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Die letzte Party deines Lebens Drucken E-Mail
Solider Teenie-Slasher aus Österreich Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 15 Oktober 2018
 
Halloween-SPECiAL

 
Die letzte Party deines Lebens
Originaltitel: Die letzte Party deines Lebens
Produktionsland/jahr: AUT 2018
Bewertung:
Studio/Verleih: Gebhardt Productions/Thimfilm Filmverleih/Koch Media
Regie: Dominik Hartl
Produzenten: U.a. Florian Gebhardt
Drehbuch: Robert Buchschwenter & Karin Lomot
Filmmusik: Karwan Marouf
Kamera: Thomas W. Kiennast
Schnitt: Alarich Lenz & Daniel Prochaska
Genre: Horror/Thriller
Heimkino-Premiere Deutschland: 25. Oktober 2018
Kinostart Österreich: 23. März 2018
Laufzeit: 90 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16 (Ö) bzw. 18 (D)
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Elisabeth Wabitsch, Markus Freistätter, Alexandra Schmidt, Chantal Pausch, Marlon Boess, Michael Ostrowski, Edita Malovcic u.a.


Kurzinhalt: Nie mehr Schule! Die Klasse eines österreichischen Gymnasiums hat es hinter sich gebracht. Nun feiern die frisch gebackenen MaturantInnen ihren Abschluss bei einer großen Maturaparty in Kroatien. Dort wollen sie, bevor der Ernst des Lebens beginnt, noch einmal so richtig die Sau rauslassen. Doch bereits in der ersten Nacht verschwindet eine von ihnen spurlos. Ihre beste Freundin macht sich zunehmend Sorgen – umso mehr, als sie plötzlich eine beunruhigende Snapchat-Nachricht erhält, die ein altes Bild ihrer Clique zeigt, bei der das Gesicht ihrer Freundin durchgestrichen wurde. Es dauert nicht lange, bis der nächste von ihnen verschwindet. Trotzdem wollen weder der Veranstalter noch die kroatische Polizei auf sie hören. Dann jedoch wird die erste Leiche entdeckt, und es wird klar: Irgendjemand will den SchülerInnen an den Kragen…

Review: Szenenbild. Schon allein aufgrund der Herkunft (Österreich), des Genres (Teenie-Slasher) und des Setups (Matura = Abitur) drängt sich (von Parallelen bei der Motivation des Täters ganz abgesehen) bei "Die letzte Party deines Lebens" natürlich unweigerlich der Vergleich mit Andreas Prochaskas tollen österreichischen Genre-Beitrag "In 3 Tagen bist du tot" auf – und da zieht Dominik Hartls ("Angriff der Lederhosenzombies") jüngster Film sowohl erwartbarer- als auch bedauerlicherweise den Kürzeren. Dies liegt vor allem daran, als Prochaska die vor allem in den 90ern aufkommende Teenie-Slasher-Welle in den USA zwar zum Vorbild nahm, die dort vorherrschende, typische Formel jedoch um ein paar Elemente anreicherte, die ihn positiv von ihnen hervorhaben. Wie etwas mehr Blut und Gewalt, nackte Tatsachen, Sex nicht zwingend als Todesurteil – sowie natürlich auch der Schauplatz. Allein Ebensee als Location lässt ihn halt vom üblichen Hollywood-Teenie-Horror hervorstechen. Jetzt fügst du noch eine ordentliche Portion Lokalkolorit dazu, und fertig ist der Teenie-Slasher, der vor allem in Österreich zum Publikumserfolg wurde, jedoch auch über die Landesgrenze hinaus Beachtung fand.

Wo Prochaska den typischen, generischen US-Teenie-Slasher nahm und die dortige Formel abwandelte, setzt sie Hartl hier nun 1:1 um. Verlagert das Setting von der Maturareise in Kroatien zum Spring Break in den USA, und schon kannst du 1:1 ein Remake machen, ohne irgendwelche Änderungen vornehmen zu müssen. Schade fand ich dabei, dass Hartl im Vergleich zu Prochaska doch recht zaghaft agiert, was die Gewalt betrifft. Ehrlich, die deutsche FSK 18-Freigabe ist bestenfalls ein Witz (vor allem, wenn man bedenkt, dass mittlerweile selbst so Splatterfeste wie "Tanz der Teufel" ungeschnitten ab 16 freigegeben sind), und schlimmstenfalls böswilliger Werbebetrug. Bei uns in Österreich war er ab 16 freigegeben, und das halte ich auch für mehr als ausreichend – ist der Film doch was die Slashereinlagen bzw. die Morde betrifft doch vergleichsweise harm- und zahnlos. Trotz dieses Mankos versteht es "Die letzte Party deines Lebens" so in etwa eine Dreivierstelstunde lang, gut zu unterhalten (witzigerweise halte ich das in etwa auch für genau jenen Zeitraum, den ich es auf solch einer Maturareise aushalten würde, ehe ich am Rad drehe). Der Einstieg mit dem selbst eine Generation vor der hier abgebildeten wohlbekannten "L'Amour Toujours" von Gigi D'Agostino macht richtig Laune, und auch wenn ich nicht abschätzen kann, wie realistisch man die aktuelle (österreichische) Jugendkultur hier abbildet, war es doch ganz nett, ihnen beim Feiern zuzusehen – und fühlte ich mich trotz aller generationellen Unterschiede teilweise auch an meine eigene Jugend zurückerinnert. Und generell war er in der ersten Hälfte ein zwar wenig innovativer, aber doch ganz unterhaltsamer Slasher.

Szenenbild. Leider aber bricht der Film ca. zur Halbzeitmarke plötzlich, und macht auf einmal einen auf Moralapostel. Nicht falsch verstehen: Grundsätzlich eine wichtige Message, gar keine Frage. Nur in einem so launigen Teenie-Slasher halt aus meiner Sicht gänzlich fehl am Platz. Zumal er sich dann halt auch viel zu viel Zeit nimmt, um die Botschaft herunterzubeten. Vor allem das abschließende Flaschendrehen war viel zu ausgedehnt. Es hilft auch nicht, dass sich zu diesem Zeitpunkt die meines Erachtens einzig wirklich sympathische Figur schon verabschiedet hatte, und mir die anderen doch ziemlich egal waren. Generell war der Film leider, was die Auflösung des Täters betrifft, recht vorhersehbar. Zumindest meine kriminologische Spürnase schlug recht bald aus, und sollte mit ihrem Verdacht auch recht behalten. Zudem darf man sich schauspielerisch keine Glanzleistungen erwarten. Elisabeth Wabitsch, in "Siebzehn" noch fantastisch, schien mit dem Material nicht viel anfangen zu können, und auch unter den restlichen JungdarstellerInnen finden sich wenige echte Highlights. Und so freut man sich an erster Linie über die Auftritte bekannter Gesichter wie Edita Malovcic und Michael Ostrowski in kleinen, aber wichtigen Nebenrollen (wobei Ostrowski generell den besten Spruch des Films bekommt). Immerhin, die Abspannszene war – nicht zuletzt dank des betörend schönen, melancholischen Covers von "L'Amour Toujours" – dann wieder klasse. Und generell der Film insgesamt schon solide. Dennoch muss er sich, bei der Thematik, den Vergleich mit "In 3 Tagen bist du tot" gefallen lassen – und zieht dabei halt doch recht deutlich den Kürzeren.

Fazit: Solange "Die letzte Party deines Lebens" nicht mehr sein wollte als ein klassischer, wenn auch etwas blutleerer, Teenie-Slasher in bester (?) 90er-Tradition, hat er für mich ganz gut funktioniert. Egal ob ähnlich jung wie die Protagonisten oder schon älteren Semesters, fühlt man sich unweigerlich an die eigene, entsprechende Zeit erinnert, und das hat schon einen gewissen Charme. Die Location ist ebenfalls nett gewähnt, und vor allem in der ersten Hälfte fällt noch der eine oder andere inszenatorische Kniff von Dominik Hartl positiv auf. Schauspieltechnisch darf man sich hingegen nicht zu viel erwarten, wobei ich vor allem von Elisabeth Wabitsch nach ihrer tollen Leistung in "Siebzehn" enttäuscht war. Da freut man sich umso mehr über die Auftritte von – zumindest in Österreich – wohlbekannten Gesichtern wie Edita Malovcic und Michael Ostrowski. Und so macht "Die letzte Party deines Lebens" für rund eine Dreiviertelstunde durchaus Laune. Jedoch, so wie manch Betrunkener im Verlauf einer durchzechten Nacht, bekommt er dann mittendrin auf einmal einen moralischen, und meint, unbedingt eine Message anbringen zu müssen. Grundsätzlich löblich – nur aus meiner Sicht in einem solchen Slasher doch eher fehl am Platz. Daraufhin wird (und nimmt sich) der Film leider entschieden zu ernst, und verliert jenen "sense of fun", der die erste Hälfte noch durchaus unterhaltsam gemacht hat. Zudem beginnt er sich zum Ende hin dann doch ordentlich zu ziehen (Stichwort Flaschendrehen), und entledigt sich der einzigen echten Sympathieträgerin aus meiner Sicht auch viel zu früh – das Schicksal der anderen war mir dann nämlich leider vergleichsweise egal. Trotz dieser Kritikpunkte ist "Die letzte Party deines Lebens" ein solider österreichischer Genrebeitrag – dem Vorläufer "In 3 Tagen bist du tot" ist er aber halt leider in so ziemlich allen Belangen unterlegen.

Wertung:6 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2018 Thimfilm Filmverleih)


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Weiterführende Links:
Halloween-SPECiAL 2018





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