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The Gorge Drucken E-Mail
Liebe über alle Grenzen – und Abgründe – hinweg Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 20 Dezember 2025
 
Advent-SPECiAL

 
Der Hund von Baskerville
Originaltitel: The Gorge
Produktionsland/jahr: UK/USA 2025
Bewertung:
Studio/Verleih: Crooked Highway/Skydance Media/Apple TV+
Regie: Scott Derrickson
Produzenten: U.a. C. Robert Cargill, Dana Goldberg & Scott Derrickson
Drehbuch: Zach Dean
Filmmusik: Trent Reznor & Atticus Ross
Kamera: Dan Laustsen
Schnitt: Frédéric Thoraval
Genre: Science Fiction/Thriller
Weltweite Internet-VÖ: 14. Februar 2025
Laufzeit: 127 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Mit: Miles Teller, Anya Taylor-Joy, Sigourney Weaver, Sope Dirisu, William Houston, Kobna Holdbrook-Smith, James Marlowe, Julianna Kurokawa, Ruta Gedmintas u.a.


Kurzinhalt: Der Soldat Levi nimmt einen streng geheimen – und höchst mysteriösen – Auftrag an. Er soll ein Jahr lang in einem Turm Stellung beziehen, der direkt neben einer Schlucht steht. Diese soll er überwachen, und verhindern, dass etwas daraus hervortritt. Auf der anderen Seite des Abgrunds steht noch ein zweiter Turm, der von einer russischen Agentin überwacht wird. Eigentlich ist jeglicher Kontakt zwischen ihnen strikt untersagt. Doch Levi hält sich nicht daran, und schließlich lässt sich auch Drasa dazu überreden, den Kontakt mit ihm aufzunehmen. Im Verlauf der kommenden Wochen beginnen die beiden schließlich, sich ineinander zu verlieben. Eines Tages gelingt es Levi, die Schlucht zu überwinden, und zu Drasas Turm zu gelangen. Doch am Weg zurück kommt es zur Katastrophe, und er stürzt ab. Obwohl es ihnen strengstens untersagt ist, in den Abgrund hinabzusteigen, folgt Drasa ihm, um ihn zu retten…

Review: Szenenbild. "The Gorge" als Sleeper-Hit zu bezeichnen, wäre wohl zu viel der Ehre. Aber: Dafür, wie unzeremoniell und ohne großen Aufhebens er von Apple auf ihrem hauseigenen Streaming-Dienst veröffentlicht wurde, ist es ihm in weiterer Folge dann durchaus gelungen, zumindest ein bisschen für Aufsehen zu sorgen. Zwar sehe ich ihn letztendlich – im Gegensatz zum Großteil des Serien-Outputs (wo man merkt, dass Apple tendenziell mehr auf Qualität statt Quantität setzt) – jetzt nicht unbedingt groß über dem üblichen Streaming-Filmangebot, aber man kann ihn schon gut wegschauen, und er hat durchaus einige interessante Elemente und/oder Idee, die positiv hervorstechen. Grundvoraussetzung ist dabei allerdings, dass man sich auf die – zugegebenermaßen doch ziemlich schräge – Prämisse einlassen kann. Eben diese würde ich nämlich durchaus zu den Stärken des Films zählen. Alles rund um die Schlucht ist anfangs höchst mysteriös; zudem wird sie, auch dank des hervorragenden Sounddesigns, durchaus unheimlich in Szene gesetzt. Vor allem aber fragt man sich zu Beginn, was zur Hölle hier eigentlich vor sich geht, und es eben mit dem Abgrund, und den Wachtürmen, auf sich hat.

Wie leider nicht selten in solchen Fällen ist das Mysterium letztendlich doch interessanter als die Auflösung. Sprich, je konkreter "The Gorge" wird, desto mehr baut er ab. Zumal er generell mit fortschreitender Laufzeit an Eigenständigkeit und damit zugleich Reiz verliert, und sobald wir zusammen mit Levi und Drasa in die Schlucht hinabsteigen zu einem recht generischen Science Fiction-Horror-Thriller verkommt. Da hat die erste Hälfte halt doch noch mehr Charme. Der schien mir auch stark von der COVID-Pandemie 2020 inspiriert worden zu sein (das Drehbuch wurde von Zach Dean ja 2020 geschrieben, insofern erscheint mir ein entsprechender Zusammenhang sehr wahrscheinlich), mit der Isolation der beiden, und der – metaphorischen und wortwörtlichen – Schlucht, die zwischen ihnen liegt. Miles Teller und Anya Taylor-Joy spielen ihre Figuren zudem sehr charmant, und können auch was die Chemie zwischen ihnen betrifft überzeugen. Das wiederum ist wichtig, damit der zweite Teil, wenn er schon abfällt, trotzdem auch immer durchaus noch funktioniert. In erster Linie eben, weil man mit den beiden durchaus mitfiebert. Zudem muss ich Scott Derrickson immerhin zugestehen, die Welt die am Grund dieser Schlucht dauert, zumindest interessant umgesetzt zu haben. Trotzdem: Die Offenbarungen, die dort dann auf uns warten, sind ziemlich klischeehaft. Dies gilt nicht zuletzt für die Erkenntnis, was mit den Soldaten passiert, wenn sie ihr Einsatzjahr hinter sich haben. Generell ist das mit der bösen Geheimorganisation mittlerweile doch ordentlich ausgelutscht. Selbst die Besetzung von Sigourney Weaver als finstere Firmenchefin kann daran nichts ändern. Vor allem aber fällt auf, dass ich, kurioserweise, die erste Hälfte nicht einfach nur interessanter, sondern irgendwie auch spannender fand; und das, obwohl die Bedrohung die im Abgrund lauert ja eigentlich dort erst so richtig in den Mittelpunkt rückt. Aber irgendwie war der undefinierte Schrecken dann doch unheimlicher, als die Monster, die wir daraus dann hervortreten sehen.

Fazit: Szenenbild. "The Gorge" gerät sicherlich nicht in Verdacht, in zwanzig Jahren als einer der großen Science Fiction-Klassiker unserer Zeit zu gelten. Tatsächlich würde ich sogar eher bezweifeln, ob man sich dann überhaupt noch groß an ihn erinnern wird (vorausgesetzt, es ist dann überhaupt noch jemand da, der sich erinnern könnte). Aber er hat mich durchaus gut unterhalten, und bietet ein paar Aspekte, die ihn durchaus wohlwollend aus dem Streaming-Content-Einheitsbrei hervorstechen lassen. Dies gilt insbesondere für das durchaus interessante Grundkonzept. Auch die Entwicklung der Beziehung zwischen Levi und Drasa – die zudem von Miles Teller und Anya Taylor-Joy sehr überzeugend gespielt wird – hatte es mir angetan. Und mit der Isolation, ind er sich die beiden zu Beginn wiederfinden, weckte er bei mir schauerliche Erinnerungen an die Zeiten der Corona-Lockdowns. Leider wird der Film immer schwächer, je konkreter er im Hinblick auf das, was in der Schlucht lauert, wird. Wo die erste Hälfte noch durchaus originell daherkommt, verkommt die zweite dann zu einem generischen Monster-Horror – finstere Geheimorganisation inklusive. Generell können die Szenen in der Schlucht das Versprechen des Spannungsaufbaus davor (im Hinblick darauf, was für Schrecken dort wohl lauern) nicht ganz einlösen. Und eine Spur zu lang ist "The Gorge" (wie so viele Filme heuer) auch geraten. Dessen ungeachtet konnte er mich insgesamt schon recht gut unterhalten.

Wertung:6 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2025 Apple TV+)


Weiterführende Links:
Advent-SPECiAL 2025





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