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Relic - Dunkles Vermächtnis Drucken E-Mail
Eindringliches Horrordrama zu Demenz Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 15 Oktober 2020
 
Halloween-SPECiAL

 
Relic
Originaltitel: Relic
Produktionsland/jahr: Australien/USA 2020
Bewertung:
Studio/Verleih: Carver Films/IFC Midnight/Leonine
Regie: Natalie Erika James
Produzenten: U.a. Jake Gyllenhaal, Riva Marker, Anna McLeish & Sarah Shaw
Drehbuch: Natalie Erika James & Christian White
Filmmusik: Brian Reitzell
Kamera: Charlie Sarroff
Schnitt: Denise Haratzis & Sean Lahiff
Genre: Horror/Thriller
Kinostart Deutschland: Noch nicht bekannt
Kinostart USA: 03. Juli 2020
Laufzeit: 89 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: YouTube
Kaufen: Noch nicht erhältlich
Mit: Emily Mortimer, Robyn Nevin, Bella Heathcote, Steve Rodgers, Chris Bunton u.a.


Kurzinhalt: Kay und ihre Tochter Sam haben nun beide schon länger nichts mehr von ihrer Mutter bzw. Großmutter Edna gehört, die alleine in einem großen, abgelegenen Landhaus wohnt. Besorgt, dass mit ihr etwas passiert sein könnte, brechen sie auf, um nach dem Rechten zu sehen. Nach ihrer Ankunft finden sie das Haus in reichlich Unordnung, vor allem aber verlassen vor. Von Edna fehlt jede Spur. Am nächsten Tag ist sie auf einmal zurück, kann jedoch selbst nicht sagen, wo sie gewesen ist, Kay und Sam wird zunehmend bewusst, dass Edna unter Altersdemenz leidet. Sie hat Momente, da ist sie völlig klar, dann wieder scheint sie nicht zu wissen, wer vor ihr steht. Sie warnt beide eindringlich davor, das Haus rasch wieder zu verlassen, da irgendetwas Böses darin lauern soll. Natürlich glauben ihr Kay und Sam nicht – bis sich die mysteriösen Ereignisse im Haus mehren, und beide zu befürchten beginnen, dass Edna mit ihren Warnungen doch recht haben könnte…

Review: Szenenbild. Ich liebe so ziemlich alle Facetten des Horrorgenres (gut, ok, zugegeben; Found Footage brauche ich nur in Ausnahmefällen; aber sonst…) – und dabei eben auch ihre Möglichkeit, echte Ängste, Sorgen und/oder Krankheiten aufzugreifen, unter durch bewusste Überhöhung (eben durch einen übernatürlichen Touch) greifbar(er) und eindringlich(er) zu machen. Eines meiner Paradebeispiele dafür ist "Der Babadook" (wie es der Zufall so will ebenfalls das Regiedebüt einer Australierin), wo sich Amelas Depression in Form des titelspendenden Monsters aus einem (fiktiven) Kinderbuch manifestierte. Hier bei "Relic", dem ersten Spielfilm von Drehbuchautorin und Regisseurin Natalie Erika James, steht vielmehr Altersdemenz im Mittelpunkt. Ein so wichtiges wie schwieriges Thema, dem sie sich gleich von mehreren Seiten nähert. Einerseits natürlich aus Sicht der engsten Familienangehörigen, die nicht nur den schmerzlichen geistigen Verfall eines geliebten Menschen mitansehen, sondern auch darüber nachdenken müssen, wie sie damit – auch zu Ednas Wohl – am besten umgehen können. Andererseits aber auch aus Ednas Perspektive, wobei vor allem ein Kniff zum Ende hin dazu gedacht ist, uns in ihre Haut schlüpfen zu lassen. Hier zeigt "Relic" auf erschreckende Art und Weise, wie es sein muss, sich plötzlich in den eigenen vier Wänden nicht mehr zurechtzufinden.

Generell profitiert "Relic" in meinen Augen enorm von der bedrückenden Grundthematik. Selbst wer bislang das Glück hatte, in seinem näheren familiären Umfeld noch mit keiner schwer kranken und/oder dementen Person konfrontiert worden zu sein (gibt es so jemanden überhaupt?), muss sich wohl darauf einstellen, dass ihn/sie dies früher oder später in seinem/ihrem Leben erwarten wird. Dementsprechend leicht ist es, mit Kay, Sam und natürlich auch Edna, mitzufühlen. Bereits die Ausgangssituation war dabei mehr als nur schlimm genug, aber vor allem zum Ende hin ging mir einiges dann doch sehr nahe. Doch trotz der zweifellos sehr ausgeprägten Drama-Elemente, die diesen Film erden, und ihn für mich eben auch so eindringlich machten, ist "Relic" trotz allem eindeutig ein waschechter Horrorfilm – auch wenn er dies in der ersten Hälfte noch eher verschleiert. Zwar zeichnete sich der Film bereits in diesem Teil durch eine dichte, bedrückende Atmosphäre sowie einzelne hervorstechende Spannungsmomente (z.B. das Monster unter dem Bett) aus, so richtig dreht "Relic" was das betrifft dann aber erst im letzten Drittel auf. Wohl nicht zuletzt auch deshalb hat mir dieses insgesamt am Besten gefallen – wobei es dem Film aufgrund der Thematik letztendlich praktisch von Beginn an gelang, mich ins Boot zu holen. Neben der Grundidee hatten daran aber zweifellos auch die Darstellerinnen einen großen Anteil. Egal ob Emily Mortimer, Bella Heathcote oder auch Robyn Nevin, sie alle glänzen sowohl individuell in ihren Rollen, als auch im Zusammenspiel. Natalie Erika James Inszenierung wiederum ist optisch durchaus fein, besticht aber in erster Linie durch die dichte Atmosphäre, die sich im Verlauf des Films zunehmend aufbaut. Einzelne potentielle Kritikpunkte mag es zwar geben (so könnte ich die Besetzung eines Menschen mit Down-Syndrom wesentlich positiver bewerten, wenn man sich den "retard"-Sager gespart hätte), und zugegebenermaßen braucht "Relic" ein bisschen, bis er so richtig Fahrt aufnimmt. Spätestens im letzten Drittel konnte mich Natalie Erika James' Langfilmdebüt dann aber voll und ganz überzeugen.

Fazit: Szenenbild. "Relic" ist zugegebenermaßen ein bisschen ein "slow burn". Zwar von Anfang an interessant und mit der einen oder anderen atmosphärischen Szene aufhorchend, entfaltet er sich dann erst im letzten Drittel so richtig – dann aber ordentlich. Hier gibt es dann einige erschütternde, erschreckende sowie berührende Szenen, und insgesamt ging mir das letzte Drittel des Films doch ordentlich unter die Haut. "Relic" hat dabei insbesondere als Allegorie aufs Älterwerden grandios funktioniert – und das auf gleich mehreren Ebenen, deckt er doch sowohl die Sicht der Betroffenen als auch der Angehörigen, die den Verfall hilflos mitverfolgen müssen, ab. Der Film bietet dabei denjenigen, die sich mit ihm auch nach dem Abspann noch beschäftigen wollen, einiges an Interpretationsspielraum. Zugegeben, von den Gruselelementen betrachtet ist "Relic" jetzt nicht wirklich etwas Besonders. Die allegorischen Ansätze hallten bei mir aber noch lange nach. Getragen von drei großartigen schauspielerischen Leistungen des zentralen Trios Emily Mortimer, Bella Heathcote und Robyn Nevin, ist Natalie Erika James mit "Relic" jedenfalls ein wirklich beachtliches Spielfilmdebüt geglückt!

Wertung:8 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2020 Leonine)


Weiterführende Links:
Halloween-SPECiAL 2020





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