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Der Leuchtturm Drucken E-Mail
Robert Eggers neuester Alptraum Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 27 November 2019
 
 
Der Leuchtturm
Originaltitel: The Lighthouse
Produktionsland/jahr: USA 2019
Bewertung:
Studio/Verleih: A24/Universal Pictures International (UPI)
Regie: Robert Eggers
Produzenten: U.a. Robert Eggers, Youree Henley, Lourenço Sant' Anna, Rodrigo Teixeira & Jay Van Hoy
Drehbuch: Robert Eggers & Max Eggers
Filmmusik: Mark Korven
Kamera: Jarin Blaschke
Schnitt: Louise Ford
Genre: Horror
Kinostart Deutschland: 28. November 2019
01. November 2019
Laufzeit: 109 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Willem Dafoe, Robert Pattinson & Valeriia Karaman


Kurzinhalt: Eine Insel in New England in den 1890ern: Der erfahrene Seeman Thomas Wake und der diesbezügliche Frischling Ephraim Winslow, der zuvor als Holzfäller gearbeitet hat, kommen auf die Insel, um die Besetzung des Leuchtturms abzulösen. Rasch wird klar, dass sich die beiden sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten nicht wirklich grün sind. Auf der einen Seite der laute, abgehärtete Seebär, auf der anderen der ruhige, kleinlaute Frischling, für den dieser Job einen Neuanfang darstellen soll. Es ist eine Zweckgemeinschaft, und beide versuchen, das Beste daraus zu machen. Doch die Isolation, das schlechte Wetter und die eintönige Arbeit, die allesamt dazu führen, dass sich jeder Tag gleich anfühlt und sie schon bald beginnen, jegliches Zeitgefühl zu verlieren, machen ihnen zunehmend zu schaffen. Als die erwartete Ablöse nicht eintrifft und die Vorräte langsam zu Neige gehen, scheint die Tragödie unausweichlich…

Review: Szenenbild. Robert Eggers hat vor ein paar Jahren mit seinem Spielfilmdebüt "The Witch" auf sich aufmerksam gemacht, und sich mit diesem – wie zuletzt u.a. auch Ari Aster mit "Hereditary" – als eine vielversprechende Nachwuchshoffnung im Horror-Genre etabliert. Zugegebenermaßen war "The Witch" durchaus eigen, und dürfte wohl nicht jedem gefallen haben, aber genau dieser Ausbruch aus der dominierenden Genre-Standardkost war für mich – neben den starken schauspielerischen Leistungen sowie der dichten Atmosphäre – eine seiner größten Stärken. Mit "Der Leuchtturm" legt er nun ein paar Jahre später seinen Nachfolger vor, und bleibt sich und dem bei "The Witch" etablierten Stil treu. Neuerlich ist die Erzählweise eine gemächliche, baut sich über die Laufzeit hinweg langsam eine immer dichter werdende Atmosphäre auf, schleichen sich zunehmend alptraumhafte Elemente ins Geschehen ein, und ist das ganze zudem wieder in einem historischen Setting – inklusive leicht veralteter Sprache (weshalb ich im Falle eines O-Ton-Besuchs zu Untertiteln rate) – verankert. Die Chancen stehen somit gut, dass euch, wenn ihr "The Witch" mochtet, auch "Der Leuchtturm" wieder gefallen sollte.

Etwas, worin sich die beiden Filme voneinander unterscheiden, ist die Herangehensweise bei der Inszenierung – wo Eggers im Vergleich zu seinem Erstling noch etwas mehr Mut beweist. Denn während dieser wie ein relativ gewöhnlicher zeitgenössischer Horrorfilm aussah, setzt er im Falle von "Der Leuchtturm" bewusst auf eine veraltete Optik, die ihn so aussehen lässt, als wäre er in den 30ern des vorangegangenen Jahrhunderts gedreht worden; nämlich ein Schwarz/Weiß-Bild im 4:3-Format. Eben dies passt aber letztendlich perfekt zum Setting, und wertete den Film für mich somit noch einmal zusätzlich auf. Aber auch vom Format abgesehen beweist Robert Eggers hier neuerlich sein Gespür für eindrucksvolle, zugleich wunderschöne wie alptraumhafte, Bilder. Die Kamera war zudem teilweise interessant positioniert, z.B. wenn sie am Tisch saßen, wo die Köpfe fast am oberen Bildrand klebten, und dafür unten viel toter Raum war. Rein visuell gesehen zählt "Der Leuchtturm" für mich jedenfalls ganz klar zu den Highlights des Kinojahres. Was ebenfalls besticht, sind die starken schauspielerischen Leistungen. Abseits kleinerer Auftritte von Mini-Charakteren kommt "Der Leuchtturm" angesichts seines kammerspielartigen Aufbaus in erster Linie mit zwei Darstellern aus. Willem Dafoe haben sie dabei genau so hergerichtet, wie man sich einen alten, abgehärteten Seebären vorstellen würde, und wirkte auf mich teilweise wie eine jüngere Version von Käpt'n Iglo (also, dem guten alten aus den 80ern und 90ern, mit dem ich halt aufgewachsen bin). Robert Pattinson wiederum beweist hier neuerlich, dass er so viel mehr kann, als nur zu schmachten und in der Sonne zu glitzern. Und vor allem zusammen sind die beiden hier echt eine Wucht. Die letzte wesentliche Stärke des Films ist dann die alptraumhafte Stimmung, die er zunehmend verbreitet – für die ich halt nun mal ein Faible habe. Ganz perfekt ist der Film indes in meinen Augen nicht. So ist er doch die Spur zu lang, und hat mich deshalb im Mittelteil kurzzeitig ein bisschen verloren. Ich bin auch kein Freund von Furzwitzen, weshalb ich die entsprechenden Einlagen echt nicht gebraucht hätte. Zudem fiel es mir leider etwas schwer, so richtig einen Bezug zu den Figuren aufzubauen; irgendwie waren die für mich bis zuletzt nicht wirklich greifbar. Und so manches, wie z.B. die "Hunde"-Einlage, war mir dann (alptraumhaft hin oder her) doch etwas zu schräg, und der Spannung des Moments nicht unbedingt zuträglich.

Fazit: Szenenbild. "Der Leuchtturm" war für mich nicht ganz das Überdrüber-Highlight, auf das ich angesichts der Vorschusslorbeeren gehofft hatte, dennoch halte ich ihn für einen sehr guten Film. Vor allem inszenatorisch sticht er hervor, einerseits aufgrund der teils wunderschönen Bilder, und andererseits aufgrund der Entscheidung, in schwarz/weiß und 4:3 zu drehen. Es baute sich auch schnell eine nette, alptraumhaft-surreale Stimmung auf, die mich in Beschlag nahm. Zudem gefiel mir die Idee rund um diese beiden Männer, die aufgrund des Sturms von der Außenwelt abgeschnitten sind, und nun langsam den Verstand zu verlieren drohen. Bis zuletzt gab es immer wieder ein paar wirklich starke Momente, bzw. auch solche, wo Eggers die Spannungsschraube ordentlich anzog. Und schauspielerisch ist der Film ebenfalls großartig. Sowohl Patterson als auch Dafoe spielen ihre jeweiligen Rollen wunderbar, wobei es mir persönlich vor allem Dafoes brummbäriger Seemann sehr angetan hatte; der sah einfach echt so aus, wie man sich einen Kapitän aus der damaligen Zeit vorstellt. Allerdings: 110 Minuten lang hätte der Film dann doch nicht sein müssen. Vor allem der Mittelteil zieht sich ein wenig, bzw. ist einzelnes auch ein bisschen gar repetitiv. Zudem fehlte mir persönlich der Bezug zu den Figuren, weshalb ich doch eher nur unbeteiligter Beobachter war, als so richtig mitzufiebern. Und die Hunde-Einlage war mir dann doch etwas zu schräg, und der Spannung in diesem Moment eher nicht zuträglich. Insgesamt fand ich somit "The Witch" doch noch eine Spur stärker, dennoch beweist Robert Eggers auch mit "Der Leuchtturm" wieder, dass er zu den interessantesten jungen Horrortalenten zählt.

Wertung:8 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2019 UPI)





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