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Dieses bescheuerte Herz Drucken E-Mail
Annehmliche Dramödie aus deutschen Landen Kategorie: Filme - Autor: Bettina Schwarzkopf - Datum: Freitag, 24 August 2018
 
 
Fallen
Originaltitel: Dieses bescheuerte Herz
Produktionsland/jahr: D 2017
Bewertung:
Studio/Verleih: Olga Film/Constantin Film
Regie: Marc Rothemund
Produzenten: U.a. Oliver Berben, Viola Jäger & Martin Moszkowicz
Drehbuch: Maggie Peren & Andi Rogenhagen, nach dem Buch von Daniel Meyer & Lars Amend
Filmmusik: Johnny Klimek
Kamera: Christof Wahl
Schnitt: Simon Gstöttmayr
Genre: Drama/Komödie
Kinostart Deutschland: 21. Dezember 2017
Heimkino-VÖ Deutschland: 26. Juli 2018
Laufzeit: 104 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 0
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD, Buchvorlage
Mit: Elias M'Barek, Philip Schwarz, Nadine Wrietz, Uwe Preuss, Lisa Bitter, Jürgen Tonkel, Bruno Sauter u.a.


Kurzinhalt: Lenny Reinhard ist fast 30 und von Beruf Sohn. Ausbildung und Studium hat er für ein Partyleben aufgegeben. Nachdem Lenny im volltrunkenen Zustand einen Unfall baut, ist sein Vater der Situation überdrüssig und dreht Lenny den Geldhahn zu. Um sich sein "Taschengeld" zu verdienen, soll Lenny des Vaters liebsten Herzpatienten in einem Hospiz betreuen. Der 15-jährige Junge heißt David Müller, lebt bei seiner geschiedenen Mutter und hat eigentlich mit dem Leben schon abgeschlossen. Beim ersten Treffen ist Lenny sichtlich angespannt, da Davids Umfeld von sterbenden Kindern geprägt ist. Kurz überlegt Lenny das Hospiz zu verlassen, doch ein kräftiger Zug an der Zigarette und dem dringlichen Wunsch sein Partyleben wiederaufleben zu lassen, weckt in ihm den Mut sich zumindest einen Tag mit David zu verbringen. Schnell merkt Lenny, dass der Junge eigentlich nur Freude neben der vielen Trauer und Angst in seinem Leben benötigt und fordert von David eine Wunschliste, die es gilt auf unterschiedlichsten Wegen zu erfüllen und helfen über das eigene Leben nachzudenken…

Review: Szenenbild. "Dieses bescheuerte Herz" ist die Verfilmung einer wahren Gegebenheit. Lars Amend, der reale Lenny, ist der Autor des gleichnamigen Buches, dem die Idee zum Film entnommen wurde. Dabei spiegelt die Dramödie bis auf wenige Ausnahmen das Abenteuer recht getreu wieder. Dennoch muss ich gestehen, dass diverse Szenen für das Kino leider doch zu überspitzt dargestellt wurden. Diese gestelzten Filmabschnitte schaden letzten Endes dem eigentlich ganz netten Popcornkino. Ebenfalls ungünstig zusammengeschnitten ist der Trailer zum Film. Darin wirkt "Dieses bescheuerte Herz" wie ein deutscher Abklatsch des französischen Filmhits "Ziemlich beste Freunde". Jedoch gibt es viele Geschichten dieser Art - alle ähnlich und doch alle anders. So versiegt der Gedanke des Vergleichs spätestens nach der ersten halben Stunde, in der der Lebemann Lenny von der Trauer im Kinderhospiz umgeben ist. Natürlich drückt eine solche Kulisse die Gemütsstimmung, nichtsdestotrotz wird das ernste Thema recht lebensbejahend dargestellt und zeigt, dass Trauer, Freude, Angst, Liebe und Glück ein Teil unseres Daseins sind. Auf diese Weise blubbert "Dieses bescheuerte Herz" angenehm vor sich hin.

Leider kann der Film bis zum Ende hin nicht wirklich überraschen, da bis auf einige Ausnahmen vieles vorhersehbar bleibt. Das alles ist jedoch weniger schlimm, als die Tatsache, dass zahlreiche Momente viel zu übertrieben oder zu klischeehaft interpretiert wurden. So ist der Grund für Lennys Einsatz im Kinderhospiz absurd. Nach einem Unfall, den jemand betrunken verursacht hat und in dem ein Haus demoliert wurde, wird real gesehen erst einmal in Gewahrsam genommen und darf nach richterlicher Entscheidung Sozialstunden leisten - oder er kommt gleich in den Knast, aber dann wäre der Film beendet … Also hat der Leinwandpapi eigentlich gar nichts zu entscheiden und macht es trotzdem. Hinzukommt Davids stereotypische Plattenbauumgebung. Nur Proleten, Arbeitslose und Davids geschiedene Mutter wohnen dort - irgendwo in München. Auch die Kostüme und Charakterbeschreibungen der Darsteller entsprechen zu vielen Klischees auf einmal, so zum Beispiel Herr Petry. Er ist von Beruf Prolet, fährt einen aufgepimpten orangefarbenen Opel Astra, versucht mit Brüllattacken seine Nachbarn einzuschüchtern und stänkert wie ein mies gelaunter Hausmeister mit David, indem er den Fahrstuhl blockiert, weil der Junge zu simulieren scheint. Frau Müller, Davids Mutti, ist eine von Trauer und Gram aufgefressene Persönlichkeit, die ihren Trost in Süßigkeiten, einer lilafarbenen Haarsträhne und der Kirche sucht. In diesem Stil gehalten wirken verschiedene Charaktere unglaubwürdig und total unsympathisch.

Szenenbild. Elyas M’Barek, der momentan das Aushängeschild der deutschen Filmlandschaft ist, übernimmt in "Dieses bescheuerte Herz" die Rolle des Lenny Reinhard. Obwohl ich kein Freund von M’Bareks Omnipräsenz bin, muss ich eingestehen, dass er ein guter Schauspieler ist. Die missliche Situation, die er durchzustehen hat, wird von ihm sehr authentisch und gefühlsnah wiedergegeben. Im Zusammenspiel mit Philip Noah Schwarz als David Müller sind die beiden ein unschlagbares Team und können den Film zu weiten Teilen tragen. Schwarz selbst ist ein relativer Filmneuling. Ungeachtet dessen verkörpert er den mit Medikamenten vollgepumpten und sehr naiven David hervorragend. Zu jedem einzelnen Zeitpunkt könnte der Zuschauer meinen er leide wirklich an dieser Herzkrankheit. Unweigerlich kann ein Minderjähriger nicht allein in einer Plattenwohnung hausen und bedarf daher eines Erwachsenen in Form seiner Mutter. Diese wird dargestellt von Nadine Wrietz. Leider wirkt sie als Betty Müller zu verkniffen, ihre Wutausbrüche gekünstelt und ihre Heulattacken lächerlich. Da ich Wrietz bisher aus keinem weiteren Film kenne, mag ich nicht zu urteilen, ob es an der Rolle selbst liegt oder doch an der Leistung, dass sie wie ein runder Tollpatsch über die Leinwand poltert. Die meisten anderen Schauspieler, obgleich namenhaft, tauchen nur partiell auf und beeinflussen damit weniger das Filmerlebnis selbst.

Wie ich bereits erwähnt habe, beginnt und endet die Geschichte in München. Da die Filmemacher sich auf wenige Kulissen beschränken (Hospiz, Frau Müllers Wohnung, Herr Reinhards Villa, Nachtklub, Shoppingcenter und Krankenhaus), hätte sie in jeder anderen Großstadt realisiert werden können. Abseits dessen sind die Kulissen wohl gewählt. Zusammen mit der extra für den Film komponierten Musik transportieren sie die aktuelle Stimmung nach außen. Besonders gefallen, hat mir der Song "Das Herz schlägt bis zum Hals" von Revolverheld im Abspann, welcher wie die Faust aufs Auge passt und es ermöglicht den Film Revue passieren zu lassen. Dabei helfen auch die zahlreichen Extras auf der Blu-Ray. Der Zuschauer kann sich auf ein Making-of, einigen Interviews, Outtakes, sowie den Trailer freuen.

Fazit: "Dieses bescheuerte Herz" ist ein annehmliches Popcornkino für daheim. Zwar bleiben das große Mitfühldrama und das Taschentuchmassaker aufgrund zahlreicher klischeebedingter Übertreibungen aus, dennoch tut es der Botschaft des Films keinen Abbruch. "Dieses bescheuerte Herz" soll helfen, den Blick nach vorn nicht zu verlieren, und für knapp zwei Stunden schafft es das auch – nicht zuletzt auch wegen dem hervorragenden Zusammenspiel der zwei Hauptcharaktere, welches den Film nicht nur trägt, sondern auch über manch einen Fehler hinwegsehen lässt.

Wertung: 6 von 10 Punkten
Bettina Schwarzkopf
(Bilder © 2017 Constantin Film)


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