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Der erste Teil der "Gamma Eins"-Reihe Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 09 Dezember 2018
 
Advents-SPECiAL

 
Raumschiff Alpha
Originaltitel: I criminali della galassia
Produktionsland/jahr: I 1966
Bewertung:
Studio/Verleih: Mercury Film International/MGM
Regie: Antonio Margheriti
Produzenten: U.a. Joseph Fryd & Antonio Margheriti
Drehbuch: Ivan Reiner
Filmmusik: Angelo Francesco Lavagnino
Kamera: Riccardo Pallottini
Schnitt: Otello Colangeli
Genre: Science Fiction
Kinostart Deutschland: 23. Dezember 1966 (BRD)
Kinostart Italien: 22. Juli 1966
Laufzeit: 93 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: DVD
Mit: Bruce Campbell, Tony Russel, Lisa Gastoni, Massimo Serato, Carlo Giustini, Franco Nero, Enzo Fiermonte, Umberto Raho u.a.


Kurzinhalt: Auf der Erde verschwinden immer mehr – überwiegend hochrangige – Menschen. Commander Mike Halstead nimmt die Ermittlungen auf, und stößt auf Berichte, wonach jeweils immer ein großer Mann mit Glatze und in einem Ledermantel in Begleitung von einer schönen jungen Frau am Tatort gesichtet wurde. Als eine der Entführungen vereitelt wird, stößt Halstead auf Hinweise, dass diese mit den streng geheimen, genetischen Experimenten in Verbindung stehen könnten, die der Wissenschaftler Dr. Nurmi in seiner Raumbasis Alpha durchführt. Dieser hat es sich zum Ziel gesetzt, eine perfekte Menschenrasse zu erschaffen – und in der Zwischenzeit auch Mikes Stellvertreterin und Freundin, Lt. Gomez, in seine Gewalt gebracht. Zusammen mit seinem Team setzt Commander Halstead daran, den verrückten Wissenschaftler aufzuhalten…

Review: Szenenbild. Bei meinem diesjährigen Rom-Urlaub habe ich neben den kulturellen Sehenswürdigkeiten auch dem einen oder anderen DVD-Geschäft einen Besuch abgestattet – wo ich schließlich auf einen Teil der "Gamma Eins"-Reihe stolperte. Da die DVD nur über eine italienische Tonspur ohne Untertitel verfügte, musste ich sie zwar stehen lassen, zu Hause habe ich dann aber nachgeforscht und mir alle Filme der Reihe zugelegt. Diese ist 1966 in Italien – in einem Aufwasch innerhalb von drei Monaten – entstanden, und kann wohl als das italienische Gegenstück zu "Raumpatrouille Orion" angesehen werden. Ursprünglich als TV-Filme gedacht, war die Produktionsfirma MGM so angetan, dass sie die Filme schließlich weltweit ins Kino brachte. "Raumschiff Alpha" ist der erste Teil der Reihe, und für Fans der Retro-Science Fiction die sich weder an einer billigen Machart noch an den rudimentären Effekten stören, stellenweise ein Fest. Vor allem die Modellaufnahmen hatten es mir angetan. Diese sind zwar immer als solche zu erkennen, und vor allem der Wechsel zwischen Real- und Modellszenen (wie bei der grandiosen Verfolgungsjagd inkl. dem realistischsten Autounfall aller Zeiten – für mich ganz klar das Highlight des Films!) ist überaus auffällig. Oftmals erkennt man auch deutlich, dass der Schnitt genau an der richtigen Stelle gesetzt wurde, bevor das an der Schnur hängende Raumschiff wieder zurückgependelt wäre. Aber ich mag sowas halt, weshalb ich die entsprechenden Szenen – auch wenn sie sich mitunter stark wiederholen – durchaus genossen habe.

Das mangelnde Geld ist auch an anderen Stellen unverkennbar, wobei Regisseur Antonio Margheriti einiges an Einfallsreichtum beweist, um dieses zu kaschieren. Man nehme nur die Art und Weise, wie die Leute nachdem sie mit dem Mantel umwickelt wurden plötzlich verschwinden, oder aber wenn sie von der Nadel gestochen werden in die Knie gehen (um ihre Miniaturisierung darzustellen). Auch die Kostüme, die Sets und die Ausstattung hatten es mir angetan. Und die Umsetzung der Strahlenkanonen als Flammenwerfer – womit man es sich erspart, in der Nachbearbeitung noch Lasereffekte einzubauen – war auch interessant. Leider aber kann die überaus charmante Machart nicht darüber hinwegtäuschen, dass "Raumschiff Alpha" inhaltlich doch sehr dürftig ist. Die Grundthematik rund um genetische Experimente, um eine Herrenrasse zu erschaffen, gefiel mir zwar grundsätzlich gut. Leider aber gelang es dem Film nie so recht, Spannung aufzubauen. Auch die Experimente fand ich eher vom Hintergedanken als der Ausführung gut, weil zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts in der Mitte durchzuschneiden und dann wieder zusammenzufügen, das war mir dann doch etwas zu abgedreht. Auch mit der lieblosen deutschen DVD-Umsetzung hat man den Film keinen Gefallen getan. So sind keinerlei Untertitel enthalten, was den der italienischen Sprache nicht ausreichend mächtigen Zuschauer nicht nur zur Synchro zwingt, sondern vor allem auch dafür sorgt, dass die einzelnen (wenn auch kurzen und sporadischen) Szenen, die nie synchronisiert wurden und nur im O-Ton vorliegen, unverständlich bleiben. Noch schwerer wiegt aber, dass auch der Einleitungstext in Italienisch vorliegt – denn ohne diesen wird man ohne jegliche Vorbereitung in den Film gestoßen, und zumindest ich brauchte danach erstmal ein bisschen, um mich zurecht zu finden. Auch das hat dem Film wohl nicht geholfen. Und generell plätschert die Handlung halt ohne große Höhepunkte vor sich hin, und entwickelt sich die Handlung sehr vorhersehbar. Wie gesagt, einzelne Momente sind – egal ob freiwillig oder unfreiwillig "Wir rufen die Polizei!" "Wir sind die Polizei.) – ganz amüsant. Und was man hier mit geringstem Budget herausgeholt hat, ist teilweise schon beachtlich. Aber wenn sich zu einer billigen Machart (die ja grundsätzlich schon einen Charme haben kann) dann auch noch ein schwaches Drehbuch hinzugesellt, ist das eine doch eher ungünstige Kombination.

Fazit: Szenenbild. Für mich als Retro-SF und -Trash-Fan hatte die preisgünstige Umsetzung von "Raumschiff Alpha" schon ihren Reiz. Regisseur Antonio Margheriti beweist dabei einiges an Einfallsreichtum, um mit einfachsten Mitteln (wie z.B. beim Verschwinden/Miniaturisieren der Menschen) die Geschichte zu erzählen. Und vor allem auch die Modellaufnahmen, egal ob vom Weltraum oder den Gebäuden auf der Erde, hatten es mir angetan. Mein persönliches Highlight war aber die Szene mit dem Autounfall – da bin ich echt kurz gelegen vor Lachen. Leider ist diese aber zugleich wohl auch so ziemlich der einzige Moment, der mir noch länger in Erinnerung bleiben wird. Denn inhaltlich fand ich "Raumschiff Alpha" leider doch eher schwach. Zugegeben, die deutsche DVD-Umsetzung, die sowohl in den nur im italienischen Originalton vorliegenden Szenen als auch bei Einleitungstext deutsche Untertitel ausspart, hilft dem Film nicht unbedingt. Gerade auch letzteres erschwert dem geneigten Zuschauer nur unnötig den Einstieg, da es so doch etwas dauert, bis man in den Film hineinfindet. Aber generell fand ich das Drehbuch – abseits der Motivation des verrückten Wissenschaftlers – doch eher schwach. Einzelne Momente waren zwar ganz nett, echte Spannung kam aber leider nie wirklich auf. Fans billiger, internationaler (sprich nicht aus Amerika stammender) Science Fiction-Produktionen werden zwar bei "Raumschiff Alpha" grundsätzlich schon auf ihre Kosten kommen. Im Interesse der objektiven Vergleichbarkeit reicht es aber – trotz allen trashigen Charmes – nur für eine leicht unterdurchschnittliche Wertung.

Wertung:4 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 1966 MGM)


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