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In allen Belangen unterlegenes Remake Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Freitag, 19 Dezember 2025
 
Advent-SPECiAL

 
Rollerball
Originaltitel: Rollerball
Produktionsland/jahr: USA 2002
Bewertung:
Studio/Verleih: Atlas Entertainment/MGM/Helkon Filmverleih GmbH
Regie: John McTiernan
Produzenten: U.a. John McTiernan, Charles Roven & Beau St. Clair
Drehbuch: Larry Ferguson & John Pogue
Filmmusik: Éric Serra
Kamera: Steve Mason
Schnitt: Robert K. Lambert & John Wright
Genre: Science Fiction/Action
Kinostart Deutschland: 28. März 2002
Kinostart USA: 08. Februar 2002
Laufzeit: 98 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Mit: Chris Klein, Jean Reno, LL Cool J, Rebecca Romijn-Stamos, Naveen Andrews, Oleg Taktarov, David Hemblen, Janet Wright, Andrew Bryniarski, Kata Dobó u.a.


Kurzinhalt: Im Jahr 2005 wird ein neuer Sport namens Rollerball zunehmend populär. Dort treten zwei Teams auf Rollschuhen und Motorrädern gegeneinander an, und müssen in einem vorgegebenen Zeitraum so viele Bälle wie möglich im dafür vorgesehenen Tor versenken. Aufgrund seiner Brutalität ist Rollerball in vielen – vor allem westlichen – Ländern verboten, weshalb die Spiele in erster Linie in Osteuropa ausgetragen werden. Dessen ungeachtet haben sich bereits einige Sender die Übertragungsrechte gesichert. Der Liga-Promoter Alexis Petrovich hofft nun, auch einen Deal mit US-Privatsendern abschließen zu können. Je beliebter der Sport ist, desto wahrscheinlicher wird dies. Schon bald bemerk Alexis, dass die Quoten immer dann steigen, je brutaler es in der Arena zugeht. Er beginnt deshalb, die Spiele dahingehend zu manipulieren – in dem er einzelne Spieler dafür bezahlt, andere anzugreifen und auszuschalten. Die Veteranin Aurora ist die erste, die erkennt, was vor sich geht. Sie versucht, den neuesten Star des Spiels, Jonathan Cross, sowie dessen engen Freund Marcus Ridley, zu warnen, doch wollen ihr diese vorerst noch nicht glauben. Erst als Aurora in einem Spiel angegriffen und lebensgefährlich verletzt wird, erkennen sie die Wahrheit. Sie versuchen daraufhin, zu fliehen. Doch Alexis und seine Schergen sind ihnen dicht auf den Fersen…

Review: Szenenbild. Etwas mehr als fünfundzwanzig Jahre nach dem ersten Film sah man in Hollywood die Zeit für ein Remake von "Rollerball" gekommen (also, zumindest dem Namen nach; dazu kommen wir noch). Neugierig macht dabei in erster Linie die Wahl des Regisseurs, immerhin ist John McTiernan für so grandiose Action-Klassiker wie "Stirb langsam" und "Predator" verantwortlich. Umso ernüchternder ist das Endresultat. Nun war ich bekanntermaßen ja schon vom Original nicht übermäßig begeistert. Dennoch bot dieses durchaus einige interessante Elemente – die hier nun allesamt fehlen. Zuerst einmal fällt auf, dass das Original in einer zeitlich unbestimmten, aber jedenfalls dystopischen Zukunft angesiedelt war, in dem die Welt unter der Kontrolle von Konzernen stand, und Firmenchefs quasi wie Könige regierten. Demgegenüber war "Rollerball" damals gerade mal drei Jahre in der Zukunft angesiedelt, was dementsprechend eigentlich kaum zu bemerken ist.

Dann ist da alles rund um den Sport. Die Arena, die Anzüge, das Konzept – all dies hatte es mir beim Original ja durchaus angetan. Der 2002er-Film übernimmt dies nun sehr rudimentär – und macht alles schlechter. So ist die Arena hier unnötig kompliziert gestaltet, was unter anderem dazu führt, dass den Spielen praktisch nicht zu folgen ist. Wo ich die betreffenden Einlagen somit im Original durchaus packend fand, haben sie mich hier nur gelangweilt. Vor allem aber: Die Thematik im Original war durchaus spannend, mit Jonathans Kampf gegen die Elite, und wie diese in ihm aufgrund seiner Popularität zunehmend eine Bedrohung sieht. Auch diese ganzen interessanten Elemente sucht man hier vergeblich. Stattdessen geht es hier einfach darum, dass der Sport, so wie er aktuell von Alexis geleitet wird, eine korrupte Angelegenheit ist. Nun sage ich nicht, dass es rund um Korruption im Sportbereich nicht auch eine spannende Geschichte erzählen ließe, gerade auch, wenn man Verknüpfungen mit der FIFA usw. ziehen würde. Aber damit fehlt hier halt einfach genau jene gesellschaftliche Komponente, die für mich am Original noch das interessanteste war. Und generell bräuchte man eigentlich den frei erfundenen Rollerball-Sport nicht, um diese Geschichte zu erzählen; es könnte sich genauso gut um Autorennen, Kampfsport oder was auch immer handeln. Letztendlich geht es nur darum, dass Alexis gerne mehr Brutalität haben möchte, um so die Quoten in die Höhe zu treiben. Als dramaturgischer Unterbau ist dies – gerade auch im Vergleich zum Original – erschreckend dünn. Erschwerend kommt hinzu, dass Chris Klein dem Vergleich mit James Caan nicht standhält. Nach seinen Auftritten bei "American Pie" dachte wohl jemand, er hätte das Zeug zum "leading man" und/oder Actionstar; ein Irrglaube, wie einerseits die Zeit zeigen, und andererseits auch "Rollerball" selbst unter Beweis stellen sollte. Was nicht heißen soll, dass ich ihn grundsätzlich für einen schlechten Schauspieler halte; ist er nicht. Ich halte ihn aber in der zweiten Reihe (und/oder als Teil eines gleichwertigen Ensembles) besser aufgehoben, als an vorderster Front.

Szenenbild. Der Rest der Besetzung schlägt sich etwas besser. LL Cool J hatte rund um die Jahrtausendwende durchaus einen kleinen Lauf. Jean Reno ist eh immer sehenswert. Und Rebecca Romijn (die hier auf dem Cover so aussieht wie Carla Gugino) war dank der "X-Men"-Filme gerade auf dem aufsteigenden Ast, und ist aktuell ja u.a. in "Star Trek: Strange New Worlds" zu sehen. In Nebenrollen schauen dann auch noch Naveen Andrews (noch vor "Lost") und David Hemblen (aus "Mission Erde") vorbei. Doch trotz meiner Enttäuschung mit Chris Klein: An ihnen liegt es nicht, sondern eher am schwachen Drehbuch, dem uninteressanten Set-Design, sowie nicht zuletzt – leider – auch an John McTiernans Inszenierung. Es gibt genau eine einzige Sequenz, die positiv hervorsticht, und das ist die längere Actionszene in Nachtsicht-Optik. Davon abgesehen hat "Rollerball" action-technisch leider keinerlei Highlights zu bieten, wobei vor allem die Spielszenen für mich enorm abfielen. Und was sollte eigentlich die "Fast & Furious"-Einlage? Immerhin: CGI steckte damals noch in den Kinderschuhen, weshalb das meiste hier noch altmodisch von Hand getrickst wurde. Zumindest das ist positiv; kann den Film aber auch nicht retten.

Fazit: Es gibt eigentlich keinen Grund, warum dieser Film unbedingt ein "Rollerball"-Remake sein musste. Vom Setting und der Story her gibt es kaum Überschneidungen, die Story, die hier (im Vergleich zum Original) im Mittelpunkt steht, und sich um Korruption im Sport (sowie das Lechzen des Publikums nach Unfällen und Brutalität) dreht, hätte sich im Kontext eines tatsächlich existierenden Sports mindestens genauso gut, tendenziell sogar noch besser, erzählen lassen. Dem Remake fehlen einfach alle Elemente, die das Original (welches ich ja auch schon nicht sooo herausragend fand) interessant machten. Hinzu kommen das völlig missglückte Design der Arena, die völlig uninteressanten Match-Einlagen, ein als Action-Star leider nicht wirklich etwas taugender Chris Klein, sowie eine Inszenierung, die als neues Werk einer Action-Legende wie John McTiernan einfach nur eine Enttäuschung ist. Einzig die Szene mit den Nachtsicht-Kameras sticht positiv heraus. Davon abgesehen ist dieses "Rollerball"-"Remake" aber eine Niederlage.

Wertung:2 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2002 MGM)


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