Originaltitel: Skin in the Game Episodennummer: 3x08 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 29. August 2025 Drehbuch: Caitlin Parrish & Tyler Holmes Regie: Roxann Dawson Besetzung:
Jared Harris als Hari Seldon,
Lee Pace als Brother Day,
Lou Llobell als Gaal Dornick,
Laura Birn als Demerzel,
Cassian Bilton als Brother Dawn,
Terrence Mann als Brother Dusk,
Cherry Jones als Felice Quent,
Synnøve Karlsen als Bayta Mallow,
Pilou Asbæk als The Mule,
Yootha Wong-Loi-Sing als Songbird-17,
Troy Kotsur als Preem Palver,
Rebecca Ineson als Zephyr Vorellis,
Krista Kosonen als Warden Greer,
Iðunn Ösp Hlynsdóttir als Sephone,
Isla Gie als Skirlet,
Ahir Shah als Zagreus,
Laura Berlin als Oceanglass-49,
Blake Ritson als Sunmaster-18,
Marcus Fraser als Vandagh,
Adam Basil als Hekkus,
Miltos Yerolemou als Presider Kinn,
RitaKahn Chen als Enjoiner Beryl,
Cobhan O'Brien als Young Cleon,
Victoria Wyant als Zera,
Jennifer Saayeng als Rasik,
Mark Ebulué als Leyda u.a.
Kurzinhalt:
Das Maultier tritt Hari Seldons Hologramm aus dem Konstrukt gegenüber. Er konfrontiert ihn mit den Verbrechen der Foundation, und seiner eigenen, tragischen Vorgeschichte. Doch Hari meint nur, dafür nicht verantwortlich zu sein, und schickt ihn fort. Immerhin lässt er das Maultier jedoch am Leben, obwohl er mit dem Nullfeld die Möglichkeit gehabt hätte, das Universum von dieser Geißel zu befreien. Auf Trantor spitzt sich die Regierungskrise indes zu. In Abwesenheit der Brüder Morgen und Tag sprechen sich mehrere Vertreter von Planeten dafür aus, Trantor aufzugeben und dem Maultier zu überlassen, um das Imperium zu retten. Für Bruder Dämmerung kommt eben dies jedoch nicht in Frage. Er weiht Demerzel daraufhin in sein Ass im Ärmel ein: Die Novacula-Waffe, mit der sich ganze Planeten vernichten lassen. Bruder Tag wurde indes von der Roboter verehrenden Erb-Sekte verhaftet. Diese macht ihm nun den Prozess. Obwohl Tag darauf beharrt, dass Demerzel jener Roboter sei, dessen Rückkehr sie erwarten, wird er schuldig gesprochen. Der totgeglaubte Bruder Morgen erwacht in einem Krankenhaus, wo er sich Bayta Mallow gegenübersieht. Und auf Ignis bereitet sich Gaal Dornick auf ihre Konfrontation mit dem Maultier vor…
Review:
"Die Läuterung" hatte es mir vor allem optisch angetan. Roxann Dawson, einst als B'Elanna Torres in "Star Trek: Voyager" noch vor der Kamera, in den letzten Jahren (ja mittlerweile sogar Jahrzehnten) aber zunehmend als TV-Regisseurin tätig (und erfolgreich), spendiert uns hier einige ausgesprochen schöne Bilder und beeindruckende Einstellungen. Das beginnt gleich mit dem Gespräch zwischen Hari und dem Maultier auf Terminus, geht über die Verhandlung von Bruder Tag, bis hin zu den Aufnahmen von Tag (der ja eben doch noch lebt) im All. Ja selbst so Szenen wie das Gespräch zwischen Demerzel und Zephyr im Garten, und wie letzterer daraufhin das Gedächtnis gelöscht wird, setzt Dawson optisch überaus nett in Szene. Doch nicht nur in visueller, sondern auch in inhaltlicher Hinsicht war ich von "Die Läuterung" durchaus angetan. Auch das beginnt gleich beim anfänglichen Gespräch zwischen Hari Seldon und dem Maultier, welches für mich gleich mal ein frühes Highlight der Folge darstellte. Vor allem auch, wie kühl und emotionslos Hari ihm die kalte Schulter zeigt, so als wäre er ein lästiges Insekt (und sich zumindest vermeintlich von ihm nicht beeindrucken lässt), sticht dabei hervor. Als Hari dessen Leben verschonte, konnte ich mich dabei allerdings des Eindrucks nicht erwehren, dass er damit der Galaxis – und auch seinem Plan – keinen Gefallen getan hat.
In weiterer Folge hatten es mir dann insbesondere wieder die Szenen rund um Gaal Dornick sowie Demerzel angetan. Erstere bereitet sich hier nun darauf vor, dem Maultier entgegenzutreten. Ihre Reaktion auf die mangelnde Rückkehr von Han Pritcher ist wieder einmal hart, auf der anderen Seite aber auch verständlich. Aufgrund der Gefahr, welche das Maultier für die zweite Foundation darstellt – die keinesfalls untergehen darf – übergibt Gaal deren Führung an Preem Palver, der sie an einen selbst ihr unbekannten Ort führen soll. Damit kappt sie, zum Wohle von Hari Seldons Plan, ihre Verbindung zu jener Gemeinschaft, der sie – in Abständen – die letzten 150 Jahre ihres Lebens gewidmet hat. Auch alles rund um diese Entscheidung fand ich wirklich stark. Parallel dazu steht Demerzel aufgrund von Dämmerungs Waffe vor einem Dilemma: Wie viele Welten wird sie vernichten – und damit zugleich, wie viele Leben wird sie noch auslöschen – um ihrer Programmierung zu folgen, und zu versuchen, den unweigerlichen Untergang des Imperiums so lange als möglich hinauszuzögern? Ihr Gespräch mit Zephyr fand ich jedenfalls wieder einmal sehr stark. Aber auch ihre gemeinsamen Momente davor mit Dämmerung waren interessant. Parallel dazu erfahren wir, dass Morgen seinen Ausflug ins All doch überlebt hat. Ich hatte am Ende von "Die Melodie des Maultiers" ja eigentlich auch mit nichts anderes gerechnet, doch in der Folge darauf war Demerzel so sicher, dass er tot ist, dass ich gewillt war, ihr zu glauben. Wie sich herausstellt, ist auch sie einem Trugschluss aufgesessen. Wird das Maultier ihn ebenso leicht kontrollieren können, wie die anderen. Und wenn ja, was wird er mit dieser Macht anstellen? Bleibt noch die Storyline rund um Tag, dem von den Erben der Prozess gemacht wird. Wenn es einen Handlungsstrang gab, der für mich doch ein bisschen abfiel, so war es dieser. Einzelne Momente – insbesondere natürlich, wenn er mit Demerzels Wiegenlied den abgetrennten Roboterkopf reaktiviert – waren zwar durchaus nett. Im Vergleich zu den anderen Storyline hat mich Tags Prozess aber leider nur sehr bedingt mitgerissen.
Fazit:
"Die Läuterung" bot definitiv wieder einige sehr starke Momente, wie die Konfrontation zwischen dem Maultier und dem Hologramm von Hari Seldon, Gaal Dornicks Abschied von der Zweiten Foundation, oder auch – wieder einmal – Demerzels Dilemma. Auch optisch war die Episode wieder einmal äußerst fein; Roxann Dawson hat definitiv ein großes inszenatorisches Talent, und die Tatsache, dass sie sich auch für die restlichen Folgen der Staffel Regie geführt hat, lässt mich vor allem in visueller Hinsicht von diesen viel erwarten. Und nicht zuletzt gab es hier einige sehr interessante Entwicklungen, die darauf hindeuten, dass uns in den nächsten beiden Folgen ein großes (hoffentlich nur Staffel-)Finale erwartet. Einzig der Handlungsstrang rund um den Prozess von Bruder Tag fiel für mich – trotz einzelner netter Momente – ein bisschen ab. Davon abgesehen war das aber eine rundum gelungene Folge.