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Star Trek: Nemesis, USA 2002
Star Trek: Nemesis
(Star Trek: Nemesis, USA 2002)
 
Studio/Verleih: Paramount Home Entertainment
Regie: Stuart Baird
Produzenten: Rick Berman
Drehbuch: John Logan
Musik: Jerry Goldsmith
Kamera: Jeffrey L. Kimball
Schnitt: Dallas Puett
Genre: Science Fiction, Abenteuer

Inhaltsbeschreibung:Auf dem Planten Romulus kommt es zu einem Regierungswechsel, des wohl einflussreichsten Volkes im Beta-Quatranten. Durch das Auslöschen des gesamten bestehenden romulanischen Senates, nimmt der junge und ehrgeizige "Pseudo"-Remaner Shinzon das Amt des Prätors an sich und wird somit Alleinherrscher und Senatsoberhaupt des romulanischen Imperiums.

Star Trek X: NemesisGleichzeitig kommt es zur lang ersehnten Hochzeit zwischen Commander Riker und Commander Troi auf der Erde. Die letzte Reise der bisherigen Besatzung der Enterprise-E wird sie zur zweiten Hochzeitsgala nach Betazed führen. Ein Großteil der Führungscrew wendet sich anderen Aufgaben zu: Troy und Riker werden auf die Titan versetzt und Dr. Crusher wird ihren neuen Posten in der Forschung antreten. Während der Reise empfängt man ein positronisches Signal vom dritten Planeten des Kolarus-Systems. Da sich es nur um Spuren einer positronischen Matrix handeln kann, nimmt die Enterprise Kurs auf Kolarus III um die Signale näher zu untersuchen. Tatsächlich finden Data, Worf und der Captain einen zerlegten Androiden des Soong-Typs verstreut über einen größeren Radius. Plötzlich findet sich das Außenkommando von angriffslustigen Einwohnern des Planeten umzingelt wieder, die sofort das Feuer eröffnen. Mithilfe einer Fernsteuerung gelingt es das Shuttle unverletzt zu erreichen. Chefingenieur LaForge stellt fest, dass B-4, ein vorhergehender Prototyp von Data ist. Da sein neurales System nicht annährend so komplex ist wie das von Data, geht Picard das Risiko ein, eine Datenübertragung auf die Matrix des Prototypen zu versuchen. Leider zeigt sich der Versuch als ergebnislos.

Star Trek X: NemesisAuf Befehl von Admiral Janeway fliegt die Enterprise ins romulanische Heimatsystem, um mit der neuen Regierung in Kontakt zu treten und freundschaftliche Beziehungen herzustellen. Jedoch erweißt sich alle Hoffnung als trügerisch. Erst nach einigen Stunde Wartezeit enttarnt sich ein riesiges Kriegsschiff von Shinzon, die Scimitar. Doch von einem Gespräch kann bei dem Treffen kaum die Rede sein. Es offenbart sich, dass der Prätor kein Remaner, sondern ein Klon Captain Picards ist. Tatsächlich kann Dr. Crusher mit Hilfe einer Blutprobe die Echtheit dieser Behauptung feststellen. Im darauf folgenden privaten Gespräch zwischen Shinzon und Picard, kann der neue Herrscher den Captain mit Worten für sich gewinnen. Jedoch kann das Vertrauen von Picard nicht aufrecht gehalten werden: Erstens gab es einen unrechtmäßigen Zugriff auf die Schiffsdatenbank, die B-4 verursacht hat und zweitens stellt LaForge bei Scans fest, dass die Scimitar eine tödliche Talaronen-Strahlung abgibt. Der Prototyp wurde von Shinzon manipuliert und zurück auf sein Schiff gebeamt, um die gesammelten Daten auszuwerten. Doch auch Troi macht grausame Erfahrungen einer geistigen Vergewaltigung durch Shinzon, über die telephatischen Kräfte seines Stellvertreters. Während des Berichtes von Troi wird Picard plötzlich auf die Scimitar gebeamt, bevor die Schilde der Enterprise aktiviert werden können.

Star Trek X: NemesisPicard erwacht gefesselt auf Shinzons Schiff und erfährt erst jetzt die wahren Absichten des Prätors: Die Erde zu zerstören und Picard am Ende zu töten. Jedoch war der Captain Shinzon einen Schritt voraus, anstatt B-4 herübergebeamt zu haben, war Data an Bord gekommen und befreit Picard. Mit Hilfe eines kleinen Kampfschiffes können sie von der Scimitar fliehen. Sofort geht die Enterprise auf Warp und versucht in den Föderationsraum zurückzugelangen. Dr. Crusher berichtet, dass Shinzon bald sterben wird und deshalb dringend genetisches Material Picards braucht. Mit Datas falschen Daten über die Aktivitäten der Sternenflotte und einer geheim zusammengestellten Eingreiftruppe, soll die Scimitar gestoppt werden. Jedoch fliegt die Enterprise in der Nähe der Grenze durch eine Raumanomalie, die jegliche Kommunikation nach außen verhindert.

Star Trek X: NemesisIn dieser Situation schlägt Shinzon zu und feuert auf die Enterprise, obwohl sein eigens Schiff dabei getarnt bleibt. Nach kurzer Zeit stellt die Scimitar das Feuer ein und Shinzon erscheint als Hologramm im Bereitschaftsraum des Captains, der nun endgültig alles über die Absichten seines eigenen Klon erfährt. Jedoch kommt der Enterprise unerwartet Hilfe von zwei romulanischen Kriegsschiffen zu. Die Scimitar kann jedoch trotzdem nicht besiegt werden. Die beiden hinzugekommen Schiffe werden außer Gefecht gesetzt und die Enterprise sehr schwer beschädigt. Auch durch einen telephatischen Trick Trois, um die Position des getarnten Schiffes zu ermitteln, kann sich die Lage der Enterprise nicht bessern. Zusätzlich wird noch ein Enterkommando auf die Enterprise gebeamt und es kommt zu Feuergefechten in den Gängen des Schiffes. Das Schiff von Picard ist vollkommen kampfunfähig und Shinzon fühlt sich schon als einsamer Sieger, obwohl er die Enterprise nicht vernichten kann. Daraufhin aktiviert er die Talaronen-Waffe, um die Crew der Enterprise zu töten. Picard sieht nur noch einen Ausweg den Plan des Prätors zu verhindern, er rammt die Scimitar. Dabei werden die vordersten Sektionen der Enterprise vollkommen zerstört. Diese Aktion führt allerdings nicht zum Erfolg und Picard beamt sich selbst auf die Scimitar, um die Waffe manuell zu deaktivieren. Da daraufhin die Transporter ausfallen, folgt Data dem Captain auf die Scimitar, indem er sich einfach von der Enterprise auf die Scimitar hinüber gleiten lässt.

Star Trek X: NemesisAuf der Brücke kommt es schließlich zum finalen Kampf zwischen Picard und seinem Klon. Es gelingt ihm Shinzon zu töten, aber die Talaronen-Waffe lässt sich nicht deaktivieren. Plötzlich erscheint Data und beamt den Captain mit einen neuartigen Ort-zu-Ort-Transporter zurück auf die Enterprise. Mit einem Phaser schießt er auf die Matrix der Waffe und zerstört damit die Scimitar und sich selbst. Später gedenken die Offiziere dem verstorbenen Androiden, der sich für deren Rettung opferte. Am Ende wird die Enterprise im Raumdock repariert und es kommt zu einem Dialog zwischen Picard und B4. Schließlich singt er "Blue Skies", ein Lied welches Data bei Rikers und Trois Hochzeit bereits gesungen hat. Der Captain stellt fest, dass Data nicht wirklich gestorben ist, auch wenn B-4 nicht derselbe ist, wie der zerstörte Androide.

Max Berger & Benjamin Sommer

Review:

Es gibt die philosophisch orientierten und die mit Action geladenen Star Trek-Filme, wobei diese sich immer durch das "Mischungsverhältnis" zusammensetzen. Beides gelang mit großen Erfolg nur bei Star Trek 6, weil er damals auch in Zeiten des weltpolitischen Umschwungs den Geist der Menschen traf.

Star Trek Nemesis versucht wie sein Vorgänger beides zu gleichen Teilen aufzuwiegen. Der Film hat unumstritten einen hohen visuellen Anspruch, was nicht zuletzt auf die sehr gute Kameraführung und den Spezial-Effekten zurückzuführen ist. Stuart Baird (Regie) hat, ohne je bewusst Star Trek geschaut zu haben, eine richtigen Riecher für die visuelle Umsetzung der Enterprise, der Remaner und der Romulaner und natürlich der wirklich innovativen Raumschlacht gehabt. Die Szenen auf Kolarus III wirken am Anfang zwar sehr interessant und markant, jedoch sind sie farblich ein bisschen zu grell und damit manchmal etwas augenunfreundlich für den Zuschauer.

Lange bevor der Film in die Kinos kam, habe ich im Netz sinngemäß gelesen, dass Star Trek 10 all das hätte, was Star Trek 8, so gut gemacht hat, beispielsweise die Action und die charismatischen Gegner. Stimmt das wirklich? Ein klares Nein! Die Antwort ist einfach, dass Star Trek 10 nicht im geringsten die guten Abschnitte von Star Trek 8 übernommen hat. Der 8. und 9. Film sind sehr auf Action ausgelegt, ohne die Star Trek seit der 3. Staffel von Voyager leider nicht mehr auskommt. Die Borg waren wohl kaum charismatische Gegner, weil man sie bis dahin nicht weit genug entwickelt hatte. Trotzdem reicht es voll und ganz sich auf Shinzon zu konzentrieren, was sehr wichtig für den eigentlichen Kern des Films ist. Star Trek Nemesis versucht uns eine Antwort auf eine Grundfrage der Menschheit zu geben. "Was macht uns zu dem was wir sind?" Obwohl Shinzon praktisch die selbe Person wie Picard ist, hat er ein komplett anderes Leben gehabt. Die Eindrücke und Erfahrungen die er gesammelt hat, haben sein Wesen verändert und ihn zu einer boshaften Person gemacht.

Picard hingegen ist behütet aufgewachsen und später hat er seine Karriere bei der Sternenflotte verfolgt, bei dem ihm Ideale vermittelt wurden, die ihn wiederum zu der Person prägten die er jetzt ist. Trotzdem haben beide grundsätzliche Charaktereigenschaften, welche sie miteinander verbinden. In Shinzons Alter war Picard ebenfalls äußerst selbstbewusst und eingebildet. Picard stellt sich die Frage ob er sich ebenfalls so entwickelt hätte, wenn er Shinzons Leben geführt hätte. Doch gerade von Data, einer künstlichen Lebensform, die im übrigen ähnliche Erfahrungen mit B-4 sammelt, glaubt nicht daran. Es ist nicht das Leben, welches wir gelebt haben und uns geprägt hat, sondern ein innerer Wille der uns so handeln lässt, wie wir es tun. Ein Wille der uns veranlasst Entscheidungen zu treffen.

Jedoch hätten sich die Produzenten zu allererst die Frage stellen müssen: Was hat TNG zu dem gemacht, was es ist? In Nemesis fehlt dieses Feeling eindeutig, denn über den ganzen Film schwebt eben diese Abschiedsatmosphäre. Im Vergleich zu Star Trek 6 war es ein guter Teil des Films, weil sich alle noch einmal näher gekommen sind, aber bei Nemesis ist dieser Aspekt eher ernüchternd und macht den Film etwas unbehaglich. Ebenfalls fehlt diese gewisse Essenz an Humor, obwohl es natürlich witzigen Ansätze gibt, die leider nicht mehr den typischen Star Trek Charme treffen. Nemesis ist an sich ein guter Film, der jedoch den Star Trek-Fan nicht befriedigt. Vielleicht sollte man es auf sich beruhen lassen und den Film als gut gemeinten Versuch ansehen eine Generation zu verabschieden. Denn den eigentlichen Abschied kann nur jeder für sich selbst vollziehen.


Benjamin Sommer

Ohne Frage finden wir in Nemesis die besten Special Effects, welche jemals in Star Trek zu sehen waren. Endlich haben es die Produzenten geschafft, die Enterprise visuell auf eine deutlich höhere und deutlich sehenswertere Ebene zu stellen. Die Raumschlacht ist wunderbar umgesetzt und ein wahre Innovation.

Jedoch kann ich mich nicht mit der Meinung anfreunden, dass die Action fehl am Platz ist. Zu jedem Star Trek-Film gehört einfach eine gewisse Portion Action - wenn man mal von Star Trek 4 absieht.
Ich denke sie kommt den Film eher zugute, lässt ihn dadurch schneller erscheinen und ist somit deutlich einfacher für den Zuschauer zu erfassen.

Der eigentliche Kern des Films ist nach meiner Ansicht in bester Tradition zu "The Next Generation" gehalten. Die Frage über die Entwicklung des Menschen nimmt einen zentrale Stellung ein und wird von vielen Seiten beleuchtet und erörtert. Für mich gibt es also kein Problem mit einer fehlenden "philosophischen Verbindung" zur eigentlichen Serie.

Auch das Thema "Abschied" kommt im eigentlichen Film kaum zum tragen und stört mich wiederum gar nicht, da es einwandfrei in den Film integriert worden ist, ohne das es störend wirkt.
Leider gibt es auch einen Grund zum meckern.

Warum sind gerade die witzigsten Szenen aus der endgültigen Fassung des Films geschnitten wurden? Gerade diese Szenen hätten den sonst sehr düster erscheinenden Film etwas heller gemacht. Schade - eine echt verpasste Chance. Im Ganzen ist Nemesis ein guter Film für jeden, der mit seinen inneren Konflikten lebt. Das offene Ende lässt die Hoffnung auf einen möglichen 11ten Film fortleben.


Max Berger

Darsteller: Patrick Stewart (Captain Jean-Luc Picard), Jonathan Frakes (Commander William Riker), Brent (Spiner: Lieutenant Commander Data/B-4), LeVar Burton (Lieutenant Commander Geordie LaForge), Michael Dorn (Lieutenant Commander Worf), Gates McFadden (Dr. Beverly Crusher), Marina Sirtis (Counselor Deanna Troi), Tom Hardy (Shinzon), Ron Perlman (Vizekönig), Shannon Cochran (Senator Tal’aura), Dina Meyer (Commander Donatra), Jude Ciccolella (Commander Suran), Alan Dale (Prätor Hiren), John Berg (Senator), Michael Owen (Fähnrich Branson), Kate Mulgrew (Admiral Kathryn Janeway)

Weitere Informationen:
Kino-Start (Deutschland): 16.01.2003 Webseite: Zur Webseite
Kino-Start (USA): 13.12.2002 Trailer: Zum Trailer
Laufzeit: 116 Minuten    
Altersfreigabe: ab 12 Jahren    

Zitate: Admiral Janeway: "Die Son'a, die Borg, die Romulaner - sie bekommen wohl immer die leichten Aufgaben..."
Janeway: "Was halten Sie von einem Ausflug zum Romulus?"
Picard: "Mit dem oder ohne den Rest der Flotte?"

DVD / Video:

 

  • Format: Dolby, DTS, PAL, Special Edition, Surround Sound
  • Sprache: Deutsch, Englisch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: CIC Video/Paramount Home Ent.
  • DVD-Erscheinungstermin: 3. November 2005
  • Spieldauer: 112 Minuten
  • DVD Features:
    • Audiokommentar von Regisseur Stuart Baird; Audiokommentar von Produzent Rick Berman und Schauspieler Brent Spiner; Textkommentar von Michael Okuda und Denise Okuda
    • DAS STAR TREK UNIVERSUM: Die letzte Reise der Star Trek-Familie; Eine wagemutige Vision der
    • PRODUKTION: Nemesis Nachbetrachtung; Neue Grenzen: Stuart Baird über die Regie von Nemesis; Die Actionszenen auf dem Storyboard; Roter Alarm! Dreharbeiten der Actionszenen von Nemesis; Bau und Wiederaufbau; Auf vier Rädern durch die unendlichen Weiten; Shinzon Screen Tests
    • DAS ROMULANISCHE IMPERIUM: Der romulanische Lore; Shinzon und der Vizekönig; Romulanisches Design; Der romulanische Senat; Die Scimitar; ARCHIVE: Storyboards; Produktion; Requisite; TRAILER: Teaser Trailer; Kino Trailer
    • ENTFERNTE SZENEN: Einführung von Rick Berman; Wesleys neue Mission; Chateau Picard, 2267; Zeit der Eroberung; Data und B-4; Föderationsprotokolle; Die Chance für den Frieden; Selbstverlust; Erinnern Sie sich an ihn?; Turbolift Missbrauch; Die Krankenstation bereitet sich auf den Kampf vor; Datas Quartier ausräumen; Crusher bei Starfleet Medical; Ratschläge für den neuen Ersten Offizier
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