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Spacehunter - Jäger im All Drucken E-Mail
Launiger "Mad Max"-Verschnitt Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 16 Dezember 2018
 
Advents-SPECiAL

 
Spacehunter
Originaltitel: Spacehunter
Produktionsland/jahr: USA 1983
Bewertung:
Studio/Verleih: Zone Productions/Columbia Pictures/RCA Pictures
Regie: Lamont Johnson
Produzenten: U.a. Don Carmody & John Dunning
Drehbuch: David Preston, Edith Rey, Daniel Goldberg & Len Blum
Filmmusik: Elmer Bernstein
Kamera: Frank Tidy
Schnitt: Scott Conrad
Genre: Science Fiction/Action
Kinostart Deutschland: 13. Juli 1984 (BRD)
Kinostart USA: 20. Mai 1983
Laufzeit: 90 Minuten (Director's Cut)
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Amazon Video
Mit: Peter Strauss, Molly Ringwald, Ernie Hudson, Michael Ironside, Andrea Marcovicci u.a.


Kurzinhalt: Als ihr Raumschiff zerstört wird, fliehen drei hübsche junge Frauen in einer Rettungskapsel auf dem nächstgelegenen Planeten. Kurz darauf wird im ganzen All eine Belohnung für ihre Rettung ausgesetzt. Musik in den Ohren des Kopfgeldjägers Wolff, der sich daraufhin zum Planeten begibt – trotz der damit verbundenen Gefahren, handelt es sich bei Terra XI doch um eine gescheiterte Kolonie der Menschheit, die von Bürgerkriegen und Seuchen heimgesucht wurde, und mit der der Kontakt schon vor langer Zeit abgerissen ist. Als er auf dem Planeten landet, erkennt er, dass dieser immer noch bewohnt ist. Die Bevölkerung hat sich in zwei Lager gespalten: Die Plünderer, "Zoners" genannt, sowie die nomadischen "Scavs", die in großen Schiffen über das Land ziehen. Wolff gerät mitten in einen Kampf zwischen den beiden, und muss hilflos mit ansehen, wie seine Beute von den Zoners entführt und zu ihrem Anführer, dem Kriegsherrn Overdog, gebracht wird. Wenn er die Belohnung für sie einstreichen will, muss er sich in die gefährliche, verbotene Zone begeben. Die junge Rebellin Niki bietet sich ihm als Führerin an…

Review: Szenenbild. "Spacehunter" erwies sich als gänzlich anderer Film, als ich es im Vorfeld erwartet hatte. Denn trotz des Titels sind lediglich die ersten paar Minuten im All angesiedelt – danach verschlägt es Wolff auf den Planeten Terra XI (der Arizona zum Verwechseln ähnlich sieht), und der Film erweist sich als recht deutlicher "Mad Max"-Verschnitt. Insbesondere dessen zweiter Teil schien für einige Szenen und Einfälle aus "Spacehunter" Pate zu stehen; wobei ich teilweise interessanterweise auch an "Fury Road" denken musste (in dem Fall würde eine allfällige Beeinflussung, wenn überhaupt, natürlich in die entgegengesetzte Richtung laufen). Der Einfluss war für mich dabei u.a. im allgemeinen Setting eines leblosen, ressourcenarmen Planeten, den Plünderern, der verbotenen (radioaktiven?) Zone, sowie dem großen Schiff dass sich übers Land bewegt, bemerkbar. "Mad Max – Der Vollstrecker" ist aber sicher nicht der einzige Film, der für "Spacehunter" Pate stand. Denn was den Titelhelden betrifft, ist auch ein starker "Star Wars"-Einfluss erkennbar – erweist sich Wolff doch als recht offensichtliche Han Solo-Kopie, angefangen von seiner ganzen Art, über die Kleidung, bis hin zu seiner Charakterentwicklung hin zum – widerwilligen – Helden. Nur, dass Han Solo hier halt quasi in die Rolle von Boba Fett schlüpft.

Klingt wenig originell, und ist es in der Tat auch nicht – aber getreu dem Motto "Besser gut geklaut als schlecht erfunden" erweist sich "Spacehunter: Jäger im All" als durchaus launiges kleines SF-Filmchen, dass Genre-Fans trotz der teils sehr offensichtlichen Anleihen die man sich nimmt gut unterhalten sollte. So hat mir z.B. der Einstieg im All, mit den altmodischen Modelleffekten, sehr gut gefallen. Auch so Farbveränderungen, wie sie zu Beginn nach dem Absturz auf Terra XI zu sehen sind, mag ich ja grundsätzlich durchaus. Klar sieht man den Bildern die Nachbearbeitung an, und wirken sie dadurch etwas künstlich – letztendlich ist es aber nicht viel anders als das heutzutage praktisch allgegenwärtige "color grading" – nur dass man es damals aufgrund der Vorgehensweise (wo auch wirklich noch das Filmmaterial bearbeitet und nicht einfach nur auf den digitalen Bildern im Computer nachgebessert wurde) halt wesentlich extremer war. Dennoch erweist es sich auch hier wieder als effektive Methode, um den Anschein eines fremden Planeten zu erwecken. Auch der herrlich beschwingt-… Score von Elmer Bernstein hatte es mir angetan. Und auch wenn Peter Strauss nicht unbedingt über Harrison Fords Charisma und Ausstrahlung verfügt, macht er als Weltall-Jäger nichtsdestotrotz eine gute Figur. Und vor allem auch sein Zusammenspiel mit Molly Ringwald (zwei Jahre vor ihrem großen Durchbruch in "The Breakfast Club") weiß zu gefallen. Angesichts des Altersunterschieds war ich zudem sehr dankbar, dass es zwischen ihnen bei einer (Ersatz-)Vater-Tochter-Beziehung bleibt, und sich nicht etwa eine Romanze entwickelt (die noch dazu recht klischeehaft gewesen wäre). Am besten hat mir aus der Besetzung aber Michael Ironside gefallen, der hier köstliches, dem Film angemessenes Overacting zur Schau stellt (und bei dessen Overdog ich mich ernsthaft fragte, ob der vielleicht eine Art Vorläufer für die Borg gewesen sein könnte) – während Ernie Hudson für mich hier ähnlich unauffällig blieb wie bei "Ghostbusters". Vor allem aber ist "Spacehunter" durchgehend unterhaltsam, und kulminiert in einem überaus netten Finale, dass einerseits mit einem beeindruckend großen Set sowie ein paar interessant-schrägen Einfällen (das Spiel mit dem Labyrinth, die Plattform an der Overdog befestigt ist) aufwarten kann.

Fazit: Szenenbild. Mehr "Mad Max"- als "Star Wars"-Verschnitt, schickt "Spacehunter" eine Han Solo-Kopie auf ein Abenteuer durch eine dystopische Welt. Der daraus resultierende Film lebt in erster Linie vom netten Zusammenspiel zwischen Peter Strauss (der sich ansonsten als doch etwas schwache Han Solo-Kopie erweist) und Molly Ringwald, wobei letztere dank ihrer beherzt-aufgeweckten Performance generell zu den Highlights des Films zählt. Darüber hinaus hatten es mir u.a. noch die netten, teils farblich verfälschten Landschaftsaufnahmen, die altmodischen Modelleffekte, Elmer Bernsteins beherzter Score, Michael Ironsides köstliches Overacting, das beeindruckende Set fürs Finale, sowie generell der dann durchaus launige Showdown angetan. Klar ist das Ganze alles andere als originell, und kann sich nicht mit den Big-Budget-Filmen aus der Zeit messen. Aber wer ein Herz für B-Movies hat, sollte bei "Spacehunter – Jäger im All" durchaus auf seine/ihre Kosten kommen.

Wertung:6 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 1983 Columbia Pictures)


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