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Soylent Green - Jahr 2022… die überleben wollen Drucken E-Mail
Bedrückende Dystopie einer übervölkerten Erde Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 08 Dezember 2018
 
Advents-SPECiAL

 
Soylent Green
Originaltitel: Soylent Green
Produktionsland/jahr: USA 1973
Bewertung:
Studio/Verleih: MGM
Regie: Richard Fleischer
Produzenten: Walter Seltzer & Russell Thacher
Drehbuch: Stanley R. Greenberg, nach dem Roman von Harry Harrison
Filmmusik: Fred Myrow
Kamera: Richard H. Kline
Schnitt: Samuel E. Beetley
Genre: Science Fiction/Thriller
Kinostart Deutschland: 23. Mai 1974 (BRD)
Kinostart USA: 09. Mai 1973
Laufzeit: 97 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Charlton Heston, Leigh Taylor-Young, Chuck Connors, Joseph Cotton, Brock Peters, Paula Kelly, Edward G. Robinson u.a.


Kurzinhalt: Im Jahr 2022 haben Umweltverschmutzung und Überbevölkerung zu einer akuten Knappheit an Ressourcen und Lebensraum geführt. Allein in New York leben über 40 Millionen Menschen. Als einer der CEOs der Soylent Corporation ermordet wird, übernimmt Detective Robert Thorn die Ermittlungen. Sein Verdacht fällt schon bald auf den Bodyguard des Opfers, da dieser just an diesem Abend mit Simonsons Frau unterwegs war. Dass der Angreifer – vermeintlich ein Mann von der Gosse – just diesen Zeitpunkt für den Überfall ausgewählt haben soll, erscheint ihm dann doch als zu großer Zufall. Unterstützt wird er bei seinen Ermittlungen auch von seinem guten Freund Sol, mit dem er sich die Wohnung teilt. Als er aus Simonsons Apartment nicht nur einige Luxusartikel, sondern auch Aufzeichnungen der Soylent Corporation mitgehen lässt, und Sol diese durchstöbert, macht sein Freund eine unfassbare Entdeckung…

Review: Szenenbild. Unglaublich aber wahr: Auch "Soylent Green" zählt zu jenen Filmen, die ich im Zuge des heurigen Advent-SPECiALs zum ersten Mal in meinem Leben gesehen habe. Dass man als Genre-Fan wohl zwangsläufig schon über den großen Twist am Ende gestoßen ist (der u.a. vor einigen Jahren in "Cloud Atlas" zitiert wurde), tat dabei zumindest meinem Filmgenuss keinen Abbruch. Wobei "Genuss" in Bezug auf "Jahr 2022… die überleben wollen" zugegebenermaßen wohl der falsche Ausdruck ist. Aber ich habe halt ein Faible für Dystopien (was nicht heißt, dass ich Utopien nicht ebenfalls zu schätzen weiß), weshalb mich allein schon das Setup von "Soylent Green" sehr angesprochen hat. Die Art und Weise, wie man hier die Auswirkungen von Überbevölkerung darstellt, sowohl was Menschenmassen auf kleinstem, engstem Raum (und Wohnraum als Luxus) als auch die Verknappung der Ressourcen (und damit einhergehend auch Hungersnöte) darstellt, ging mir doch nahe. Schon allein, dass Dinge, die für uns alltäglich sind, wie Seife, oder Erdbeermarmelade, für Thorn und Sol (und denen geht es im Vergleich zu den armen Schluckern, die entweder auf Stiegen oder im Massenquartier der Kirche schlafen müssen, ja eh noch gut) absolute Luxusgüter darstellen, erschreckt.

Doch "Soylent Green" belässt es eben nicht nur dabei, sondern denkt auch weiter, was eine solche Welt für Auswirkungen hätte. Die Reichen leben in Luxusapartments (allerdings auch schon keinen großen Villen mehr), die als zusätzliches Accessoire eine Frau bieten, die sich um all ihre – natürlich auch sexuellen – Bedürfnisse kümmert. Damit hat sich auch das Bild der Prostitution gewandelt, weg von einer flüchtigen Gesellschaft, für die mit Geld bezahlt wird, hin zu einer dauerhaften Geschäftsbeziehung, wo die Frauen für ihre Dienste in – vergleichsweise – Luxus leben können. Eine nicht minder erschütternde Idee sind die Selbstmordzentren, die dann auch für den meines Erachtens stärksten Moment des Films verantwortlich waren. Trotz des Alters des Films will ich hier nicht spoilern, aber wer ihn gesehen hat wird wissen, was ich meine. Diese Szene ist mir wirklich sehr nahe gegangen – und ich fand dieses Selbstmordzentrum gerade auch deswegen, weil es eben diesen fast schon angenehm und erstrebenswert erscheinen lässt, ungemein erschreckend. Aber auch die Szene mit den Protesten – wo die Leute dann schließlich auf Bagger geschaufelt werden – war nicht ohne. Und dann ist da natürlich noch die große Auflösung am Ende im Hinblick auf das neue, den englischen Originaltitel spendende Produkt "Soylent Green", welche auch in direktem Bezug zum Mord an Simonson steht. Zwar fand ich die Idee dahinter letztendlich erschreckender als die Art und Weise, wie es hier offenbart und/oder umgesetzt wurde (wobei die Tatsache, dass es just Juden sind, welche diesen Holocaust aufdecken, dem Ganzen schon nochmal zusätzliches Gewicht verlieh), dennoch verfehlte auch dieser Twist die gewünschte Wirkung bei mir nicht. Ich finde, das ist einfach ein ganz ein grausig-fürchterlicher Gedanke. Und den daraus dann resultierenden Showdown fand ich ungemein packend. Zugegeben, die Szenen unter Tags, wo mit einem Grünstich die Umweltverschmutzung verbildlicht werden soll, sind ein bisserl cheesy. Die Romanze zwischen Thorn und Shirl fand ich auch eher entbehrlich (und halt vor allem auch extrem klischeehaft). Und man kann durchaus argumentieren, dass der Film durchaus einen noch düsteren Ausgang des Geschehens vertragen hätte. Insgesamt war ich von "Jahr 2022… die überleben wollen" aber – trotz seines Alters – sehr angetan.

Fazit: Szenenbild. Auch wenn man – so wie ich – die große Offenbarung rund um die Herkunft von Soylent Green bereits vor der Erstsichtung kennt, funktioniert "Jahr 2022… die überleben wollen" meines Erachtens auch 45 Jahre später immer noch ausgezeichnet, und hat kaum etwas von seiner erschreckenden Wirkung verloren. Die Überbevölkerung und die damit einhergehende Ressourcenknappheit wird überaus anschaulich vermittelt, wobei es mir vor allem auch die damit einhergehenden Nebenwirkungen – wie die Prostituierten als Wohnungsaccessoires (oder, wie es Detective Thorn wenig schmeichelhaft ausdrückt, Möbelstücke) – angetan hatten. Aber auch der Twist rund um Soylent Green verfehlte – trotz meiner Vorab-Kenntnis – die gewünschte Wirkung nicht; der Gedanke dahinter hat einfach etwas enorm Erschreckendes. Am meisten hat mich aber die Szene im Selbstmordzentrum erschüttert. Das ging mir doch ziemlich nahe. Und der Showdown ist dann überaus packend inszeniert. Das ganze Design des Films macht zwar seine 70er-Herkunft offensichtlich, und auch bei der Umsetzung der giftig-grünen Luft ist das Alter des Films unverkennbar. Zudem bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht einen noch düstereren Ausgang des Geschehens vorgezogen hätte. Und die Romanze erschien eher unnötig, und war zudem sehr klischeehaft. Insgesamt hat mir "Soylent Green" aber – trotz meiner erst sehr späten Erstsichtung – sehr gut gefallen.

Wertung:8 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 1992 Universal Pictures)


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Weiterführende Links:
Advents-SPECiAL 2018





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