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Love, Simon Drucken E-Mail
Coming of Age/Coming Out-Dramedy Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 28 Juni 2018
 
 
Love, Simon
Originaltitel: Love, Simon
Produktionsland/jahr: USA 2018
Bewertung:
Studio/Verleih: Fox 2000 Pictures/20th Century Fox
Regie: Greg Berlanti
Produzenten: U.a. Marty Bowen, Wyck Godfrey, Isaac Klausner & Pouya Shahbazian
Drehbuch: Elizabeth Berger & Isaac Aptaker, nach dem Roman von Becky Albertalli
Filmmusik: Rob Simonsen
Kamera: John Guleserian
Schnitt: Harry Jierjian
Genre: Komödie/Drama
Kinostart Deutschland: 28. Juni 2018
Kinostart USA: 16. März 2018
Laufzeit: 110 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 0
Trailer: YouTube
Romanvorlage
Mit: Nick Robinson, Jennifer Garner, Josh Duhamel, Katherine Langford, Alexandra Shipp, Logan Miller, Jorge Lendeborg Jr., Keiynan Lonsdale, Talitha Bateman, Tony Hale u.a.


Kurzinhalt: Simon Spier ist ein ganz gewöhnlicher Teenager, mit einer eigenen kleinen Clique guter Freunde, mit denen er Dinge unternimmt, auf Partys geht, und daran arbeitet, das Abschlussjahr an der High School so gut als möglich über die Bühne zu bringen. Er selbst sieht da jedoch eine große Tatsache, die ihn von den anderen unterscheidet: Er ist homosexuell. Etwas, dass er nicht nur vor seinem Schulkollegen, sondern auch seinen Freunden und seiner Familie geheim hält. Warum, weiß er selbst nicht genau; letztendlich hält er es für eine Kombination aus "Geht euch nichts an" (immerhin haben heterosexuelle Menschen ja auch kein Coming Out) und seiner Angst vor Veränderungen: Er will, dass alles – seine Familie, seine Freunde – so bleibt, wie es ist. Erst wenn er aufs College geht möchte er sich outen, und in eine neue Lebensphase starten. Die Nachricht eines anderen noch nicht geouteten homosexuellen an seiner Schule regt ihn jedoch dazu an, mit diesem in Kontakt zu treten. Schon bald entsteht zwischen den beiden, ohne dass sie die Identität des anderen kennen würden, zarte Bande. Dann jedoch entdeckt ein Klassenkamerad zufällig sein Geheimnis – woraufhin Simons Leben aus dem Ruder zu laufen beginnt…

Review: Szenenbild. Ich bin ja mittlerweile – zum Glück – schon länger aus der Schule draußen, und kann daher nicht sagen, wie's dort heutzutage zugeht. Mein Eindruck ist allerdings, dass sich die Lage zumindest was die sexuelle Orientierung betrifft gebessert hat, und die Toleranz insgesamt in der Gesellschaft, aber vor allem auch bei der Jugend, höher geworden ist, als dies zu meiner Zeit der Fall war. Mir persönlich ist jedenfalls niemand bekannt, der während meiner Schulzeit offiziell und allgemein bekannt schwul, lesbisch, bi- oder sonst irgendwas anderes als halt heterosexuell gewesen wäre (wobei ein Klassenkamerad, wo wir es alle eh schon vermuteten, ein paar Jahre später sein Coming Out hatte); vielmehr wurde "schwul" noch als Schimpfwort verwendet. Ich hoffe sehr, dass sich dies in den letzten Jahrzehnten gebessert hat, und man heutzutage anders mit so etwas umgeht. Dass es aber noch weniger lustig ist, ein homosexueller Teenager zu sein, als ein heterosexueller, kann ich mir auch in unserer heutigen, aufgeschlosseneren Zeit leicht vorstellen. Man ist in diesem Alter ja generell schon unsicher, und mit sich, seinem Körper, den Veränderungen, den Hormonen usw. beschäftigt. Dann auch noch eine nicht-heteronormative sexuelle Orientierung zu haben, hilft da sicher nicht.

Eben deshalb sind Filme wie "Love, Simon" so wichtig: Denn während immer noch viel zu viele homosexuelle Liebesgeschichten tragisch enden, gesteht Greg Berlantis Film seinem Protagonisten ein Happy End zu. Etwas, das selbst heutzutage, wo Unterhaltung mit nicht-heterosexuellen Charakteren zunehmend in Mode kommt (und, ganz ehrlich: Zeit war's!), noch viel zu selten vorkommt (was u.a. auch für einen ganz bestimmten, hochgefeierten Film gilt, dessen Namen ich aus Spoilergründen nicht erwähnen will). Eben darin sehe ich dann auch eine der größten Stärken des Films. "Love, Simon" will homosexuellen jungen Menschen Mut machen, sagt ihnen, dass es ok ist, dass sie ok sind, dass alles gut ausgehen wird, und es auch für sie ein Happy End geben kann. Eine Aussage, die ich für ungemein wichtig halte (und zugleich macht es mich unendlich traurig, dass wir diese Message heutzutage überhaupt noch zu brauchen scheinen). Doch "Love, Simon" thematisiert nicht nur homosexuelle, sondern auch Online-Beziehungen. Simon und sein über weite Strecken des Films unbekannter Gesprächspartner tauschen sich über E-Mails aus, und empfinden dabei schon bald Gefühle füreinander. Auch was das betrifft, ist der Film sehr zeitgemäß – wobei er nicht nur die positiven Aspekte moderner Technologie beleuchtet, sondern sich auch ihren Schattenseiten widmet. Klar haben sich Neuigkeiten auch zu unserer Schulzeit rasch herumgesprochen. Und Mobbing ist ohnehin kein neues Phänomen. Aber die modernen Technologien wie WhatsApp-artige Gruppen für SchülerInnen einer Klasse oder Schule bieten einerseits für letzteres eine neue Angriffsfläche, und sorgen zudem dafür, dass sich Neuigkeiten wie Simons erzwungenes Coming Out in Sekundenschnelle und wie ein Lauffeuer in der gesamten Schule verbreiten. Zumindest diese Probleme hatte meine Generation noch nicht.

Szenenbild. Was mir an "Love, Simon" auch sehr gut gefiel, ist der Ton. Der Film schwankt ständig zwischen lustig-beschwingt und ernst-bedrückt herum, jedoch ohne jemals zu sehr ins eine oder andere Extrem umzuschlagen. Ja, er ist amüsant, dabei jedoch nie albern, und ja, einzelne Momente sind sehr dramatisch, jedoch ohne deprimierend zu werden. Der ständige Wechsel zwischen beiden Stimmungen machte den Film zudem sehr abwechslungsreich, und letztendlich kulminiert das ganze Eben in einem wunderschönen, erhebenden Moment, der sich gegenüber den typischen Enden romantischer Komödien – Stichwort "große Geste" – nicht verstecken muss. Neben den Drehbuchautoren Elizabeth Berger und Isaac Aptaker und Regisseur Greg Berlanti ist jedoch auch den DarstellerInnen ein Lob auszusprechen, wobei ich vor allem die Freundschaft zwischen Simon, Leah, Abby und Nick sehr glaubwürdig dargestellt fand. Aber auch Jennifer Garner und Josh Duhamel, als Simons Eltern, zeigen tolle Leistungen. Einzig kleinere Misstöne – wie z.B. alle Gags rund um Mr. Worth, die bei mir einfach nicht so recht zünden wollten – trübten meine Laune ein wenig. Davon abgesehen ist "Love Simon" aber eine wunderbare Mischung aus Coming Out-Drama, Coming of Age-Dramedy und Romantic Comedy.

Fazit: Der Tag wird kommen, an dem zumindest ein angemessener Anteil der Fülle an romantischer Komödien, welche die Filmindustrie Jahr für Jahr auf den Markt loslässt, nicht-heteronormative Romanzen behandeln, ohne die Homo- oder Bisexualität der Figuren zu einem Thema zu machen – doch dieser Tag ist nicht heute. Zumindest aber ist "Love, Simon" definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Die Queer-Repräsentanz in Film und Fernsehen mag in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben, doch nach wie vor ist ihnen nur selten ein Happy End beschienen. Zumindest das macht "Love, Simon" richtig. Zudem wäre es insofern verlogen, ihm aus der Thematisierung von Simons Homosexualität einen Strick zu drehen, als Coming Outs selbst in unserer heutigen, zum Glück langsam toleranter werdenden Gesellschaft ja nach wie vor für viele eine große Sache sind. Umso mehr, als die Pubertät ja generell schon von Unsicherheit geprägt ist. Insofern ist es letztendlich richtig, wichtig und gut, dass "Love, Simon" neben einer klassischen Romanze eben auch Simons Coming Out ins Zentrum rückt, und trotz aller Angst und aller Dramatik eine positive, aufmunternde und erhebende Message verbreitet, die hoffentlich all jenen, die sich in einer ähnlichen Situation wiederfinden wie Simon, Mut machen wird, zu sich und ihrer eigenen Sexualität zu stehen. Aber auch für alle, die dieses entweder schon hinter sich haben, oder aber aufgrund ihrer Heterosexualität keinen Bedarf an einem eben solchen hatten, sollten von diesem gleichermaßen witzigen, charmanten und berührenden Film bestens unterhalten werden.

Wertung:9 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2018 20th Century Fox)


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