Originaltitel: Sorcerer Episodennummer: 5x04 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 26. November 2025 (Netflix) Drehbuch: Paul Dichter Regie: The Duffer Brothers Besetzung:
Winona Ryder als Joyce Byers,
David Harbour als Jim Hopper,
Millie Bobby Brown als Eleven,
Finn Wolfhard als Mike Wheeler,
Gaten Matarazzo als Dustin Henderson,
Caleb McLaughlin als Lucas Sinclair,
Noah Schnapp als Will Byers,
Sadie Sink als Max Mayfield,
Natalia Dyer als Nancy Wheeler,
Charlie Heaton als Jonathan Byers,
Joe Keery als Steve Harrington,
Maya Hawke als Robin Buckleyn,
Brett Gelman als Murray Bauman,
Jamie Campbell Bower als Vecna,
Priah Ferguson als Erica Sinclair,
Linda Hamilton als Dr. Kay,
Nell Fisher als Holly Wheeler,
Jake Connelly als Derek Turnbow,
Linnea Berthelsen als Kali,
Sherman Augustus als Lieutenant Colonel Sullivan,
Emanuel Borria als Sergeant Luis Ramirez,
Alex Breaux als Lieutenant Robert Akers u.a.
Kurzinhalt:
Eleven ist davon überzeugt, dass das Militär Vecna in der Basis im Upside Down gefangen hält. Zusammen mit Hopper bricht sie dort ein, um ihn ein für alle Mal auszuschalten. Dr. Kay kann ihr Glück nicht fassen, dass die Beute, nach der sie die ganze Zeit gejagt hat, freiwillig zu ihr kommt. Zwar gelingt es Eleven und Hopper trotz allen Widerstands, die Kammer aufzubrechen – dort finden sie dann jedoch nicht das, was sie erwartet hatten. Max hat indes Holly zu sich gelockt. Sie ist in der gleichen Traumwelt gefangen, die Vecna auch für seine entführten Kinder vorgesehen hat. Von Max erfährt Holly nicht nur die Wahrheit über Henry, sie weiht sie zudem darin ein, was mit ihr nach ihrer Konfrontation mit Vecna passiert ist. Nancy, Jonathan, Steve und Dustin haben den Demogorgon ins Upside Down verfolgt. Sie hoffen, dass sie von ihm zu Holly geführt werden. Dann jedoch kracht ihr Auto gegen die undurchdringliche Wand. An der Oberfläche hat das Militär indes erkannt, dass es Vecna auf die Kinder von Hawkins abgesehen hat, und lässt diese in die Basis bringen, wo man meint, sie beschützen zu können. Joyce, Mike, Will, Robin und Erica erkennen allerdings, dass man damit Vecna nur in die Hände spielt, da man all seine Zielobjekte an einem Ort versammelt, und die Soldaten den Demogorgons nie und nimmer gewachsen wären. Zusammen mit Derek – den sie für ihre Sache gewinnen konnten – schmiedet man einen Plan, um die Kinder unbemerkt aus der Basis zu schmuggeln. Dann jedoch startet Vecna einen Großangriff…
Review (kann Spoiler enthalten):
Am Ende von "Die Turnbow-Falle" durfte Sadie Sink kurz in die Kamera winken (sprichwörtlich), hier nun erfahren wir endlich, was mit Max nach dem Ende von "Huckepack" passiert ist. Diese liegt an der Oberseite ja im Koma; ihr Bewusstsein ist aber wohl irgendwie in Vecnas Bewusstsein/Gedanken/Traumwelt gefangen – in die es eben auch Holly verschlagen hat. Zuerst fand sie sich in seinen Erinnerungen wieder, z.B. an der High School, oder später dann im Labor, wo an ihm und den anderen Testsubjekten Experimente durchgeführt wurde. Schließlich durchlebte sie auch alles nochmal, was ihr von Vecna angetan wurde. Tragisch dann jene Szene, wo sie kurz davor war, aus seinem Gedankengefängnis zu entkommen, sich das Portal jedoch als die Musik zu Ende war wieder geschlossen hat (tja, in der guten alten analogen Welt war halt doch nicht alles perfekt; weil mit Spotify wär' das nicht passiert!). Seither versteckte sie sich in jener Höhle, vor der Henry – wohl, weil ihm dort mal irgendetwas Schreckliches zugestoßen ist – panische Angst hat. Ich fand diese Aufrollung sehr interessiert; und natürlich hofft man, dass sie nun gemeinsam mit Holly einen weiteren Fluchtversuch unternehmen wird.
Sehr spannend ging es auch rund um Eleven und Hopper weiter. Die beiden brechen hier nun in die Militärbasis im Upside Down ein. Was "Stranger Things" immer wieder fantastisch gelingt, ist, mich glauben zu lassen, dass (fast) jedem (fast) alles passieren kann, was solche Einlagen immer enorm mitreißend macht (im Gegenzug dazu, wenn man schon weiß, dass jemandem nichts geschehen wird). Wobei "jedem alles passieren kann" fast noch zu zurückhaltend formuliert ist. Vielmehr gelingt es den Duffer-Brüdern immer wieder, Szenen zu präsentieren, wo ich mir denke, "Uh, ok, jetzt muss XYZ wohl daran glauben". Einen solchen Gedanken hatte ich beispielsweise beim Gespräch zwischen Joyce und Will; in erster Linie aber dann beim besagten Einbruch in die Basis. Als sich Hopper von Eleven verabschiedet, dachte ich wirklich, das war's jetzt, und dass wir uns nun, nach seinem Scheintod zum Ende der zweiten Staffel, endgültig von ihm würden verabschieden müssen. Was zur Mitte der Staffel, bevor es nun in den Endspurt geht – und vor allem in der letzten Folge der ersten Tranche, die zeitgleich veröffentlicht wurde – ja auch als dramaturgischer Höhepunkt sehr gut gepasst (ja man könnte fast sagen, logisch gewesen wäre). Aber zumindest vorerst noch bleiben wir von solchen Todesfällen verschont, denn sowohl Hopper als auch Eleven haben den Angriff vorerst mal mehr oder weniger unbeschadet überstanden. Lobend erwähnen möchte ich an dieser Stelle übrigens auch explizit Linda Hamilton. Ich finde es super, dass man für sie in der letzten Staffel eine derart prägnante Rolle gefunden hat, und sie spielt diese auch wirklich klasse. Und nicht zuletzt sticht auch die Offenbarung hervor, wen das Militär dort gefangen hält. Weil auf der einen Seite ist es völlig logisch, andererseits bezweifle ich, dass irgendjemand diese bestimmte Figur noch auf dem Schirm hatte (weshalb das auch eine der wenigen Gelegenheiten war, wo ich die kurzen Einblendungen zur Erinnerung als positiv empfand, und nicht störend, im Sinne von, man hält uns für blöd).
Der Höhepunkt war aber zweifellos das Finale an der Oberfläche. Zwar gab es auch bereits davor ein paar starke Momente, insbesondere das Gespräch zwischen Robin und Will (nachdem diese erkennt, dass er etwas für Mike empfindet), aber der Showdown war dann wirklich packend und spektakulär umgesetzt, und begeisterte mich nicht zuletzt mit der längeren Einstellung ohne Schnitt (wie ihr wisst, liebe ich dieses Stilmittel nun mal). Vor allem aber überraschte mich "Stranger Things" hier dann mit einer Wendung, die ich a) nicht habe kommen sehen, und die ich b) auch von der Aussagekraft abgefeiert habe: Will Byers, das vermeintliche Opfer (insbesondere natürlich in Staffel eins), schwingt sich hier zum großen Helden der Geschichte auf, als er Vecnas "Geschenk" gegen diesen verwendet, die Demogorgons vernichtet, und Vecna in die Flucht schlägt. Diese ganze Sequenz war, angefangen von den Rückblenden, über die Bilder, die Musik bis hin zu Noah Schnapps Performance, einfach nur fantastisch, und einer der absoluten Höhepunkte der Serie bisher (im Übrigen hege ich nun die starke Vermutung, dass Will, nachdem man Vecna besiegt hat, im Upside Down zurückbleiben wird, um die Demogorgons zu kontrollieren und das Portal geschlossen zu haben). Wenn es in dieser Tonart weitergeht, dann könnte meine Hoffnung, dass die Serie einen höchst befriedigenden Abschluss findet, und nicht zum Ende hin so untergeht wie (beispielsweise) "Game of Thrones", bewahrheiten. In ein paar Tagen werden wir es wissen.
Fazit:
"Der Zauberer" schließt die erste Tranche an Episoden der fünften und letzten "Stranger Things"-Staffel auf hochdramatische Art und Weise ab. Zu kritisieren gibt es hier genau gar nichts, dafür umso mehr zu loben. Angefangen bei der Aufrollung von Max' Leidensweg, über den spannenden Überfall von Eleven und Hopper auf die Militärbasis, die Rückkehr einer ganz bestimmten Figur, die coole Rolle, die hier für 80er-Ikone Linda Hamilton geschaffen wurde, das wunderbare Gespräch zwischen Robin und Will auf ihrem Weg durch die Höhlen, der spektakuläre und mitreißende Angriff von Vecna und seinen Demogorgons auf die Basis (wobei vor allem die Szene ohne erkennbaren Schnitt hervorstach), bis hin zum abschließenden Twist rund um Will, der nun drauf und dran ist, sich zum großen Helden der Geschichte zu entwickeln. Einzig das letzte Quentchen an emotionalen Höhepunkten/bewegenden Momenten fehlt zur Höchstwertung.