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War of the Worlds Drucken E-Mail
Lachhafte "Desktop"-Variation der Geschichte Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Dienstag, 16 Dezember 2025
 
Advent-SPECiAL

 
Der Hund von Baskerville
Originaltitel: War of the Worlds
Produktionsland/jahr: USA 2025
Bewertung:
Studio/Verleih: Universal Pictures/Amazon Prime Video
Regie: Rich Lee
Produzenten: U.a. Patrick Aiello & Timur Bekmambetov
Drehbuch: Kenny Golde & Marc Hyman
Filmmusik: Jon Natchez
Kamera: Christopher Probst
Schnitt: Charles Ancelle & Jake York
Genre: Science Fiction/Thriller
Internet-VÖ Deutschland: 13. August 2025
Internet-VÖ USA: 30. Juli 2025
Laufzeit: 91 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Mit: Ice Cube, Eva Longoria, Iman Benson, Henry Hunter Hall, Devon Bostick, Andrea Savage, Clark Gregg, Nicole Pulliam, Michael O'Neill, Jim Meskimen u.a.


Kurzinhalt: William Radford arbeitet für die amerikanische Homeland Security-Behörde. Er ist einer der führenden Datenanalysten, und in der Terrorbekämpfung tätig. Als solcher hat er Zugriff auf alle möglichen Überwachungssysteme – die er allerdings, nicht ganz regelkonform, unter anderem auch dazu einsetzt, ein Auge auf seinen Sohn und seine Tochter zu werfen. In Kürze wird das FBI ein Haus stürmen, das William als Standort des nun schon lange gesuchten Hackers Disruptor identifiziert hat. William überwacht den Einsatz von seinem Schreibtisch aus – muss dabei jedoch feststellen, dass es dem Hacker neuerlich gelungen ist, sie zu täuschen. Schon bald hat er jedoch noch größere Sorgen. Seine Bekannte bei der NASA weist ihn auf eine Reihe von Meteoriteneinschlägen hin, die sich fast zeitgleich auf der ganzen Erdkugel zugetragen haben. Das allein wäre ja schon ungewöhnlich genug. Dann jedoch erheben sich aus den Kratern auf einmal Maschinen, welche die Menschen angreifen. Es handelt sich offensichtlich um eine Invasion von Außerirdischen. In den darauffolgenden Stunden ist William hin- und hergerissen zwischen seinen Versuchen, einen Weg zu finden, um die Angreifer aufzuhalten, und seinem Bestreben, das Leben seiner Familie zu beschützen…

Review: Szenenbild. Eigentlich habe ich ja schon vor gut zehn Jahren damit aufgehört, mir bewusst (vermeintlich) schlechte Filme anzusehen. In Stein gemeißelt ist dies aber natürlich nicht, gibt es doch immer wieder mal Ausnahmen, wo mich die allgemeinen negativen bis fassungslosen Reaktionen dann doch wieder neugierig machen. Es hilft dann auch noch, wenn er, so wie im vorliegenden Fall, für mich als Abonnement gratis zur Verfügung steht, und ich somit zwar Zeit, aber zumindest kein Geld opfern muss, um mir selbst ein Bild zu machen. Der diesjährige "War of the Worlds" ist so ein Fall. Was war da nicht in diversen Filmgruppen los, als der veröffentlicht wurde. Ich las das alles, und dachte mir: So schlecht kann er doch eigentlich gar nicht sein?! Nun, was soll ich sagen: Oh doch, er kann. Was Regisseur Rich Lee hier vorlegt, kommt einer filmischen und kreativen Selbstaufgabe gleich. Es ist eigentlich unfassbar, dass es sich hier doch tatsächlich um eine Universal-Produktion handelt. Weil fast alles an diesem Billigstmachwerk schreit nach Asylum. Dass ich mich für diesen Vergleich am liebsten entschuldigen würde – jedoch bei Asylum – sagt eigentlich schon alles.

Wenn ihr trotzdem noch mehr wissen wollt: "War of the Worlds" ist einer dieser sogenannten "Desktop"-Filme, die sich zur Gänze auf einem Computerschirm abspielen. Von diesem kenne ich einige sehr gute ("Searching", "Host") und katastrophale ("Open Windows") Vertreter. "War of the Worlds" fällt leider in die letztere Kategorie. Zuerst einmal ist offensichtlich, dass der Ansatz nicht etwa aus kreativen Gründen gewählt (geschweige denn auch ansatzweise kreativ genutzt wird); ähnlich wie bei allzu vielen "Found Footage"-Filmen geht es vielmehr darum, Geld zu sparen. Weil natürlich ist es deutlich kostengünstiger, die Geschichte einer solchen Alien-Invasion nur vom Bildschirm eines Homeland Security-Mitarbeiters zu erzählen. Man braucht nur gelegentlich ein paar Effektaufnahmen (vermeintlich von Handykameras und ähnlichem) einstreuen, und kann somit stark auf den Ansatz "Tell, don't show" setzen. Dabei sage ich nicht einmal, dass der Zugang für solch eine Story nicht interessant hätte sein, und man der bekannten Geschichte so neue Aspekte hätte abgewinnen können. Leider aber ist "War of the Worlds" nicht einfach nur billig, sondern auch zunehmend lachhaft. Das beginnt schon bei den ganzen Überwachsungstools, die William zur Verfügung stehen, und die er u.a. dafür einsetzt, um seiner Familie hinterherzuspionieren. Spätestens, wenn er sich in den Kühlschrank seiner Tochter einhackt, um zu sehen, was sie einkauft, musste ich das erste Mal laut auflachen. Als er seiner Tochter etwas später sagt, dass sie eines Tages die Menschheit retten würde, wusste ich zudem sofort, dass genau heute eben dieser Tag sein wird. Ganz ehrlich: Wie unglaubwürdig ist das? Gleiches gilt übrigens für den Twist rund um den Disruptor. Ich schwöre euch: Es scheint, es würde sich in der Welt von "War of the Worlds" alles um William und seine Familie drehen. Da wundert es schon fast, dass nicht auch noch irgendeine Verbindung zwischen der Alien-Invasion und der Tod seiner Frau gefunden wird. Das Drehbuch ist leider ebenfalls furchtbar, und wartet mit einigen echt grauenhaften Dialogen auf ("...to initiate this war of the worlds.", oder auch "The difference between right and wrong is the truth" – hä?!). Storytechnisch ergibt hier leider auch einiges nicht wirklich Sinn; insbesondere natürlich die Offenbarung rund um Area 51. Wenn wir eh schon von dieser Bedrohung wussten, warum haben wir uns nicht besser vorbereitet?

Szenenbild. Schauspielerisch ist "War of the Worlds" leider auch nicht so besonders. Vor allem Ice Cube wirkt stellenweise überfordert. Als Nebendarsteller ist er ja ganz ok, aber er hat einfach weder das Talent noch das Charisma, um so einen Film zu tragen. Auch optisch ist der Film eine einzige Enttäuschung. In den wenigen Effektszenen befindet sich die CGI leider tatsächlich auf billigem Ayslum-Niveau, was für eine Studio-Produktion, die ursprünglich sogar fürs Kino gedacht gewesen wäre, echt erschreckend ist. Vor allem aber ist das Product Placement (Stichwort selbstfahrender Tesla) bzw. die Amazon-Eigenwerbung hier in der Tat derart übertrieben, dass es einfach nur mehr lächerlich ist. Ich meine, am Ende schickt Faiths Verlobter William den USB-Stick mit dem tödlichen Computervirus per Amazon-Drohne (und als diese abstürzt, schenkt William dem Kerl der sie findet, damit er sie wieder aufstellt, einen Amazon Geschenkgutschein). Klar kann man jetzt sagen: Na zumindest lässt uns Amazon für diese Eigenwerbung nicht auch noch extra zahlen (weil "gratis" im Prime-Abo dabei). Aber wenn man den Eindruck hat, dass der Film eigentlich von vornherein keine Story erzählen, sondern nur eine Werbebotschaft verbreiten wollte, fühlt man sich halt trotzdem verarscht.

Fazit: Dieser "Film" – eigentlich ein neunzigminütiger Amazon-Werbespot (mit Unterstützung von Tesla) – ist eine Frechheit. Es ist für mich eigentlich unfassbar, dass dieser von einem großen, traditionellen Studio wie Universal produziert wurde, und ursprünglich fürs Kino gedacht war. Denn tatsächlich ist "War of the Worlds" selbst für einen Streaming-Release unterdurchschnittlich, um nicht zu sagen unterirdisch. Man merkt hier einfach von Anfang an, dass das "Desktop"-Konzept nicht etwa aus künstlerischen, sondern rein finanziellen Gründen gewählt wurde; weil sich die Geschichte so sehr kostengünstig erzählen lässt. Leider aber sehen die – ohnehin wenigen – Effektszenen extrem billig aus. Noch schlimmer ist aber eigentlich das Drehbuch, sowohl was die Story (mit ihren zahlreichen Zufällen und Unglaubwürdigkeiten) als auch die Dialoge betrifft. William Radford ist zudem eine gar furchtbare Figur, zu der zumindest ich nie eine Bindung aufbauen konnte. Und nach einem ohnehin schon lahmen Start gibt sich der Film dann spätestens mit der aufdringlichen Amazon-Werbung endgültig der Lächerlichkeit preis. Ich weiß natürlich, dass niemand im Hollywood (oder sonst wo) zusammenkommt und sagt: "Lasst uns so einen richtigen Scheißfilm machen!". Dessen ungeachtet: Für das Endresultat von "War of the Worlds" sollten sich alle Beteiligten in Grund und Boden schämen.

Wertung:1 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2025 Amazon Prime Video)


Weiterführende Links:
Advent-SPECiAL 2025





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