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Spider-Man: A New Universe Drucken E-Mail
Grandioser Animationsfilm für Jung und Alt Kategorie: Filme - Autor: Michael Spieler - Datum: Freitag, 21 Dezember 2018
 
 
Spider-Man A New Universe
Originaltitel: Spider-Man: Into the Spider-Verse
Produktionsland/jahr: USA 2018
Bewertung:
Studio/Verleih: Marvel Entertainment/Sony Pictures Releasing
Regie: Bob Persichetti, Peter Ramsey & Rodney Rothman
Produzenten: U.a. Avi Arad, Phil Lord, Christopher Miller, Amy Pascal & Christina Steinberg
Drehbuch: Phil Lord & Rodney Rothman
Filmmusik: Daniel Pemberton
Kamera: -
Schnitt: Robert Fisher Jr.
Genre: Animation/Action/Abenteuer
Kinostart Deutschland: 13. Dezember 2018
Kinostart USA: 14. Dezember 2018
Laufzeit: 117 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 6
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Hera Hilmar, Robert Sheehan, Hugo Weaving, Jihae, Ronan Raftery, Leila George, Patrick Malahide, Stephen Lang u.a.


Kurzinhalt: Miles Morales wird von einer Spinne gebissen und bekommt über Nacht die Fähigkeiten des Spider-Man. Leider muss er erleben, wie sein Vorbild während eines Experiments stirbt, bei dem das Multiversum aufgebrochen wird. Nach und nach tauchen immer mehr Personen mit Spider-Fähigkeiten auf, die aus anderen Realitäten in Miles' Universum gezogen wurden. Gemeinsam müssen sie dafür sorgen, nach Hause zu kommen und den KingPin davon abhalten, das Multiversum zu zerstören…

Review: Szenenbild. "Spider-Man: A New Universe" ist der Spider-Man-Film für die Liebhaber der Comics. Von Anfang an ist er stark stilisiert und wirkt trotzdem wie eine Realverfilmung. Animation ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass die im Computer generierten Effekte für Realverfilmungen, wie "The Avengers", oftmals ganze Szenen ersetzen, also im Grunde auch rein animiert sind. Natürlich sind in diesem Film auch die Figuren gezeichnet. Bei Sony Animation hat man nicht gekleckert, sondern geklotzt. Ein an Detailreichtum kaum zu überbietendes New York und instinktiv wirkende Kämpfe, in denen alles auf dem Spiel steht, machen "Spider-Man: ANU" zu etwas ganz Besonderem. Sie bekommen alle Spider-Leute hin, wie im Comic, Miles ist wirklich Miles Morales und spricht auch spanisch mit seiner Mutter. Wenn man weiß, welche englische Stimme/SchauspielerIn hinter welchem Charakter steht, könnte man sich durchaus vorstellen, dass diese auch in einer Realverfilmung in diese Rollen schlüpfen. Sei es Shameik Moore ("Dope", "The Get Down") als Miles, oder Hailee Steinfeld ("True Grit", "Bumblebee") als Gwen Stacy/Spider-Woman. Für alle, die auf einen erwachsenen Spider-Man gewartet haben – sie haben mit Chris Pine ("Star Trek") & Jake Johnson ("New Girl") dank dem aufgebrochenen Multiversum gleich doppelt Glück.

Das Alles wird in der synchronisierten Fassung natürlich relativiert, auch wenn man die deutschen Stimmen für die entsprechenden Schauspieler sprechen lässt. Stan Lee hat natürlich einen Auftritt in dem Film, zu dessen Hauptcharakter er die engste persönliche Beziehung hatte und das ging mir schon sehr nahe, so relativ kurz nach seinem Tod. Durchweg zeigen die Autoren größten Respekt für das Quellmaterial und haben einen Film geschaffen, der gleichzeitig witzig, spannend und sogar gruselig sein kann. Mein persönliches Highlight ist Spider-Man Noir, der sepia-Detektiv, gesprochen von Nicholas Cage. Er hat auch einen der besten selbstironischen Sätze im Film, in dem es bei Zeiten schon etwas voll wird und nicht alle gleich viel Aufmerksamkeit bekommen können. Miles Morales, Peter Parker und Gwen Stacy stehen schon irgendwie im Mittelpunkt und ihre Gegenspieler dürfen natürlich auch nicht zu kurz kommen. Diese sind auch Überraschungen - auf ihre ganz eigene Art und Weise. Für einen Animationsfilm ist er mit knapp zwei Stunden auch angenehm lang und lässt sich die nötige Zeit, natürlich hauptsächlich Miles und seine Familie zu zeigen. Wir sehen das hier vielleicht nicht so, aber in Amerika ist der halb Afro-Amerikaner/halb Latino ganz wichtig für das Gefühl der Repräsentation in den entsprechenden Communities und das wird eben 1A eingefangen. Hip Hop und Spraykunst haben mit Peter Parker nicht viel zu tun und das ist okay. Ein weiteres Highlight ist die Musik des Films. Der Soundtrack besteht aus 13 Songs von Künstlern wie Lil' Wayne und Vince Staples – angeführt von "Sunflower", einem Originallied von Post Malone und Swae Lee. Daniel Pemberton hat hingegen den Score – die eigentliche Filmmusik – geschrieben und ich höre sie während ich diese Zeilen hier schreibe. Beide können auf der YouTube-Seite von Sony Pictures Music bzw. Spotify gestreamt werden.

Szenenbild. Wenn man mit Hip Hop jetzt nicht so viel anfangen kann und den doch sehr schnell aufeinanderfolgenden Jokes – egal ob verbal oder visuell - nicht folgen kann, kann einen "Spider-Man: ANU" schon auch überfordern und dann langweilen. Sehr sehr viel im Film setzt eine gewisse Grundkenntnis - nicht nur des Spider-Man-Universums - voraus und warum jetzt gerade Dies oder Jenes witzig, oder besonders, oder cool ist, sondern auch seine Einflüsse auf unsere sozialen Medien. Ein grandioses Beispiel kommt ganz am Ende des Films nach dem Abspann – wenn man ein bestimmtes Mem nicht kennt, wirkt es vielleicht noch drollig, erzielt aber nur die halbe Wirkung. Ich mochte das z.B. alles sehr, aber meine Begleitung, die sich über die Sam-Raimi-Filme hinaus nie groß mit "Spider-Man" befasst hat, war dann doch etwas gelangweilt und hätte lieber "Aquaman" gesehen. Man muss nicht zwingend ein Insider sein – ich selbst habe auch nicht so viele Comics gelesen – aber es hilft beim Schauen schon. Dadurch, dass ich so in der Popkultur um Comicfiguren drinstecke schon mitbekommen, dass es Miles gibt und was es auch für ein Theater um ihn gab, wie es immer ist, wenn weiße Männer ein Idol abgeben müssen. Schade ist, wenn dabei dann auch die Machart des Films und die Leistung dahinter nicht gesehen wird, wenn man die Story lame findet. Zugegebenermaßen ist die auch recht einfach gestrickt und lebt einzig davon, dass die Spider-Leute aus verschiedenen Realitäten aufeinander treffen. Fisk z.B. bleibt super eindimensional und ich habe überhaupt nicht mitbekommen, warum er tut was er tut. Seine beiden "Handlanger" sind da schon deutlich interessanter. Für mich tritt das aber sehr in den Hintergrund, weil ich visuell einfach so begeistert bin.

Fazit: Wenn ihr Superhelden, Spider-Man, Stan Lee und Animation für Erwachsene mögt, dann seid ihr bei "Spider-Man: A New Universe" genau richtig. Man kann gar nicht genug betonen, wie dieser Film das Genre Animation nach vorne bringt. Der Stilmix durch die sechs verschiedenen Spider-Leute und die klare Inspiration von Comics, durch die man blättern kann, haben mich jedenfalls tief beeindruckt.

Wertung:9 von 10 Punkten
Michael Spieler
(Bilder © 2018 Sony Pictures Releasing)


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