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I Am Mother Drucken E-Mail
Netter kleiner Hard-SF-Film á la Netflix Kategorie: Filme - Autor: Michael Spieler - Datum: Freitag, 26 Juli 2019
 
 
I Am Mother
Originaltitel: I Am Mother
Produktionsland/jahr: USA 2019
Bewertung:
Studio/Verleih: The Penguin Empire/Netflix/Concorde Filmverleih
Regie: Grant Sputore
Produzenten: U.a. Kelvin Munro & Timothy White
Drehbuch: Michael Lloyd Green
Filmmusik: Dan Luscombe & Antony Partos
Kamera: Steve Annis
Schnitt: Sean Lahiff
Genre: Science Fiction/Thriller
Kinostart Deutschland: 22. August 2019
Netflix-Release USA: 07. Juni 2019
Laufzeit: 113 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Noch nicht verfügbar
Mit: Rose Byrne, Clara Rugaard, Hilary Swank, Luke Hawker u.a.


Kurzinhalt: Die Menschheit ist so gut wie ausgelöscht. In einem versteckten Bunker wird ein System aktiviert, dass einen Neuanfang ermöglichen soll. Ein Roboter namens "Mutter" überwacht dort eine riesige Sammlung ungeborener Föten und wählt einen aus, der als "Tochter" den ersten Schritt bei diesem Neuanfang gehen soll. Je älter die menschliche Tochter aber wird, desto neugieriger wird sie auf das was außerhalb des Bunkers liegt, und als schließlich eine Überlebende an die Bunkertür klopft, wird die Beziehung zu "Mutter" auf eine harte Probe gestellt…

Review: Szenenbild. Bei uns startet "I Am Mother" am 22. August in den Kinos. In einigen Märkten hat sich jedoch Netflix die Rechte am Film gesichert und ihn bereits am 7. Juni 2019 veröffentlicht. Er passt auch zu den anderen SciFi-Filmen auf der Streaming-Plattform und ich finde auch, dass er auch hierzulande dort besser aufgehoben wäre. Für "Oblivion" und "Arrival" war genug Starpower vorhanden, um auch Leute ins Kino zu locken, die sonst mit "Hard SciFi" oder "High Concept"-SciFi eher weniger anfangen können. Und selbst da können Filme immer noch kommerziell floppen (siehe "Blade Runner 2049"). Diese deutliche kleinere Indieproduktion aus Down Under hat das alles nicht und macht sich neben vielen durchschnittlichen Filmen auf Netflix und selbst solchen mit Stars ("Bird Box", "Annihilation") wirklich gut und steckt die Meisten locker in die Tasche. Ich persönlich fühlte mich nun auch sehr stark an "Moon" (2009) erinnert, wobei ja Sam Rockwells Figur nur allein mit der KI auf dem Mond seiner Arbeit nachging. Das enge Budget macht das alles mehr zu einem Kammerspiel und die großen Ausgaben gingen dann doch eher in die Ausstattung des Films, die auch sehr gern in Szene gesetzt wird. Vielleicht hätte man hier doch noch mal mehr ins Drehbuch geschaut und es, im sich ziehenden Mittelteil, etwas gerafft.

In ca. 110 Minuten erleben wir, wie ein junger Mensch, ohne selbst Teil der Menschheit zu sein, in einer sterilen Umgebung aufwächst und lernen soll, aus den Fehlern der Spezies Mensch zu lernen, um diese neu und besser aufzubauen. Natürlich ist dabei die einzige Quelle ihrer Wahrheit die KI "Mutter" und durch ihr Schweigen zu bestimmten Fragen, beginnt "Tochter" (Clara Rugaard), ihr unumwundenes Vertrauen in sie in Frage zu stellen. Als dann noch "Frau" (Hillary Swank) ins Spiel kommt – ein Vorfall, der laut Mutter schon niemals hätte eintreten können – wird Tochter und der Zuschauer gleichsam, vor diverse Rätsel gestellt, die mit Vertrauen spielen. Vertraust Du dem Roboter, der Dich großgezogen hat und der bislang alles getan hat, um Dich zu schützen und auf die wohl denkbar größte Aufgabe vorzubereiten, oder vertraust Du dem einzig anderen Menschen, dem Du jemals begegnet bist, egal wie wenig man sich tatsächlich kennt? Die kaum bekannte Clara Rugaard ist fantastisch in ihrer Tochterrolle. Natürlich trifft sie im Film, für dessen Dramatik, die ein oder andere blöde Entscheidung aus Sicht eines Genreliebhabers und die Wendungen riecht man u.U. auch schon aus einer halben Meile Entfernung auf sich zukommen. Dennoch sind sie nie billig und an den Haaren herbeigezogen. Die Umsetzung bekannter Ideen (ein "Ex Machina"-Gefühl machte sich in mir breit) war wirklich toll.

Szenenbild. Für Fans der Hintergrundinformationen zu Filmen ist "I Am Mother" allemal interessant, denn wieder einmal hatte der Weta Workshop ("Der Herr der Ringe") aus Neuseeland seine Finger im Spiel und den Roboter Mutter für "I Am Mother" entworfen und realisiert. Dabei steckt Supervisor Luke Hawker selbst im Anzug und man merkt im Film nie, dass da ein Mensch in einem Kostüm steckt. Adam Savage besuchte Weta und seine zwei YouTube-Videos dazu seien an dieser Stelle empfohlen. Dieser kleine, kreative Film ist für mich eine willkommene Abwechslung zu all den großen Produktionen, in denen man selten selbst viel mitdenken muss. Hier wird man dazu eingeladen, ja, ermutigt. Sicherlich muss man dafür in der Stimmung sein, aber es lohnt sich durchaus, sich selbst mit dem grundlegenden ethischen Dilemma zu befassen, dass "I Am Mother" uns präsentiert. Es lohnt sich auch – und das sage ich ohne zu spoilern – auf die kleinen Details zu achten, um am Ende die maximale Hirnschmelze zu bekommen. Diese, als SciFi-Thriller getarnte Philosophiestunde kann auch nur oberflächlich gefallen, aber wenn man sich darauf einlässt und mal nicht das Gehirn an der Kasse abgegeben hat, holt man so viel mehr für sich aus dem Film.

Fazit: "I Am Mother" ist Hard-SciFi im besten Sinne und ich wünschte, mehr Leute könnten den Film direkt bei Netflix sehen, als ihn wahrscheinlich im Kino besuchen werden. Der Film hat zwar die Absichten eines budgetmäßig größeren Films, aber für einen großen Saal fehlen ihm dann einfach die Schauwerte.

Wertung:7 von 10 Punkten
Michael Spieler
(Bilder © 2019 Concorde Filmverleih)


Weiterführende Links:
"I Am Mother" - Gewinnspiel




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