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Endgame - Das letzte Spiel mit dem Tod Drucken E-Mail
"The Running Man" trifft auf "Mad Max" Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Dienstag, 23 Dezember 2025
 
Advent-SPECiAL

 
Endgame - Das letzte Spiel mit dem Tod
Originaltitel: Endgame - Bronx lotta finale
Produktionsland/jahr: Italien 1983
Bewertung:
Studio/Verleih: Filmirage/Tivoli
Regie: Joe D'Amato
Produzenten: Joe D'Amato
Drehbuch: Joe D'Amato & Aldo Florio
Filmmusik: Carlo Maria Cordio
Kamera: Joe D'Amato
Schnitt: Tony Larson
Genre: Science Fiction/Action
Kinostart BRD: 06. April 1984
Kinostart Italien: 05. November 1983
Laufzeit: 98 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Mit: Al Cliver, Laura Gemser, George Eastman, Dino Conti, Hal Yamanouchi, Gabriele Tinti, Mario Pedone, Gordon Mitchell, Nello Pazzafini, Christopher Walsh u.a.


Kurzinhalt: Wir schreiben das Jahr 2025. Ein nuklearer Holocaust hat die Erde verwüstet. Unter den letzten Überlebenden finden sich einige Mutanten. Diese werden von der US-Regierung erbarmungslos gejagt. Um die Massen von den entsprechenden, regelmäßigen Säuberungen abzulenken, unterhält man sie mit der TV-Show "Endgame", in der ein Gladiator gegen drei Jäger antritt. In der jüngsten Sendung stellt sich der erfahrene Ron Shannon der Herausforderung. Gejagt wird er u.a. von Karnak, mit dem ihm seit ihrer gemeinsamen Jugend eine Feindschaft verbindet. Mit Hilfe der Mutantin Lilith, die über telepathische Kräfte verfügt, trägt er den Sieg davon. Im Gegenzug bittet sie ihn darum, sie und ein paar weitere Mutanten sicher aus New York herauszuschaffen – darunter auch den kleinen Tommy. Doch dieser verfügt über besondere Fähigkeiten, wegen denen es die US-Regierung auf ihn ganz besonders abgesehen hat…

Review: Szenenbild. Beim Auftakt von "Endgame – Das letzte Spiel mit dem Tod" muss man aus heutiger Sicht an "The Running Man" denken. Allerdings kam die erste Verfilmung, mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle, erst zwei Jahre später in die Kinos. Es wäre möglich, dass man sich von Stephen Kings Vorlage inspirieren ließ, allerdings geht diese – mit der einmonatigen Jagd – eigentlich in eine ganz andere Richtung. Ich vermute daher eher, dass Robert Sheckleys "Das Millionenspiel" hier Pate stand (wobei ich es wirklich kurios finde, wie nah die Sequenz an der ersten "Running Man"-Verfilmung ist). So oder so: Der Einstieg rund um die tödliche Gameshow konnte mir sehr gut gefallen, angefangen beim Spannungsaufbau, über die Rivalität zwischen Ron und Karnak, bis hin zur Rolle, die Lilith dann dabei spielt, um Ron zum Sieg zu verhelfen. Leider (zumindest aus meiner Sicht) wandelt sich "Endgame" daraufhin allerdings in einen relativ einfallslosen postapokalyptischen Film, wie er, nicht zuletzt inspiriert von "Mad Max", Anfang der 80er auf der filmischen Tagesordnung stand.

Als solches drängt sich natürlich unweigerlich nicht nur der Vergleich mit den großen Vorbildern, sondern auch ähnlichen Filmen aus italienischer Produktion auf; wie z.B. dem im Zuge dieses SPECiALs bereits besprochenen "Fireflash". Und hier zieht "Endgame" leider klar und deutlich den Kürzeren. Dort gelang es Sergio Martino ungleich besser, aus dem relativ niedrigen Budget enorm viel herauszuholen, und sowohl einen abwechslungsreichen Mix als auch einiges an Spektakel zu präsentieren. Demgegenüber gelingt es Joe D'Amato hier leider nicht wirklich, in weiterer Folge an den launigen Auftakt anzuknüpfen. Alles rund um die Flucht der Mutanten aus New York lässt es an Spannung vermissen. Die Action ist zudem a) zu spärlich gesät und b) wenig beeindruckend, wobei ich vor allem die (klischeehafte) Begegnung mit einer (postapokalyptischen) Biker-Gang als negatives Beispiel ins Treffen führen würde. Aber auch das vorhergehende Gefecht mit den blinden Mönchen bleibt hinter den Möglichkeiten zurück. Erschwerend kommt hinzu, dass ich von Al Cliver in der Hauptrolle nicht wirklich begeistert war (kein Vergleich zum charismatischen Michael Sopkiw aus "Fireflash"). Und den Ausgang des Geschehens, wo man unmittelbar beim Showdown zwischen Ron und Karnak – auf den der ganze Film ja eigentlich zuzusteuern schien – abbricht, fand ich auch höchst unbefriedigend. Immerhin, abseits von Cliver kann die Besetzung durchaus gefallen, wobei sich neben "Black Emmanuelle" Laura Gemser vor allem auch der immer verlässliche (und in solchen Filmen – ja auch "Fireflash" – gern gesehene) George Eastman positiv bemerkbar macht. Rein optisch ist die Inszenierung durch Joe D'Amato durchaus ok. Und auch die Musik von Carlo Maria Cordio (mit erkennbarem "Blade Runner"-Einschlag, wobei spätere Passagen dann auch Ähnlichkeiten zu "Terminator" aufweisen – der jedoch erst ein Jahr später ins Kino kam) weiß zu gefallen. Was Story, Spektakel und insgesamt auch einfach den Unterhaltungswert betrifft, kann "Endgame" aber leider in meinen Augen mit der damaligen postapokalyptischen Konkurrenz nicht ganz mithalten.

Fazit: Szenenbild. Mit dem titelspendenden Spiel mit dem Tod startet "Endgame" ja eigentlich ganz launig. Leider kam der Rest des Films an diesem unterhaltsamen Auftakt in meinen Augen nicht mehr ganz heran. Die Flucht der Mutanten über die postapokalyptische Ödnis ist leider tatsächlich öfter öde als mitreißend. Auch von Al Cliver in der Hauptrolle war ich leider nicht wirklich begeistert. Anderen Filmen des Subgenres gelang es in meinen Augen auch deutlich besser, das geringe Budget zu kaschieren, und/oder trotz diesem einiges an Spektakel zu bieten. Und nicht zuletzt die letzte Szene, die ich als ziemlich frustrierend empfand, drückt "Endgame" nochmal unter den Durchschnitt. Neben den coolen ersten paar Minuten konnten mir aber u.a. die schauspielerischen Leistungen von George Eastman und Laura Gemser durchaus gefallen. Auch der Score von Carlo Maria Cordio hatte es mir angetan. Und rein optisch betrachtet ist die Inszenierung von Joe D'Amato durchaus solide. Was Spannung, Action und ganz insgesamt den Unterhaltungswert betrifft, ließ "Endgame" in meinen Augen aber leider doch etwas zu wünschen übrig.

Wertung:4 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 1983 Filmirage)


Weiterführende Links:
Advent-SPECiAL 2025





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