Originaltitel: The Adventure of the Cheap Flat Episodennummer: 2x07 Bewertung: Erstausstrahlung UK: 18. Februar 1990 Erstausstrahlung D: 20. November 1993 Drehbuch: Russell Murray Regie: Richard Spence Besetzung:
David Suchet als Hercule Poirot,
Hugh Fraser als Captain Hastings,
Philip Jackson als Chief Inspector Japp,
Pauline Moran als Miss Lemon,
Samantha Bond als Stella Robinson,
John Michie als James Robinson,
Jemma Churchill als Elsie,
Peter Howell als Mr. Paul,
Jenifer Landor als Carla Romero,
Ian Price als Teddy Parker,
William Hootkins als FBI Agent Burt,
Gordon Wharmby als Records Agent,
Nick Maloney als Bernie Cole,
Nigel Whitmey als Luigi Valdarno,
Anthony Pedley als Assassin,
Luke Hayden als Romero's Husband u.a.
Kurzinhalt:
Nach einem gemeinsamen Kinobesuch eröffnet Inspektor Japp Hercule Poirot, dass man in Kürze einen FBI-Agenten bei Scotland Yard begrüßen wird. Gemeinsam will man nach der skrupellosen Gangsterin Carla Romero suchen, die vor sechs Monaten streng geheime U-Boot-Pläne der US-Navy gestohlen hat, und nun in London vermutet wird. Hercule Poirot wendet sich indes einem deutlich banaler klingenden Mysterium zu: Das junge Ehepaar James und Stella Robinson hat sich vor kurzem in einem Apartment in Campden Hill eingemietet. Dieses ist allerdings ungewöhnlich günstig. Zudem wurde unmittelbar vor ihnen eine andere Kandidatin für die Wohnung mit dem Hinweis abgewiesen, diese wäre bereits vergeben. All dies kommt ihnen doch seltsam vor, weshalb sie Hercule Poirot darum bitten, sich die Sache näher anzusehen. Dieser mietet sich daraufhin in der Wohnung direkt über ihnen ein. Es dauert nicht lange, bis er erkennt, dass zwischen seinem Fall und den Ermittlungen von Inspektor Japp eine Verbindung besteht…
Review (kann Spoiler enthalten):
Der Anfang von "Mord im Mietpreis inbegriffen" ist mal wieder überaus spaßig. Dort gehen Japp, Hastings und Poirot zusammen ins Kino, um sich einen reißerischen amerikanischen Agentenfilm (nämlich "Der FBI-Agent" mit James Cagney in der Hauptrolle) anzusehen. Poirot ist von diesem, insbesondere dann dem gewalttätigen Showdown, alles andere als begeistert. Seine abschätzige Reaktion, inklusive dann zusammengekniffenen Augen, war höchst amüsant. Danach rückt dann erstmal das Mysterium rund um das kostengünstige Apartment in den Mittelpunkt. Dort bietet "Mord im Mietpreis inbegriffen" aus heutiger Sicht auch wieder einen prominenten Gaststar, nämlich Samantha Bond, die ein paar Jahre später (kurioserweise, angesichts des Agenten-Einschlags in dieser Folge) in den James Bond-Filmen mit Pierce Brosnan in die Rolle von Miss Moneypenny schlüpfen sollte. Aber auch davon abgesehen gelang es dem Rätsel rasch, mein Interesse zu wecken.
Sehr lustig war dann zweifellos auch wieder alles rund um den Einbruch von Hercule Poirot. Mit dem geheimnisvollen Mann, der das Apartmenthaus beobachtet, ist zudem früh für eine gewisse Grundspannung gesorgt. Im Mittelteil ließ der Unterhaltungswert dann zwar in meinen Augen ein bisschen nach. Hier verlor man sich ein wenig in den parallelen Handlungssträngen/Fällen (die natürlich in Verbindung zueinander stehen), und ging irgendwie auch nicht wirklich was weiter. Vor allem den Sinn von Miss Lemons Besuch bei der Sängerin, die sich dann natürlich als Carla Romero herausstellt, könnte man kritisch hinterfragen. Das launige und auch ansatzweise mitreißende Finale, zuerst mit dem Angriff in der Wohnung, dann der darauffolgenden Verfolgungsjagd, und schließlich der Konfrontation in der Garderobe, war aber für einen flotten und unterhaltsamen Schluss gesorgt. Am meisten stach für mich bei "Mord im Mietpreis inbegriffen" aber jene Sequenz (kurz davor) hervor, wo Hercule Poirot die Geschichte vom Diebstahl der Pläne in New York erzählt. Man wollte hier – was absolut zu loben ist – dem "show, don't tell"-Leitspruch folgen, hatte aber nicht das Budget, um für die paar Szenen extra in New York zu drehen (zumal sich dieses in den rund fünfzig Jahren, die zwischen Setting und Produktion liegen, ja auch stark verändert hat). Und so macht man aus der Not eine Tugend, und präsentiert ein von vornherein als künstlerische Interpretation erkennbare Umsetzung New Yorks – die nicht nur optisch enorm interessant gestaltet war (mit den dominierenden Schwarz/Weiß-Tönen, die nur von einem roten Himmel im Hintergrund, sowie dem roten Neonlicht des Nachtclubs durchbrochen werden), sondern da es sich ja eben um eine Erzählung von Poirot handelt auch perfekt Sinn ergibt. Das war wirklich großartig umgesetzt.
Fazit:
"Mord im Mietpreis inbegriffen" bot wieder einige amüsante Szenen (wie der Auftakt im Kino, oder auch den sich wieder mal als Einbrecher verdingenden Poirot), ein gleich mein Interesse weckendes Mysterium (die kostengünstige Wohnung), sowie einen durchaus mitreißenden Showdown. Zudem ist mit Samantha Bond hier auch wieder ein (aus heutiger Sicht) bekanntes Gesicht mit von der Partie. Mittendrin schlichen sich zwar kleinere Längen ein. Und 100%ig zusammengepasst haben die beiden Handlungsstränge für mich auch nicht. Dafür wertet die wirklich grandios gestaltete Szene, als Poirot gegenüber Hastings den Diebstahl der Pläne in New York aufrollt, die Episode für mich nochmal deutlich auf.