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Ready Player One Drucken E-Mail
Der König des Unterhaltungskinos meldet sich zurück Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 24 Dezember 2018
 
Advents-SPECiAL

 
Ready Player One
Originaltitel: Ready Player One
Produktionsland/jahr: USA 2018
Bewertung:
Studio/Verleih: Amblin Entertainment/Warner Bros.
Regie: Steven Spielberg
Produzenten: U.a. Donald De Line, Dan Farah, Kristie Macosko Krieger & Steven Spielberg
Drehbuch: Zak Penn & Ernest Cline
Filmmusik: Alan Silvestri
Kamera: Janusz Kaminski
Schnitt: Sarah Broshar & Michael Kahn
Genre: Action/Science Fiction
Kinostart Deutschland: 05. April 2018
Kinostart USA: 29. März 2018
Laufzeit: 140 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD, Soundtrack, Romanvorlage
Mit: Tye Sheridan, Olivia Cooke, Ben Mendelsohn, Lena Waithe, Mark Rylance, T.J. Miller, Simon Pegg, Philip Zao, Win Morisaki u.a.


Kurzinhalt: Im Jahr 2045 ist die Welt zu einem überaus trostlosen Ort geworden. Fast jeder flüchtet sich deshalb in die virtuelle Realität der OASIS. Dort suchen die sogenannten Gunters nach jenem Easter Egg, dass dessen Schöpfer James Halliday vor seinem Tod dort versteckt hat, und das dem Finder dessen Anteile an Gregarious Games – und damit ein Vermögen – verspricht. Dessen momentaner Geschäftsführer, Sorrento, ist dementsprechend ebenfalls interessiert, das Easter Egg in die Hände zu bekommen. Dann hätten Gregarious Games nämlich endlich die volle Kontrolle über die OASIS, und könnten z.B. auch damit beginnen, monatliche Nutzungsgebühren einzuheben. Eben dies wollen die Gunters unbedingt verhindern. Wade Watts, der in der OASIS unter dem Alias Parzival auftritt, ist einer von ihnen. Als er eines Tages – nach vielen erfolglosen Jahren, an denen sich alle Teilnehmer die Zähne an der ersten Challenge ausgebissen haben – den entscheidenden Hinweis findet, um die erste von drei Herausforderungen erfolgreich hinter sich zu bringen, wird er über Nacht berühmt. Allerdings wird dadurch auch Sorrento auf ihn aufmerksam – und der scheut vor keiner Maßnahme zurück, um sicherzustellen, dass ihm das Easter Egg in die Hände fällt. Um gegen ihn und seine Schergen zu bestehen, und zudem die weiteren Challenges zu bestehen, ist Wade Watts auf die Hilfe seiner Gunter-Kameraden Art3mis, Aech, Sho und Daito angewiesen…

Review: Szenenbild. Als ich mir "Ready Player One" im Frühjahr im Kino angeschaut habe, kannte ich die Romanvorlage von Ernest Cline (der auch zusammen mit Zak Penn das Drehbuch geschrieben hat) noch nicht. Bis zur Zweitsichtung im Heimkino hab ich dies nun nachgeholt, und war vor allem sehr überrascht, wie unterschiedlich beide Erzählungen sind. Der Film übernimmt zwar die Grundidee und einzelne Elemente, unterscheidet sich aber sowohl vom Handlungsverlauf als auch den einzelnen Aufgaben, denen sich Wade Watts und seine Kameraden stellen müssen, erheblich. Andere mögen sich eben daran gestört haben, dass der Film derart von der Vorlage abweicht, ich fand es aber insofern sehr reizvoll, als so beide sehr gut nebeneinander existieren können, ohne dass der eine dem anderen etwas wegnehmen würde. Wobei ich schon festhalten muss, dass mir der Film letztendlich doch eine ganze Spur besser gefallen hat als der Roman, der zwar überaus stark begann (und vor allem auch die Welt, und die Auswirkungen der OASIS auf eben diese, noch die Spur ausführlicher, besser und interessanter beschreibt), sich dann jedoch in zu vielen Challenges (neben den drei Schlüsseln müssen dann zusätzlich auch noch Aufgaben in den jeweiligen Portalen bewältigt werden) und Anspielungen verlor.

Auch die Romanze zwischen Wade und Samantha hat für mich im Film wesentlich besser funktioniert. Während sie sich im Roman erst ganz am Ende IRL begegnen (was Art3mis leider den Eindruck eines klassischen Preises für den Retter der Welt verleiht), treffen sie sich im Film wesentlich früher, und bekommen so auch die Gelegenheit, eine echte Verbindung zueinander aufzubauen. Wie Samantha generell hier von einer reinen, oberflächlichen Alibi-Figur zu einer echten Persönlichkeit wird, und nicht zuletzt dank ihrer Rolle in der Rebellion eine wesentlich aktivere und wichtigere Rolle im Geschehen spielt – insbesondere dann auch beim Showdown. Und generell hat der Film – Spielberg sei Dank – wesentlich mehr Herz, als die Vorlage. Was mir ebenfalls gut gefiel ist, dass die Ansammlung popkultureller Referenzen selten bis nie erklärt wird. Wenn du's erkennst und checkst, ist es cool, und wird den Film für dich aufwerten, aber wir sind hier nicht bei einer Friedberg/Seltzer-"Parodie", die meinen, ihren dummen Zuschauern jede noch so offensichtliche Referenz erklären zu müssen. Auch das fand ich überaus positiv. Und generell würde ich diese ganzen Easter Eggs durchaus zu den Stärken des Films zählen, da es Spaß macht, die Bilder nach ihnen abzusuchen. Dabei bin ich mir sicher, gerade auch was Videospielfiguren betrifft so gut wie gar nichts erkannt zu haben, aber gerade auch bei subtilen Anspielungen, wie z.B. auf "Highlander", freut man sich dann doch ziemlich, wenn man sie entdeckt. Man ist somit bei "Ready Player One", wenn schon kein Spieler, so doch zumindest ein etwas aktiverer Beobachter, als das sonst bei Filmen der Fall ist, und die daraus resultierenden Erfolgserlebnisse verleihen dem Film schon einen gewissen, ganz eigenen Reiz. Sehr schön fand ich zudem, dass man in den Trailern die zweite große Challenge außen vor ließ, und somit für die Kinobesucher doch noch eine ordentliche Überraschung bereithielt. Die entsprechende Sequenz, in der sich Meisterregisseur Steven Spielberg vor einem anderen Meisterregisseur verbeugt, war dann für mich auch ganz klar das Highlight des Films, sowohl von der Idee, als auch der Umsetzung her.

Szenenbild. Was Letzteres betrifft, stachen für mich vor allem auch jene Szenen hervor, wo man echte Elemente in die virtuelle Realität der OASIS einbaute (z.B. mit Hallidays Tagebuch-Aufzeichnungen). Das war wirklich verdammt gut gemacht (und betrifft eben u.a. auch die gerade angesprochene zweite Prüfung). Aber generell hatte es mir der Look der OASIS durchaus angetan. Klar sieht das künstlich und wie Computergrafik aus, da es sich dabei aber um eine virtuelle Realität handelt, fand ich das eigentlich ganz passend. Vor allem aber zeigt sich Steven Spielbergs meisterliche Hand insofern, als die Bilder trotz der oftmals vielen Dinge die sich zugleich abspielen nie chaotisch werden. Dies gilt insbesondere auch für die Action, die nie übersichtlich wird. Das hat Spielberg halt ganz einfach drauf wie wenige Regisseure unserer Zeit. Zumal er auch hier wieder – wie schon bei "Tim und Struppi", die Möglichkeiten der CGI-Umgebung nutzt, um noch mehr als sonst herumzuspielen. Im Gegensatz zu so manch anderem CGI-Overkill, der mich rasch mal ermüdete, fand ich sämtliche Szenen in der OASIS überaus packend, unterhaltsam, und optisch interessant. Und auch der Score von Alan Silvestri, der sich an einer Stelle selbst zitieren darf, hatte es mir angetan – erweist sich dieser doch als überaus würdiger Ersatz für John Williams (nicht zuletzt, da sich sein stark auf Leitmotive setzende Stil mit Williams' Zugang deckt).

Darstellerisch sticht in erster Linie wieder einmal Mark Rylance heraus. Man mag kritisch einwenden, dass er für die Szenen, wo er den jungen Halliday spielt, eigentlich schon viel zu alt ist (und es wohl plausibler aussehen würde, hätte man einen jüngeren Darsteller genommen, und diesen dann für die späteren Szenen künstlich gealtert), aber der Kerl strahlt so viel Wärme und Herzlichkeit aus, dass ich mich darüber nicht ernstlich beschweren konnte. Olivia Cooke sehe ich seit "Ich und Earl und das Mädchen" ja ebenfalls immer wieder gerne; ihre Rolle hier ist zwar nicht ähnlich auffällig wie dort, dennoch wertete sie ihre Rolle durch ihre charmante Präsenz auf. Tye Sheridan schlägt sich in der Hauptrolle ebenfalls wacker; ob er das Zeug zu einem leading man hat, muss und wird allerdings erst die Zeit zeigen. Lena Waithe gefällt in einer überaus coolen Rolle, Simon Pegg ist als Hallidays Jugendfreund und ehemaliger Kollege mit an Bord, und Ben Mendelsohn spielt den großen Widersacher mit viel Aplomb – ähnelt darin jedoch eine Spur zu sehr seinem Orson Krennic aus "Rogue One". Aus dem Rest der Besetzung machte dann insbesondere noch Hannah John-Kamen Eindruck auf mich, die ja wenig später auch in "Ant-Man and the Wasp" in einer größeren Rolle zu sehen war. Die größte Stärke von "Ready Player One" ist für mich letztendlich allerdings, dass sich der Film nicht einfach "nur" damit begnügt, eine höchst unterhaltsame und mit zahlreiche Referenzen aufwartende Hommage auf die 80er zu sein, sondern auch ein bisschen was zu sagen hat. Einerseits ist er ein Plädoyer, dass sich liebgewonnene "Marken" nicht in den Händen großer Konzerne befinden (ironisch-passenderweise hat z.B. just Disney die Rechte verweigert, etwas aus "Star Wars" für den Film zu verwenden, weshalb sich der Film mit einer kurzen Dialogreferenz auf den Millennium Falken begnügen muss), sondern vielmehr den Konsumenten, die sie lieben, "gehören" sollten. Und andererseits zelebriert der Film zwar die Flucht aus einer tristen Realität, und zeigt, welche Bedeutung Filme, Spiele usw. gerade auch für jene, die es im Leben vielleicht nicht so leicht haben, haben können – hält den Zuschauer aber nichtsdestotrotz auch dazu an, bei aller Liebe für "virtuelle" Welten auch nicht ganz auf die echte Welt da draußen zu vergessen. Und das ganz, ohne dabei belehrend oder gar predigend zu sein.

Fazit: Szenenbild. Mit "Ready Player One" stellt Steven Spielberg wieder einmal unter Beweis, warum er – nach wie vor – der König des Unterhaltungskinos ist. Trotz der CGI-Umgebung und den zahlreichen Referenzen artet das ganze nie in einem ermüdenden Overkill aus. Die Action ist einerseits rasant und spektakulär, aber dennoch so geschnitten und inszeniert, dass man ihr immer gut folgen kann. Vor allem aber reichert er die etwas oberflächliche Vorlage um eine ordentliche Portion Wärme, Seele und Herz an. Vor allem das Ende konnte mich durchaus berühren. Wo man im Vergleich zur Vorlage ebenfalls deutlich nachgebessert hat, ist bei der Figur von Art3mis, der hier eine wesentlich aktivere Rolle im Geschehen zukommt. Und auch die Romanze mit Wade Watts verläuft hier plausibler. Mark Rylance mag für die Rolle – vor allem des jungen Halliday – zwar eigentlich schon zu alt sein, füllt sie aber mit so viel Wärme, dass ich ihnen für das Casting nicht böse sein kann. Alan Silvestri steuert einen wunderbaren, bombastischen Score bei, bei dem er sich vereinzelt auch selbst zitiert. Und vor allem die zweite Aufgabe, die mit einer liebevollen Hommage an einen ganz großen Klassiker eines anderen Meisterregisseurs aufwartet (und dank der sorgsam zusammengeschnittenen Trailer damals im Kino für mich eine völlige Überraschung war), hatte es mir angetan. Schließlich punktet der Film dann auch noch damit, mehr zu sein als reine, oberflächliche Unterhaltung– hat "Ready Player One" mit dem Plädoyer gegen Marken/IPs in der Hand von Konzernen, sowie sowohl der Huldigung von Eskapismus, als auch dem Hinweis, dass man darüber die echte Welt da draußen nicht vergessen/vernachlässigen sollte, auch zwei wichtige Messages im Gepäck. Zusammen mit dem herzerwärmenden Ende sorgte dies für einen wirklich wundervollen Ausklang des für mich besten Blockbusters des Jahres!

Wertung:9 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2018 Warner Bros.)


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