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A Quiet Place Drucken E-Mail
Einer der besten Horrorfilme des Jahres! Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 17 Oktober 2018
 
Halloween-SPECiAL

 
A Quiet Places
Originaltitel: A Quiet Place
Produktionsland/jahr: USA 2018
Bewertung:
Studio/Verleih: Platinum Dunes/Paramount Pictures
Regie: John Krasinski
Produzenten: U.a. Michael Bay, Andrew Form & Brad Fuller
Drehbuch: Bryan Woods, Scott Beck & John Krasinski
Filmmusik: Marco Beltrami
Kamera: Charlotte Bruus Christensen
Schnitt: Christopher Tellefsen
Genre: Horror/Thriller
Kinostart Deutschland: 12. April 2018
Kinostart USA: 06. April 2018
Laufzeit: 90 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Emily Blunt, John Krasinski, Millicent Simmonds, Noah Jupe, Cade Woodward, Leon Russom u.a.


Kurzinhalt: Eine junge Familie kämpft in einer dystopischen Welt ums Überleben. Um zu verhindern, dass sie von fürchterlichen Monstern angegriffen werden, müssen sie ganz leise sein – werden diese doch schon durch das kleinste Geräusch angelockt. Die Abbotts tun ihr Bestes, um sich auf diese neuen Lebensbedingungen einzustellen. Doch nicht nur die anstehende Geburt ihres jüngsten Familienmitglieds stellt sie dabei vor große Herausforderungen…

Review: Szenenbild. In unserer heutigen Zeit, wo die Welt nicht zuletzt dank des Internets – dass man noch dazu dank Smartphone immer bei sich hat – näher zusammengerückt ist, erlebt man immer wieder, wie sich um Filme nach ihrer Premiere (oftmals bei einem Filmfestival) ein regelrechter Hype entwickelt (selbstverständlich gibt's das gleiche Phänomen auch in negativer Hinsicht). So traue ich mich zu behaupten, dass es allen, die sich näher mit dem Genre befassen, schwer gefallen sein dürfte, nichts vom Lob mitzubekommen, dass "A Quiet Place" nach seiner Weltpremiere beim SWSX-Filmfestival erfuhr. Solche Vorschusslorbeeren haben zwar natürlich den zweifellos positiven Effekt, Interesse für den jeweiligen Film zu wecken, bzw. auch ein größeres Publikum auf ihn aufmerksam zu machen, dass ihn sonst im heutigen Überangebot (dass ja neben Kino auch zunehmend Streaming-Angebote umfasst) vielleicht übersehen hätte. Allerdings gibt es zugleich halt auch das große Manko einer gesteigerten und manchmal vielleicht sogar übertriebenen Erwartungshaltung – die das Endprodukt dann letztendlich nicht erfüllen kann. Zu meiner großen Freunde war "A Quiet Place" aber – zumindest für mich – wieder einmal einer jener Filme, die dem ihnen vorauseilenden Hype voll und ganz gerecht wurden.

Die größte Stärke ist dabei zweifellos das Konzept. Klar, Szenen, wo sich die Protagonisten still verhalten müssen – z.B. weil sie sich vor einem Killer im Schrank verstecken – sind grundsätzlich nicht neu. "A Quiet Place" hebt diese Idee jedoch nun auf eine ganz neue Dimension – und zeigt dabei zugleich sehr schön auf, wie Geräusche unser Leben, unseren Alltag und unsere Kommunikation bestimmen. Und damit meine ich jetzt nicht nur die Sprache an sich, sondern auch einfach die Möglichkeit, andere durch ein schnelles, lautes Wort vor Gefahr zu warnen. Stellt euch mal vor, ihr seht ein drohendes Unglück, könnt aber nichts sagen, da euch ein Aufschrei selbst in Lebensgefahr bringen würde. Auch auf das Zuschlagen einer Türe, um Frust abzubauen, müsst ihr verzichten. Musik hören geht nur mit Kopfhörern, was auch den gemeinsamen Genuss von Filmen, Serien, Musik usw. ausschließt. Im Bett solltet ihr euch ebenfalls besser ruhig verhalten. Euer Haus monstersicher und/oder schalldicht zu machen, dürfte ohne Verwendung von Hammer, Bohrer und ähnlichem Werkzeug ebenfalls schwierig werden. Und falls ihr euch mal weh tut (oder generell Schmerzen habt), solltet ihr die erste instinktive Reaktion eines Schreis oder Fluchs auch besser unterdrücken. Durch die Schwangerschaft von Evelyn bekommt diese ohnehin schon herausfordernde Situation dann noch eine weitere, erschwerende Komponente. Nicht nur darf sie während der Geburt keinen Ton von sich geben, auch das Geschrei des Babys droht die Monster anzulocken. Dementsprechend hatte ich echt kurz vor Schock die Hand vor dem Mund, als ich sah, dass Evelyn schwanger ist. Nun gebe ich schon zu, dass man diese Wendung zweifellos kritisch sehen kann. Ich prangere selbst gern unkluges Verhalten der Figuren in Horrorfilmen an. In diesem Fall hatte ich es mir ursprünglich so erklärt, dass ihnen das einfach passiert und eine Abtreibung angesichts der nicht mehr vorhandenen medizinischen Versorgung kein Thema war. Laut Aussagen von John Krasinski war es aber in der Tat eine bewusste Entscheidung der Figuren. Wenn man sich an dieser Stelle daher nun denkt "selber schuld", kann ich das durchaus nachvollziehen.

Szenenbild. Ich hingegen war praktisch von Beginn an voll und ganz im Film drin, und starrte gebannt auf die Leinwand. Eine ähnliche packend-bedrohliche Atmosphäre, wie sie "A Quiet Place" verströmt, habe zumindest ich schon lange nicht mehr erlebt. Ich war praktisch von Beginn an – der zudem deutlich machte, dass sich der Film vor üblen Wendungen nicht scheut – angespannt, selbst wenn nicht viel passierte. Immerhin hätte ja jede Sekunde ein Geräusch erklingen können. Aber vor allem jene Momente, wo Krasinski die Spannungsschraube anzog, waren fantastisch. Klar könnte man sich jetzt fragen, wo zur Hölle bitte dieser Nagel dort hinkam, aber ich war in diesem Moment viel zu gespannt/verstört, um mir darüber groß Gedanken zu machen. Jedenfalls ist es eben nicht einfach nur das – wirklich saucoole und originelle – Konzept, sondern eben auch die Art und Weise, wie John Krasinski dieses umsetzt. Die schauspielerischen Leistungen sind ebenfalls durch die Bank super. Ich mochte auch, wie wir über Zeitungsausschnitte u.ä. einen ungefähren Eindruck davon gewinnen, was hier vor sich geht, ohne dass es jemals ausgesprochen wird (was zugegebenermaßen angesichts des Konzepts auch schwierig gewesen wäre). Und auch der Ausgang des Geschehens, wo sich eine vermeintliche Schwäche einer Figur zu einer Stärke wandelt, gefiel mir. Wenn ich überhaupt etwas kritisieren würde, dann ist es eine etwas gar theatralisch umgesetzte Szene zum Ende hin, sowie die Tatsache, dass die "Waffe" gegen die Monster derart logisch und naheliegend erscheint dass es mir ein bisschen schwer fiel zu glauben, dass noch niemand auf diese Idee gekommen ist. Davon abgesehen fand ich "A Quiet Place" aber fantastisch.

Fazit: "A Quiet Place" ist ein ungemein effektiver Horrorfilm, dessen Grundkonzept mich doch ordentlich verstört und noch lange nach dem Abspann beschäftigt hat. Denn zumindest mir wurde eigentlich erst durch den Film so richtig bewusst, wie sehr Ton – auch abseits von Sprache – zum Leben gehört. Eine Welt, in der man jedwedes Geräusch vermeiden muss und selbst die kleinste reflexartige Reaktion wie bei Schmerzen, Wut, Freude usw. das Todesurteil bedeuten könnte, stelle ich mir absolut schrecklich vor. Die Idee selbst verstörte mich mehr als die meisten Dystopien, die man uns im Medium Film bislang präsentiert hat. Doch es ist nicht nur das Konzept, auch die Umsetzung ist großartig. John Krasinski inszeniert mit sicherer Hand, und verleiht dem Film einerseits eine sich aus der Idee ergebenden Grundspannung, präsentiert jedoch andererseits ein paar wirklich effektive Spannungsmomente. Es ist nun wirklich schon sehr lange her, dass ich ähnlich angespannt im Kinosaal gesessen bin, wie hier. Die Figuren waren mir allesamt sympathisch, die schauspielerischen Leistungen ebenfalls durchwegs überzeugend, und so mancher Moment ging mir wirklich unter die Haut. Kleine – auch logische – Ungereimtheiten trüben den Gesamteindruck zwar ein wenig. Und vor allem eine Entscheidung der Protagonisten, mit der sie sich ihr Leben selbst ungemein erschweren, muss man halt schlucken können. Davon abgesehen zählt "A Quiet Place" für mich aber ganz klar zu den besten, spannendsten, effektivsten, originellsten und nachhallendsten Horrorfilme der letzten Jahre.

Wertung:9 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2018 Paramount Pictures)


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Weiterführende Links:
Halloween-SPECiAL 2018





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