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The Life of Chuck Drucken E-Mail
Jeder Mensch ist ein Universum Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 24 Dezember 2025
 
Advent-SPECiAL

 
The Life of Chuck
Originaltitel: The Life of Chuck
Produktionsland/jahr: USA 2024
Bewertung:
Studio/Verleih: Neon/TOBIS Film
Regie: Mike Flanagan
Produzenten: U.a. Mike Flanagan & Trevor Macy
Drehbuch: Mike Flanagan, nach einer Kurzgeschichte von Stephen King
Filmmusik: The Newton Brothers
Kamera: Eben Bolter
Schnitt: Mike Flanagan
Genre: Science Fiction/Drama
Kinostart Deutschland: 24. Juli 2025
Kinostart USA: 06. Juni 2025
Laufzeit: 111 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Mit: Tom Hiddleston, Jacob Tremblay, Benjamin Pajak, Cody Flanagan, Chiwetel Ejiofor, Karen Gillan, Mia Sara, Carl Lumbly, Mark Hamill, David Dastmalchian, Harvey Guillén, Michael Trucco, Q'orianka Kilcher, Matthew Lillard, Rahul Kohli, Violet McGraw u.a.


Kurzinhalt: Marty Anderson unterrichtet gerade, als Newsmeldung über ein schweres Erdbeben in Kalifornien hereinbrechen, bei dem offenbar fast die gesamte Westküste weggebrochen und im Meer versunken ist. Tatsächlich wird die Erde nun schon seit Monaten von schweren Naturkatastrophen aller Art heimgesucht; parallel zum Erdbeben in Kalifornien kommt es u.a. auch zu Überflutungen, Waldbränden, und Vulkanausbrüchen. Einige sind davon überzeugt, dass das Ende der Welt gekommen ist. Inmitten dieser düsteren Ausgangslage tauchen auf einmal überall Billboards, Werbeeinschaltungen usw. auf, in denen einem Buchhalter namens Charles "Chuck" Krantz für neununddreißig großartige Jahre gedankt wird. Was hat es damit auf sich? Zusammen mit seiner Ex-Freundin Felicia, sowie Zufallsbekanntschaften auf der Straße wie Sam und Gus geht Marty dieser Frage nach. Bis er nichts mehr weiter tun kann, als sich auf das Ende aller Dinge vorzubereiten…

Review: Szenenbild. Ich bin – abseits von lobenden Worten, die ich von einigen Stellen vernommen habe – völlig blind in "The Life of Chuck" hineingegangen. Weder kenne ich die Kurzgeschichte, noch habe ich einen der Trailer gesehen. In meinen Augen ist das einer jener Filme, die ganz besonders davon profitieren, sie so unvorbereitet wie möglich zu sehen; weshalb ich auch dazu rate, falls ihr in noch nicht kennen solltet, an dieser Stelle nicht mehr weiterzulesen. Denn insbesondere das erste Kapitel des Films lebt (unter anderem) enorm vom zentralen Mysterium, was hier vor sich geht, ob tatsächlich das Ende der Welt bevorsteht, und vor allem natürlich, was es mit Chuck auf sich hat. Als jemand, der gerade auch stille, melancholische Filme über das bevorstehende Ende der Welt (siehe – unter anderem – "These Final Hours", "Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt", und "Melancholia") enorm mag, hat mich das erste (ja eigentlich dritte, da die Story hier chronologisch rückwärts erzählt wird) Kapitel ungemein gefallen. Die Rätsel, die ganze Stimmung, die wunderbaren Begegnungen von Marty, seine Gespräche mit seiner Ex Felicia – all das zog mich von Beginn an in den Bann, ehe mich der Film dann zum Ende des ersten Kapitels zum ersten Mal so richtig berühren konnte.

Trotz meiner Warnung, nicht weiterzulesen, will ich eigentlich auf den weiteren Inhalt gar nicht allzu sehr eingehen (auch wenn "The Life of Chuck" jetzt nicht unbedingt ein klassischer Twist-Film ist, und man sich die Auflösung wohl schon denken kann, lange bevor hier die Karten auf den Tisch gelegt werden). Daher nur so viel: Kapitel zwei bringt uns sechs Monate in die Vergangenheit, und zeigt uns, erzählt von Nick Offerman, wie Chuck aufgrund einer Straßenmusikantin auf einmal eine spontane Tanzeinlage hinlegt, mit einer Passantin – Janice – als Partnerin. Eine wunderbare, schwungvolle Szene, die – so wie der Film insgesamt – das Leben feiert. Im dritten und längsten Kapitel wird dann Chucks Kindheit und Jugend aufgerollt, und werden all unsere Fragen beantwortet. Zwar immer noch sehr gut, für mich aber insgesamt der schwächste Teil – auch, weil er eine Spur länger geraten ist, als es in meinen Augen unbedingt notwendig gewesen wäre. Insgesamt erzählt "The Life of Chuck" aber jedenfalls eine wundervolle Geschichte, die das Leben feiert – und zwar in diesem Fall ein "ganz gewöhnliches" Leben. Die Grundaussage kann man wohl so zusammenfassen: Jeder Mensch ist ein Universum. Oder, wie es im Film selbst, als Zitat von Walt Whitman, formuliert wird: "I contain multitudes." Nun kann man die Message banal und ihre Umsetzung kitschig finden. Aber, in der Welt, in der wir uns gerade wiederfinden, erscheint mir die Aussage, dass jedes Leben einen Wert besitzt, fast schon radikal – und dementsprechend wichtig.

Szenenbild. Besetzungstechnisch wartet "The Life of Chuck" mit einer beeindruckenden Zahl bekannter Gesichter auf. Sie alle zu nennen würde allein schon den Absatz voll machen, daher möchte ich nur die wunderbare Chemie zwischen Chiwetel Ejiofor und Karen Gillan, das Comeback von Mia Sara, eine wundervolle Performance von Mark Hamill (in einer ganz anderen Rolle als der Stephen King-Verfilmung "The Long Walk – Todesmarsch") sowie natürlich Tom Hiddleston positiv hervorheben; letzterer schafft es, obwohl nur im kurzen zweiten Kapitel präsent, dem Film dennoch seinen Stempel aufzudrücken. Abseits des wie gesagt in meinen Augen etwas gar gemächlich erzählten letzten (bzw. ersten) Kapitels weiß auch die Inszenierung von Mike Flanagan zu überzeugen. Last but not least hatte auch die Musik der Newton-Brothers (an denen ich bei "Daredevil: Born Again" ja nicht unbedingt ein gutes Haar gelassen hatte) einen wesentlichen Anteil am Gelingen des Films, und fing die elegisch-melancholische Stimmung grandios ein (und verstärkte sie). Insgesamt ist "The Life of Chuck" für mich das filmische Äquivalent einer warmen Winterdecke, in die man sich einwickeln kann, um sich von der kalten Welt da draußen abzuschotten.

Fazit: "Jedes Leben ist wertvoll". Diese Aussage mag manchen als Quintessenz von "The Life of Chuck" zu banal sein; ich finde sie aber gerade in unserer heutigen Zeit (leider) ungemein wichtig und relevant. Basierend auf der Kurzgeschichte von Stephen King, hat Mike Flanagan (der sich in den letzten Jahren zu einem Experten für Adaptionen des Autors gemausert hat) hier einen wundervollen Film erschaffen, der das Leben in all seinen Facetten feiert. Besonders angetan war ich dabei vom mysteriösen-melancholischen Auftakt; einfach, weil mich solche "Das Ende der Welt"-Stoffe irgendwie immer ganz besonders ansprechen. Aber auch das zweite Kapitel, mit der Tanzeinlage, war super. Das dritte war mir persönlich dann eine Spur zu ausgedehnt; zudem bin ich mir nicht sicher, ob es noch das zusätzliche Mystery-Element rund um den obersten Raum des Hauses gebraucht hat. Diese kleinen Kritikpunkte ändern aber auch nichts daran, dass "The Life of Chuck" gerade auch in der aktuellen, düsteren Welt ein heller Strahl der Hoffnung ist, der es vermochte, mein Herz zu erwärmen – und das nicht nur während der zweistündigen Laufzeit, sondern auch noch darüber hinaus.

Wertung:9 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2024 Neon)


Weiterführende Links:
Advent-SPECiAL 2025





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