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Bizarr-faszinierender Virutal-Reality-Thriller Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 12 Dezember 2018
 
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eXistenZ
Originaltitel: eXistenZ
Produktionsland/jahr: USA 1999
Bewertung:
Studio/Verleih: Dimension Films/Kinowelt Filmverleih
Regie: David Cronenberg
Produzenten: U.a. David Cronenberg, Andras Hamori & Robert Lantos
Drehbuch: David Cronenberg
Filmmusik: Howard Shore
Kamera: Peter Suschitzky
Schnitt: Ronald Sanders
Genre: Science Fiction/Thriller
Kinostart Deutschland: 18. November 1999
Kinostart USA: 23. April 1999
Laufzeit: 97 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Jude Law, Jennifer Jason Leigh, Ian Holm, Willem Dafoe, Don McKellar, Callum Keith Rennie, Christopher Eccleston, Sarah Polley u.a.


Kurzinhalt: Während des Fokusgruppentests ihres jüngsten Virtual Reality-Spiels wird die führende Spieledesignerin der Welt, Allegra Geller, von einem vermeintlich verrückten Gast angeschossen. Im darauffolgenden Chaos ergreift sie zusammen mit einem jungen Marketing-Trainee die Flucht. Zusammen schlagen sie sich ans Land durch. Allegra ist dabei fast krank vor Sorge, was ihr Spiel betrifft. Immerhin sind die Controller, die zugleich auch das Spiel selbst beinhalten, sehr sensibel – was, wenn die Einheit durch den Angriff beschädigt wurde? Um eben dies zu überprüfen, möchte sie sich in ihr Spiel einloggen – dafür braucht sie jedoch zwingend einen Mitspieler. Ted Pikul hat sich jedoch bislang immer gegen ein entsprechendes Implantat, dass einen Anschluss an die Spiele ermöglicht, gewährt. Allegra zuliebe erklärt er sich dazu bereit, sich illegal einen solchen Port implantieren zu lassen. Dies ist jedoch nur der erste Schritt auf einem wilden, bizarren Abenteuer, in dessen Verlauf die Grenzen zwischen Realität und Illusion zunehmend verschwimmen…

Review: Szenenbild. "Bizarr" ist meist ein gutes Wort, um David Cronenbergs Filme zu beschreiben – und auch bei "eXistenZ" trifft es den Nagel wieder einmal auf den Kopf. Schon allein die "Spielekonsole", die er hierfür gestalten ließ, mit den brustförmigen Controllern und dem Einstöpseln über eine Art Nabelschnur, ist höchst schräg (und das ist erst der Anfang; man nehme nur die Knochenwaffe!). In weiterer Folge spielt der Film dann – erwartbarerweise – zunehmend mit der Frage, was real und was Fiktion ist. Zu Beginn könnte man z.B. das mit dem Schwenk auf die "Local Country Gas Station", nachdem Ted unmittelbar davor genau diese Worte verwendet hat, als Gag abtun. Mit Allegras Verhalten (wie sie die Wand berührt), dem seltsamen Insekt, sowie spätestens dann wenn sich das gleiche Muster in der Virtuellen Realität wiederholt (mit dem China-Restaurant), sollten jedoch beim Zuschauer zunehmend Zweifel darüber aufkommen, ob die vermeintliche Realität nicht einfach auch nur eine weitere VR-Ebene ist. Eben dieses Spiel mit Realität und Illusion hat mich teilweise auch an Philip K. Dick erinnert (man nehme nur "Total Recall"), und verlieh dem Film zweifellos einen gewissen Reiz.

Allerdings: Einerseits funktionierte der nur in der vermeintlich "untersten" Ebene, da sobald sie sich einstöpseln ja von vornherein klar ist, dass es sich um eine Virtuelle Realität handelt. Und andererseits bringt eben diese Frage in meinem subjektiven Fall halt auch den Nachteil mit sich, dass ich in dem Moment, wo ich mich frage, ob das wirklich passiert, aufhöre, in die Handlung einzutauchen und mit dem Geschehen mitzufiebern. Weil, wenn das eh alles nicht "echt" ist, warum sollte mich dann kümmern, was dort passiert? Eben dies machte den Film in weiterer Folge in erster Linie zu einer intellektuellen Fingerübung, als das ich emotional so richtig im Geschehen involviert gewesen wäre. Generell wurde für mich relativ bald deutlich, dass der Film auf einen großen Twist hinsteuert, der dann auch recht vorhersehbar war. Und generell hielt sich der Film für meinen Geschmack im Mittelteil einfach viel zu lange in jenen VR-Ebenen auf, von denen wir definitiv wissen, dass sie nicht real sind. Hier drohte mich "eXistenZ" dann doch kurzzeitig, mich zu verlieren. Den Einstieg fand ich dafür aber noch recht gelungen – vor allem gelang es Cronenberg mit seinen ganzen schrägen Elementen rasch, mein Interesse zu wecken, und durch die an dieser Stelle des Films konstante Erweiterung dieser (Spiel-)Welt diese auch zu halten. Und auch zum Finale hin dreht "eXistenZ" dann wieder auf, und bietet ein paar faszinierende Wendungen, packende Szenen, sowie einen Ausgang, der dann durchaus zum Nachdenken anregt und dazu einlädt, den gesamten Film noch einmal zu überdenken und zu hinterfragen. Die Reise zu diesem Punkt hätte jedoch ruhig etwas zügiger und/oder mitreißender von statten gehen dürfen.

Fazit: Szenenbild. Zu "eXistenZ" fällt mir in erster Linie das Wort "interessant" ein. Der Film ist insgesamt – typisch Cronenberg – überaus bizarr, wobei vor allem die schrägen, biologisch inspirierten Designs hervorstechen. Generell baut sich in der ersten halben Stunde eine überaus nette Spannung auf, wenn wir hier langsam in Cronenbergs schräge Welt eintauchen, und auch eine gewisse Erwartungshaltung im Hinblick auf das Spiel. Wenn wir dieses dann aber mal betreten und sich sowohl der Plot als auch die Figuren in den mehreren Existenzebenen zunehmend verlieren, verlor auch ich ein bisschen das Interesse. Zumal immer deutlicher wurde, dass auch die erste, vermeintliche Realitätsebene nur eine Illusion gewesen sein könnte; und wenn etwas nicht real ist, warum sollte mich dann kümmern, was dort geschieht? Das Finale vermochte es dann wieder, mich zu packen, und bot einige wirklich spannende Momente und interessante Entwicklungen. Wie ich generell das Spiel mit Realität/Illusion (das mich an Philip K. Dick denken ließ) durchaus interessant und reizvoll fand. Der Twist, in den die Geschichte letztendlich mündet, war zwar grundsätzlich ebenfalls nicht schlecht, und regt dazu an, den Film nochmal Revue passieren zu lassen, war allerdings irgendwie schon auch sehr vorehrsehbar, und damit keine große Überraschung. Insgesamt fand ich "eXistenZ" durchaus interessant – aber jetzt nicht unbedingt "mind-blowing".

Wertung:6 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 1999 Kinowelt Filmverleih)


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