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Der Solist Drucken E-Mail
Enttäuschende Abhandlung einer wahren Geschichte Kategorie: Filme - Autor: Björn Flügel - Datum: Mittwoch, 08 April 2020
 
 
Der Solist
Originaltitel: The Soloist
Produktionsland/jahr: USA 2009
Bewertung:
Studio/Verleih: DreamWorks/Universal Pictures Germany/Justbridge Entertainment
Regie: Joe Wright
Produzenten: U.a. Gary Foster & Russ Krasnoff
Drehbuch: Susannah Grant, nach dem Buch von Steve Lopez
Filmmusik: Dario Marianelli
Kamera: Seamus McGarvey
Schnitt: Paul Tothill
Genre: Drama
Kinostart Deutschland: 10. Dezember 2009
Kinostart USA: 24. April 2009
Laufzeit: 117 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray (seit 06.04.2020)
Mit: Robert Downey Jr., Jamie Foxx, Catherine Keener, Tom Hollander, LisaGay Hamilton u.a.


Kurzinhalt: Der Kolumnist Steve Lopez begegnet dem Obdachlosen Nathaniel Ayers, der sich auf einer Violine mit nur zwei Saiten als musikalisches Genie erweist. Lopez wittert eine gute Story, beginnt zu recherchieren und findet heraus, dass Nathaniel an Schizophrenie leidet, die ihn einst dazu zwang, sein Studium abzubrechen und die ihn später auf die Straße trieb. Die Kolumne findet große Resonanz und entwickelt sich für Steve zu einem Karrieresprungbrett. Während er Nathaniel weiterhin begleitet, entwickelt sich zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft. Er verschafft ihm schließlich eine Unterkunft und arrangiert sogar öffentliche Auftritte. Doch es sind seine Pläne für Nathaniels weiteres Leben, denn dieser findet einzig und allein Halt in der Musik seines Lieblingskomponisten Beethoven. Er muss sich zwischen Karriere und Freundschaft entscheiden…

Review: Ich wollte "Der Solist" wirklich mögen. Und nachdem ich die Inhaltsangabe des Films studiert und mich mit der (echten) Geschichte des Journalisten Steve Lopez und des obdachlosen Musikgenies Nathaniel Ayers befasst hatte, war ich doch sehr gespannt, wie Regisseur Joe Wright diesen recht anspruchsvollen Stoff umsetzen würde. Die Voraussetzungen waren jedenfalls nicht schlecht: Mit Robert Downey Jr. und Jamie Foxx standen zwei ausgezeichnete Hauptdarsteller zur Verfügung, und der "echte" Steve Lopez beteiligte sich am Drehbuch, welches wiederum auf dessen in der L.A. Times veröffentlichten Kolumnen sowie seinem daraus hervorgegangenen Buch "The Soloist: A Lost Dream, an Unlikely Friendship, and the Redemptive Power of Music" basierte. Dennoch ist der Film eine Enttäuschung. Und eines der Probleme ist dabei ausgerechnet das Drehbuch, welches das dramatische Potenzial der Geschichte nicht auszuschöpfen vermag und auch den Protagonisten kaum die Gelegenheit gibt, den Zuschauer zu erreichen geschweige denn emotional zu berühren. Zwar ist es bemüht, zuverlässig Aspekt für Aspekt abzuarbeiten, so kommt die Situation der - hier zu Statisten degradierten - Obdachlosen in L.A. ebenso wie der Umgang mit geistig Erkrankten zur Sprache, doch bei alledem bleibt es ungemein kühl, geradezu sachlich und insgesamt trivial. So bleibt dem Zuschauer jedwede Empathie für die Umstände und die Figuren von vornherein verwehrt.

Szenenbild. Angesichts dieser fehlenden Nähe fällt es auch sehr schwer, das Verhältnis, den Bund, die Freundschaft zwischen Lopez und Ayers nachzuvollziehen und nachzuempfinden. Wann wird aus dem anfänglich rein journalistischen Interesse mehr? Was veranlasst Lopez, seine Haltung zu ändern? Woher kommt seine Läuterung? Auf der anderen Seite steht Ayers, dessen Schizophrenie nur oberflächlich reflektiert wird. Die angebrachten Rückblenden in seine Kindheit und Jugend schaffen zwar einen halbwegs aufschlussreichen biografischen Hintergrund, jedoch schlagen sie keine Brücke zur Gegenwart. Das größte Versäumnis bleibt allerdings, wie man überhaupt mit der der Diagnose Schizophrenie umgeht: Es ist offenbar, dass sich niemand die Mühe gemacht hat, sich investigativ mit dieser Erkrankung zu befassen, so dass Ayers der besessen vor sich hin stammelnde, unter Angstzuständen leidende, aber mit einem außerordentlichen Genius gesegnete Virtuose bleibt.

Fazit: Im Kern ist "Der Solist" eine faszinierende Geschichte. Doch das allein ergibt noch längst keine gute Erzählung und erst recht keinen guten Film. Zum einen bleiben die Hauptfiguren Steve und Nathaniel für den Zuschauer unnahbar, zum anderen wird die Handlung völlig teilnahmslos vorangetrieben. Die Situation der vielen Tausend Obdachlosen, das Wesen und der Umgang mit der Diagnose Schizophrenie oder auch die Entwicklung des Vertrauensverhältnisses zwischen Steve und Nathaniel werden nur stichwortartig behandelt, so dass die Relevanz der Story kaum erkennbar wird, was wiederum diese Verfilmung entbehrlich macht.

Wertung:4 von 10 Punkten
Björn Flügel
(Bilder © 2009 Universal Pictures Germany)





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