Launiger post-apokalyptischer Italo-StreifenKategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 11 Dezember 2025
Originaltitel:
2019: Dopo la caduta di New York
Produktionsland/jahr:
Italien 1983
Bewertung:
Studio/Verleih:
Nuova Dania Cinematografica/Medusa Distribuzione/Starlight
Regie:
Sergio Martino
Produzenten:
U.a. Luciano Martino
Drehbuch:
Ernesto Gastaldi & Sergio Martino
Filmmusik:
Guido De Angelis & Maurizio De Angelis
Kamera:
Giancarlo Ferrando
Schnitt:
Eugenio Alabiso
Genre:
Science Fiction/Action
Kinostart BRD:
21. Oktober 1983
Kinostart Italien:
22. Juli 1983
Laufzeit:
96 Minuten
Altersfreigabe:
FSK ab 16
Mit: Michael Sopkiw, Valentine Monnier, George Eastman, Anna Kanakis, Romano Puppo, Paolo Maria Scalondro, Luigi D'Ecclesia, Edmund Purdom, Serge Feuillard u.a.
Kurzinhalt:
Wir schreiben das Jahr 2019. Vor zwanzig Jahren hat ein Nuklearkrieg zwischen der pan-amerikanischen Konföderation und der Eurac-Monarchie – die aus Europa, Asien und Afrika besteht – die Erde verwüstet. Dabei wurden auch alle, welche den ursprünglichen nuklearen Holocaust überlebten, sterilisiert. Insofern scheint für die Menschheit keinerlei Hoffnung mehr zu bestehen. Bis der Präsident der Konföderation davon erfährt, dass es in den Ruinen New Yorks noch eine Frau geben soll, die fruchtbar ist. Er holt daraufhin den früheren Soldaten Parsifal in den aktiven Dienst zurück, und schickt ihn zusammen mit zwei Agenten – Bronx und Ratchett – los, um die Frau sicher aus New York zu schaffen. Doch nicht nur lauern in New York zahlreiche gefährliche Gangs. Auch Eurac-Agenten haben es auf die Frau abgesehen…
Review:
Ich sage es immer wieder: Man muss die italienischen Filmemacher (insbesondere der 70er bis 90er) dafür bewundern, wie schamlos sie von amerikanischen Filmen geklaut haben (und ihre eigenen, deutlich günstigeren Werke dabei teilweise sogar als vermeintlich offizielle Fortsetzung von eben diesen bewarben). "Fireflash – Der Tag nach dem Ende" ist hierfür ein gutes Beispiel: Der Film ist im Wesentlichen eine Kopie von "Die Klapperschlange", lässt dabei jedoch auch Einflüsse von (unter anderem) "Mad Max" und sogar Dornröschen (ja, wirklich!) einfließen. Der Mix eben dieser geklauten Elemente verleiht "Fireflash" dann erst recht wieder einen durchaus frischen Anstrich. Zumal in meinen Augen das Endergebnis in produktionstechnischer im Vergleich zum Original längst nicht so abfällt, wie das bei manch anderen italienischen Kopien der Fall ist. So können die Modellaufnahmen des verwüsteten New York durchaus gefallen. Auch einzelne Einstellungen stechen immer wieder hervor, wie z.B. der composite shots des Tunnels mit den Ruinen New Yorks darüber. Und auch die Inszenierung von Sergio Martino ist durchaus stimmungsvoll.
Schauspieltechnisch ist "Fireflash" ebenfalls ordentlicher, als man das von ähnlichen Filmen sonst oftmals gewohnt ist. Michael Sopkiw mag zwar mit seiner Leistung hier nicht in Gefahr einer Oscar-Nominierung geraten sein, macht seine Sache aber ordentlich, und bringt vor allem auch das nötige Charisma für einen "leading man" mit. Dass er sich in weiterer Folge als Schauspieler mangels Erfolgs zur Ruhe setzte, hat er sich jedenfalls nicht verdient. Gleiches gilt übrigens auch für Valentine Monnier, die im Jahr darauf nochmal mit ihm für Lamberto Bavas "Der Monster-Hai" vor der Kamera stehen sollte. Aber auch Anna Kanakis als "böse" Ania hinterließ bei mir Eindruck. Und Kult-Darsteller George Eastman ist ja ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Storytechnisch merkt man dann halt allerdings schon, dass der Film aus verschiedenen Einflüssen zusammengeklaut wurde. Das mag den Film zwar auf der einen Seite durchaus abwechslungsreich machen, gibt ihm andererseits aber irgendwie auch einen ziemlich zerfahrenen, episodenhaften Anstrich. Wobei eben diese einzelnen Abschnitte bei mir teilweise doch auch recht unterschiedlich angekommen sind. So hatten es mir beispielsweise der noch sehr atmosphärische Einstieg, die Ankunft von Parsifal und seinen Begleitern in New York, alles rund um ihre darauffolgende Gefangennahme, sowie die erste Begegnung mit Big Ape und seinen Affen-Mutanten besonders angetan. Demengegenüber stach für mich die "Mad Max"-Einlage rund um das Demolition Derby als ziemlicher Fremdkörper heraus. Wundersam auch, dass Giara niemandem gegenüber erwähnt, dass Big Ape sie angegriffen und ausgeschaltet hat (und in eben dieser Zeit was auch immer mit "Dornröschen" angestellt haben könnte). Und ich weiß, dass Szenen in Fabriken für solche billigen postapokalyptischen und/oder Science Fiction-Stoffe fast schon zum guten Ton gehörten, dennoch stach es mir halt auch hier wieder ins Auge. Dafür ist die Action wenn auch sicher nicht spektakulär so doch solide, und wartet zudem mit einzelnen herrlich trashigen Einfällen auf (wie z.B., wenn durch einen einzelnen Schwerthieb mehrere Gegner auf einmal geköpft werden). Und das Ende war wunderbar ominös (und der Start des Raumschiffs auch wieder nett getrickst). Klar, an das große Vorbild "Die Klapperschlange" reicht er nicht heran. Dennoch fand ich "Fireflash - Der Tag nach dem Ende" schon ziemlich launig.
Fazit:
Was soll ich sagen, ich habe halt ein Herz für solchen – bei den ungleich teureren amerikanischen Produktionen fleißig klauenden – Italo-Trash. "Fireflash – Der Tag nach dem Ende" erweist sich aber in meinen Augen auch ohne entsprechende rosarote Brille als mehr als solider Vertreter des Subgenres der postapokalyptischen Unterhaltung. So mag die produktionsqualität zwar natürlich mit den großen Vorbildern nicht mithalten können, was Sergio Martino hier aber aus einem vergleichsweise geringen Budget herausholt, ist – vor allem im Hinblick auf die Modellaufnahmen – durchaus beachtlich. Seine Inszenierung ist ebenfalls durchaus hochwertig, und besticht vor allem mit ein paar atmosphärisch dichten Momenten. Darstellerisch mag "Fireflash" zwar kein Oscar-Kandidat sein, aber alle Schauspieler:innen bringen zumindest das nötige Charisma für ihre jeweiligen Rollen mit. Und George Eastman wertet den Film allein mit seiner Anwesenheit auf. Last but not least sorgt die Mischung aus verschiedensten Elementen, die aus den unterschiedlichsten Quellen "entlehnt" wurden, für einen abwechslungsreichen (wenn auch zugleich etwas zerfahrenen) Mix. Ich fühlte mich von "Fireflash" jedenfalls gut unterhalten, und sehe ich tendenziell sogar eher auf der 7 denn auf der 5.