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Der Gemischtwarenladen unter den Marvel-Filmen Kategorie: Filme - Autor: Michael Spieler - Datum: Freitag, 08 März 2019
 
 
Captain Marvel
Originaltitel: Captain Marvel
Produktionsland/jahr: USA 2019
Bewertung:
Studio/Verleih: Marvel Studios/Walt Disney Pictures
Regie: Anna Boden & Ryan Fleck
Produzenten: U.a. Kevin Feige & Lars P. Winther
Drehbuch: Anna Boden, Ryan Fleck & Geneva Robertson-Dworet
Filmmusik: Pinar Toprak
Kamera: Ben Davis
Schnitt: Debbie Berman & Elliot Graham
Genre: Action/Science Fiction
Kinostart Deutschland: 07. März 2019
Kinostart USA: 08. März 2019
Laufzeit: 124 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Noch nicht verfügbar
Mit: Brie Larson, Samuel L. Jackson, Ben Mendelsohn, Jude Law, Annette Benning, Lashana Lynch, Clark Gregg, Rune Temte, Gemma Chan, Algenis Perez Soto, Djimon Hounsou, Lee Pace u.a.


Kurzinhalt: Die Kree und die Skrull befinden sich in einem verbitterten Krieg und die Elitetruppe der Kree - die Starforce - bekommt eine Mission, um einen weiteren Grenzplaneten von den Gestaltwandlern zu befreien und einen Spion zu retten. Mit dabei auch das impulsive aber mächtige Mitglied der Truppe: Vers. Die Supreme Intellegience der Kree - eine K.I., die vom Heimatplaneten Hala aus die ganze Zivilisation regiert - ist davon überzeugt, dass Vers ihren Job gut machen wird, auch wenn die keine Erinnerung an ihr Leben von vor sechs Jahren hat. Der Einsatz läuft schief und entpuppt sich als Falle der Skrull. Der Kommandant der Skrull will Informationen aus Vers Gedächtnis holen, die ihn und seine Leute zu einer Waffe führen sollen und setzt damit langsam einen Prozess bei Vers in Gang, der sie an ein anderes Leben erinnert. Ein Leben auf dem Planeten CV54 - der Erde. Als sie fliehen kann, begibt sie sich selbst auf die Suche nach Antworten und aus einer Jagd auf den Feind wird ein Wiedersehen mit sich selbst. Der junge S.H.I.E.L.D.-Agent Fury hilft ihr bei der Schnitzeljagd…

Review: Szenenbild. Brie Larson ist toll als Carol Danvers, aber sie ringt ein wenig mit sich selbst als Captain Marvel. Lasst mich das ausführen. In den stilleren Momenten, in denen Brie Larson nicht kämpfen muss, oder sonstige Action vollbringen muss, scheint ihr oscarprämiertes Schauspieltalent durch und man weiß, warum sie diese Rolle hat. Sobald sie jedoch ihren Anzug anlegt, versucht sie sich an flotten Sprüchen, die nur selten landen. Sie hat kein Megatalent für Komik, die dann eben auch seltsam fehl am Platz wirkt. Sie musste allerdings in sehr engen Vorgaben spielen und hätten die beiden Regisseure (und Drehbuchautoren) Brie Larson sich ihren Charakter ganz zu eigen machen lassen, wäre das Endergebnis sicher auch konsistenter. Wenn man ihr das in Zukunft zugesteht, wird Captain Marvel ganz sicher eine tolle Bereicherung für das MCU. Auf der anderen Seite weiß sie einfach was zu tun ist und macht es dann einfach, ohne lange zu zaudern. Ihre beste Freundin, die wir im Laufe des Films treffen, ist vom selben Schlag und Lashana Lynch spielt ihre Maria Rambeau mit der dazu notwendigen no-Bullshit-Attitüde. Captain Marvel ist aber leider auch eine "Mary Sue", wie Rey in Star Wars, die ganz plötzlich und intuitiv mit ihrer eigenen Macht umgehen kann. Sicher sie hat sechs Jahre lang mit der Starforce und unter Yon-Roggs (Jude Law, der im Grunde sich selbst spielt) Anleitung, Kämpfen gelernt, aber als sie im Laufe des Films doch sehr plötzlich ihr volles Potential erreicht, kann sie damit sofort umgehen. Dem Film hätte hier und auch wegen anderer Aspekte eine halbe Stunde mehr Zeit tatsächlich sehr gut getan.

Um kurz in eine andere Richtung abzuschweifen: Die Musik war großartig. Damit meine ich nicht nur den zurückhaltenden Soundtrack, der tatsächlich in die 90er passt, sondern auch und insbesondere die eigentliche Filmmusik. Pinar Toprak hat zuletzt unter anderem die Musik für das Spiel "Fortnite" komponiert und wird auch in der kommenden DC-TV-Serie "Krypton" zu hören sein. 2017 war sie Teil der Musikcrew bei DCs "Justice League". Sie hat jedenfalls ein Thema für Captain Marvel geschaffen, dass mit den ersten beiden Noten sofort wiedererkannt werden kann. Irgendwie passend ist ja auch, dass Toprak die erste Frau ist, die einen Marvel-Film vertont. Die ausgewählte Musik drängelt sich nie so in den Vordergrund, wie bei "Guardians of the Galaxy", und ist trotzdem effektiv. Bei Guardians hatte man ja fast den Eindruck, dass bestimmte Szenen um ein bestimmten Song herum gedreht wurden, nur damit der Song im Film ist. Im Film sehen wir auch ein paar uns schon bekannte Gesichter aus dem MCU - Djimon Hounsou und Lee Pace sind als Kree wieder mit dabei, wobei es schon ein belustigender Anblick ist, wenn Ronan auf der Brücke seines Schiffes diesen Hammer hält. Was will er damit machen, außer ihn wütend in die Luft halten? Auf der Erde darf neben einem verjüngten Sam Jackson als Fury auch Clark Gregg - mit etwas mehr Haar auf dem Kopf - seine Nase in eine Filmkamera halten. Auch die anderen Teammitglieder der Starforce haben kaum mehr als Cameo-Auftritte und bekommen wenig zu tun. Gemma Chan aus "Crazy Rich" ist nur da, um durch ihr Zielfernrohr zu gucken und Vers nicht zu mögen. Um nochmal auf Samuel Jackson zu kommen: "Captain Marvel" ist genau so auch ein Film um Nick Fury, auch wenn er nicht im Titel steht. Die Freundschaft, die Carol und er hier aufbauen ist ehrlich und er ist es auch, der einem ganzen Minihandlungsstrang mit Carols Katze Goose überhaupt erst den Charme verleiht.

Szenenbild. Dann wäre da noch Annette Bening in einer Doppelrolle, die nicht zu unterschätzen ist. Wenn sie auf der Leinwand zu sehen ist kommandiert sie quasi die Szene. Ich würde gern näher darauf eingehen, aber das würde ein paar Sachen verraten und den Spaß verderben. Ben Mendelsohn darf hier ebenfalls wieder sein Ding durchziehen und auch wenn mir ständig ein "Director Krennic" im Kopf umschwirrte, macht er seine Sache außerordentlich gut. Auch er hat eine der wichtigsten Rollen im Film und warum es die Bezeichnung "Gegenspieler" nicht ganz trifft, müsst ihr schon selbst rausfinden. Eines darf man glaube ich beim Film nicht vergessen: Die Macher hatten die Aufgabe eine komplett neue Figur in ein 10 Jahr lang aufgebautes Universum einzufügen, ohne die Kontinuität zu verletzen und sie glaubhaft mit etablierten Figuren zu verbinden. Dazu hätte man sich, wie schon gesagt, auch gern noch eine halbe Stunde mehr Zeit nehmen können, aber es ist jetzt was es ist. Außer bei Iron Man und Robert Downey Jr. hat es auch mehr als den jeweils ersten Film gebraucht, damit wir mit Captain America und Thor z.B. richtig warm wurden. Diesen Luxus hat Carol Danvers aka Captain Marvel nicht. Für den kurzen Weg zu "Avengers Endgame", bleibt auch unbedingt für die zwei Szenen vor und nach den Credits sitzen.

Fazit: "Captain Marvel" ist ein wenig der Gemischtwarenladen unter den Marvel-Filmen. Ein interstellarer Krieg, seine Fraktionen, und mittendrin eine Pilotin von der Erde, die Superkräfte bekommt. Das alles muss erklärt und gefällig miteinander verbunden werden. Das man da nicht den Überblick verliert, ist schon viel wert, auch wenn dabei die Hauptfigur selbst nur zur Hälfte gelungen ist. Ihre wirklich grenzenlos wirkende Macht, lässt die Kämpfe auch irgendwie banal erscheinen, weil sie ja eh niemand aufhalten kann. Egal wie groß die Kanone oder das Mundwerk. Sie hat dabei ein wenig das Problem, das Superman bei DC hat. Aufgrund seiner Allmacht (bis auf Kryptonit) ist er ja eigentlich auch einer der langweiligsten Charaktere. Jede Herausforderung ist eigentlich keine. "Captain Marvel" ist trotzdem einen Blick wert, schon allein auch für Nick Fury.

Wertung:7 von 10 Punkten
Michael Spieler
(Bilder © 2019 Walt Disney Pictures)


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