erstausstrahlung D: -
Drehbuch: Rosemary Anne Sisson & Jonathan Hensleigh
Regie: Mike Newell & Dick Maas
Besetzung: Sean Patrick Flanery als Indiana Jones, Katherine Butler als Molly, Peter Firth als Stefan, Ahmet Levendoğlu als Mustafa Kemal, Philippe Smolikowski als Etienne, Hüseyin Katırcıoğlu als Nico, Boris Isarov als Vasily, Tristram Jellinek als Victor, Mehmet Birkiye als Sadallah, Nüvit Özdoğru als Sultan, Emrah Kolukısa als Mahmoud, Ali Taygun als Enver Pasha, Zuhal Olcay als Halide Edib, Bob Peck als General Targo, Keith Szarabajka als Colonel Waters, Simone Bendix als Maria Straussler, Paul Kynman als Nicholas Hunyadi, Sam Kelly als Doctor Franz Heinzer, Alan Polonsky als Agent McCall, Michael Mellinger als Paretti, William Roberts als Stanfill, William Armstrong als The Major, Steven Hartley als Agent François Picard, Anne Tirard als Tarot Reader u.a.

Kurzinhalt: Indiana Jones wird nach Istanbul versetzt, wo er die Tarnidentität eines schwedischen Journalisten, Nils Anderson, annimmt. Er lernt die Lehrerin Molly Walden kennen – und lieben – und macht ihr schließlich sogar einen Heiratsantrag. Parallel dazu arbeitet er zusammen mit einer kleinen Spionageeinheit an seinem jüngsten Auftrat für den französischen Geheimdienst: Er soll Mustafa Kemal dazu überreden, einen Friedensvertrag zwischen Frankreich und der Türkei abzuschließen, was die Gegenseite erheblich schwächen würde. Doch die Mission wird von einem Doppelagenten, der nur als Wolf bekannt ist, sabotiert. Danach führt es Indy, nach einem Umweg über Venedig, nach Transsilvanien. Zusammen mit einer kleinen Einsatztruppe, die u.a. aus Colonel Waters und Maria Straussler besteht, soll er herausfinden, was mit drei Agenten geschehen ist, die General Mattias Targo ausspionieren sollten, und nachdem sie sein Schloss betraten nicht mehr lebend gesehen wurden. Stattdessen wurde dem französischen Geheimdienst jedes ein Auge, ein Ohr und ein Finger von ihnen geschickt. Im Transsilvanien macht indes das Gerücht die Runde, dass es sich bei Targo um den schrecklichen Vlad den Pfähler – oder, mit anderen Worten, Graf Dracula – handelt…


Review: Episodenbild (c) Lucasfilm Von der ersten Hälfte der Episode (bzw. Doppelfolge, oder TV-Film; je nachdem, wie man es sehen will) war ich jetzt nicht übermäßig begeistert. Ich fand den ganzen Spionage-Plot wenig interessant; es mag auch daran liegen, dass – und das ist wiederum ein Nachteil dieser chronologischen Erzählweise – wir ähnliches in den letzten Folgen zuhauf erlebt haben, und sich im Hinblick auf das Angebot an Mustafa Kemal vor allem Überschneidungen zur ersten Hälfte von "In geheimer Mission: Spion gegen Spion" zeigen. Vor allem aber fand ich die Identität des Wolfs zu offensichtlich. Ich glaube, ich bin diesbezüglich ein bisschen "Christie-geschädigt", dahingehend, als ich ja parallel gerade "Poirot" schaue, und sich dort der oder die hauptverdächtige Person (sofern eine solche recht früh in der Geschichte identifiziert wird) immer als unschuldig (und falsche Fährte) herausstellt. Insofern war ich hier sehr enttäuscht, dass es tatsächlich die Person war, die einem von Anfang an verdächtig erschien. Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass die Liebesgeschichte zwischen Indy und Molly für mich nicht wirklich funktioniert hat – und dementsprechend der tragische Ausgang die gewünschte Wirkung bei mir eher verfehlte.

Diesbezüglich leidet "Von Istanbul nach Transsilvanien" vor allem unter zwei Problemen: Erstens hat sich Indy im Zuge der Serie mittlerweile doch ein bisschen zu oft verliebt; erst in der Folge davor hat er ja um eine hübsche Italienerin geworben. Hier nun hat er sich also in Molly verschaut, und will diese sogar heiraten (etwas, dass ich bei Vicky in "Das süße Liebeslied" deutlich plausibler fand, im Hinblick darauf, dass er in Kürze in den Krieg ziehen wird). Nun machte Molly zwar einen überaus sympathischen Eindruck, allerdings fehlt ihr im Vergleich zu Marion oder auch Vicky dieses gewisse Feuer. Für einen Abenteurer wie Indy schien sie mir dann doch fast schon zu lieb. Am schwersten wiegt aber, dass wir hier im Hinblick auf ihre Beziehung in medias res einsteigen, und somit im Gegensatz zu Vicky hier eben nicht erleben, wie sich die beiden ineinander verliebt haben. Das machte es mir schwierig, ihre Gefühle füreinander so richtig nachzuempfinden – und reduzierte eben die emotionale Wirkung des Endes. Nichtsdestotrotz war dieses noch das beste an der ersten Hälfte von "Von Istanbul nach Transsilvanien", und wertete die Folge auf. Deutlich besser konnte mir dann aber der zweite Teil gefallen. Rückblickend fällt auf, dass es "Die Abenteuer des jungen Indiana Jones" nicht nur überwiegend an Abenteuer-Charakter vermissen ließ, sondern auch gänzlich an irgendwelchen mystischen Elementen, die bei den Filmen ja ebenfalls immer eine wichtige Rolle gespielt haben. Dies ist hier anders, lässt man Indy hier doch – vermeintlich – auf Graf Dracula treffen. Aus meiner Sicht war dieser Teil der Episode somit den Filmen näher, als jede bisherige Folge der Serie (ja selbst "Die Jagd nach dem Geisterzug". Und vor allem auch was die Stimmung, die Inszenierung und die Musik betrifft, fand ich die zweite Hälfte von "Von Istanbul nach Transsilvanien" fantastisch. Da fällt es mir auch leichter, ihnen zu verzeihen, dass sie hier den gleichen Fehler machten wie viele Romane: Nämlich, die übersinnlichen Elemente nicht auf Artefakte zu beschränken, sondern einem Menschen übernatürliche Fähigkeiten zuzuschreiben.

Episodenbild (c) Lucasfilm Und dennoch: Ich habe den Eindruck, in der alten Schnittfassung (die mir leider nicht bekannt ist) hätte mir "Transsilvanien 1918" sogar noch einmal besser gefallen. Denn diese hatte nicht nur die Vorteile, dass aufgrund des hin- und herspringens für mehr Abwechslung gesorgt war, und nicht zwei Episoden zusammengesteckt wurden, die thematisch nicht wirklich zusammen passen (und wo dabei zudem die Erzählstruktur darunter leidet). Die "Buchrücken" mit dem alten Indy machten zudem deutlich, dass es sich hier um Geschichten handelt, die von eben diesem erzählt werden. Sprich: Die Abenteuer des jungen Indiana Jones wurden nicht als etwas präsentiert, was Indy tatsächlich auch 1:1 genau so widerfahren sein muss. Denn aufgrund der Erzählung stellte man zumindest die Möglichkeit ind en Raum, dass sich a) der alte Indy an gewisse Dinge vielleicht nicht mehr so genau erinnert, aber auch b) das eine oder andere ein bisschen überhöht und ausgeschmückt wird. Was es mir z.B. auch leichter gemacht hätte, die zweite Hälfte von "Spionage-Eskapaden" zu akzeptieren. Und eben auch Indys Begegnung mit Graf Dracula, von der er einer Gruppe von Kindern an Halloween erzählt.

Fazit: Die erste Hälfte von "Von Istanbul nach Transsilvanien" fand ich leider noch recht langweilig. Der Spionage-Plot war einfach nicht interessant, die Identität des Wolfs viel zu offensichtlich, und die Liebesgeschichte zwischen Indy und Molly wollte mich auch nicht so recht ansprechen – und litt insbesondere darunter, dass wir hier, im Vergleich zu Vicky zuvor, nicht sehen, wie sich die beiden kennen- und lieben lernten. Aber auch, wie oft sich Indy im Verlauf der Serie schon verliebt hat, reduzierte die emotionale Wirkung – was sich dann auch auf den tragischen Ausgang des Geschehens (der trotzdem noch das Beste daran war) auswirkte. Deutlich besser fand ich die zweite Hälfte. Sie profitierte vor allem davon, dass es die Serie bislang an mystischen Elementen gänzlich vermissen ließ, und man damit in meinen Augen dem Ton und Inhalt der Filme näher war, als fast alle "Young Indy"-Abenteuer davor. Zumal ich das Ganze auch von der Atmosphäre, der Inszenierung, der Musik usw. fantastisch fand. Etwas unglücklich halt nur, dass mir das mit Graf Dracula eben dieser fast schon etwas zu viel war. Mit der Rahmenhandlung rund um den alten Indy, der diese Geschichte an Halloween einer Gruppe von Kindern erzählt, hätte ich mich darauf wohl (noch) besser einlassen können.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Lucasfilm)







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