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Auslöschung Drucken E-Mail
Ruhig-intelligenter SF-Film für Genre-Feinschmecker Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 15 März 2018
 
 
Mute
Originaltitel: Annihilation
Produktionsland/jahr: USA 2018
Bewertung:
Studio/Verleih: DNA Films/Paramount Pictures/Netflix
Regie: Alex Garland
Produzenten: U.a. Eli Bush, Andrew Macdonald, Allon Reich & Scott Rudin
Drehbuch: Alex Garland, nach dem Roman von Jeff VanderMeer
Filmmusik: Geoff Barrow & Ben Salisbury
Kamera: Rob Hardy
Schnitt: Barney Pilling
Genre: Science Fiction
Weltweiter Internet-Release: 12. März 2018
Laufzeit: 115 Minuten
Altersfreigabe: Nicht geprüft
Trailer: YouTube
Jetzt ansehen: Netflix
Mit: Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson, Gina Rodriguez, Tuva Nototny, Oscar Osaac, Benedict Wong u.a.


Kurzinhalt: Lenas Mann Kane, Soldat beim US-Militär, kommt nach einem einjährigen Einsatz zurück, bricht jedoch kurz darauf zusammen. Daraufhin werden die beiden in eine streng geheime Einrichtung gebracht, wo Lena die Hintergründe seiner Mission erfährt: Nach einem Asteroideneinschlag in der Nähe eines Leuchtturms breitet sich ein Schimmer aus, und verschlingt immer größere Teile der Erdoberfläche. Kane war Teil einer Expedition, die man hineingeschickt hat – und der einzige, der wieder zurückgekommen ist. Nun will man ein Team aus Wissenschaftlerinnen hineinschicken, um den Schimmer und seine Auswirkungen zu erkunden. Lena, die einerseits Biologin ist, andererseits aber auch Erfahrung als Berufssoldatin hat, schließt sich dem Team an. Gemeinsam suchen sie nach einem Weg, die Verbreitung des Schimmers aufzuhalten. Scheitern sie, droht sämtliches Leben auf der Erde, so wie wir es kennen, ausgelöscht zu werden…

Review: Szenenbild. Ehe er vor drei Jahren mit "Ex Machina" sein überaus beeindruckendes Regiedebüt vorlegte, war Alex Garland dem aufmerksamen Genre-Fan bereits als Drehbuchautor von u.a. "28 Days Later", "Sunshine" und "Alles, was wir geben mussten" ein Begriff. Mit "Auslöschung" bewegt er sich nun durchaus wieder in deren Tradition, und legt trotz einiger optisch eindrucksvoller Momente wieder einen eher ruhigen, reduzierten und nachdenklichen Genreeintrag fern vom üblichen Bombast der Mega-Blockbuster vor – weshalb die Entscheidung von Paramount, den Film international über Netflix zu vermarkten statt ihn ins Kino zu bringen, so bedauerlich ich sie persönlich auch finden mag, doch nachvollziehbar ist. Denn ähnlich wie schon bei "Ex Machina", der doch eher einen kleinen Kreis des Kinopublikums ansprach, wäre wohl auch "Auslöschung" an den Kinokassen eher untergegangen (wie man ja auch in den USA sieht). Ich selbst war jedenfalls auf "Auslöschung" schon enorm gespannt – und auch wenn Alex Garland aus meiner Sicht mit ihm nicht ganz an seinen Regie-Erstling herankam, so wurde ich im Großen und Ganzen nicht enttäuscht.

Hierzu sei gleich festgehalten, dass "Auslöschung" – wie auch schon "Ex Machina", "Arrival" oder auch "Under the Skin" – sicherlich kein Film für jedermann oder -frau ist. Manchen wird er zu langsam, ruhig und nachdenklich sein, und zu wenig Spektakel bieten. Mir selbst liegt jedoch eben diese Art der – nennen wir es in Ermangelung eines besseren Wortes – "intelligenten" Science Fiction durchaus (was nicht heißt, dass ich die Dschinnbummkrachvariante, wenn sie gut gemacht ist, nicht ebenso zu schätzen weiß), weshalb auch "Auslöschung" wieder genau meinen Geschmack traf. Wobei auch ich zugegebenermaßen nicht 100%ig glücklich mit dem Film bin. Die CGI war stellenweise erschreckend schwach; vor allem der Bär war grauenhaft getrickst. Da konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Paramount aufgrund des erwartbaren Flops den Geldhahn zudrehten, was sehr schade ist, da es auf Kosten der Wirkung der Szene geht, wenn die CGI so deutlich wie hier als solche zu erkennen ist. Der Mittelteil des Films ist zudem überaus konventionell, was sich ein bisschen mit dem außergewöhnlichen Rest spießt. Und auch wenn ich in dem Fall den Sinn dahinter verstehe, da die zentrale Frage am Ende ohne sie nicht funktionieren würde, bin ich auch kein großer Freund einer solchen "framing story", wie sie hier präsentiert wird, mit Lena die nach ihrer Rückkehr Bericht erstattet. Und auch wenn sich übers Ende vortrefflich diskutieren lässt, ist es im Prinzip nur eine Ja/Nein-Frage, nicht unähnlich eines großen Science Fiction-Klassikers, der aus Spoilergründen hier nicht namentlich genannt werden soll. Aber jeder, der ihn und "Annihilation" gesehen hat, wird wohl verstehen, was ich meine.

Szenenbild. Trotz dieser Kritikpunkte ist es "Auslöschung" aber rasch gelungen, mich in seinen Bann zu ziehen. Auf den ersten Blick sticht dabei vor allem die löblich weiblich-zentrierte Besetzung hervor. Nun haben starke Frauen die im Zentrum stehen im Science Fiction-Genre spätestens seit "Alien" eine lange Tradition (für die oben angegebenen Beispiele ähnlicher Filme gilt dies ja ebenso), aber gleich eine ganze Gruppe von Frauen ohne Beteiligung eines Mannes aufzufahren hat selbst dort Seltenheitswert. Positiv auch, dass man dabei zudem darauf geachtet hat, die Rollen ethnisch zu durchmischen. Da mögen manche noch so unken, da sich die Hauptfigur im zweiten Roman der Reihe als nicht-kaukasisch offenbarte (Alex Garland sagt, davon nichts gewusst zu haben), aber ich finde "Auslöschung" in dieser Hinsicht wirklich vorbildlich. Aber auch davon abgesehen konnte die Besetzung gefallen. Von Natalie Portman bin ich ja generell ein Fan (und das ist noch harmlos ausgedrückt; sie wird wohl auf immer und ewig mein Film-Schwarm Nummer Eins bleiben), und auch hier zeigt sie wieder eine gewohnt tolle Leistung. Wer glaubt, dass sie hier nur während des Gehaltsschecks mitspielt bzw. nach ihrer Erfahrung mit "Star Wars" die Nase vom SF-Genre voll hätte, wird hier definitiv eines Besseren belehrt.

Wunderbar fand ich auch wieder Tessa Thompson (die sich übrigens in meiner Schwarm-Liste mit jedem Auftritt weiter nach vorne arbeitet; insofern war aus meiner Sicht schon allein die Kombination Portman/Thompson das Geld wert), die hier im Vergleich zu z.B. "Thor" auch wieder eine ganz anders gelagerte, deutlich ruhigere und verschlossenere Figur spielt, und auch darin voll und ganz überzeugt. Aber auch die Leistungen von Jennifer Lason Leigh, Gina Rodriguez und Tuva Nototny wissen zu gefallen. Ergänzt werden sie u.a. von Oscar Isaac, den Garland von "Ex Machina" quasi als Glücksbringer übernommen hat. Aber auch die Inszenierung kann wieder überzeugen. "Ex Machina" mag aufgrund seiner kammerspielartigen Atmosphäre vielleicht noch die Spur souveräner inszeniert worden sein, allerdings beweist Garland hier, dass er durchaus auch "größere" (im Sinne von nicht auf wenige Locations beschränkte) Geschichten visuell ansprechend zu erzählen vermag. Die Optik mag zwar teilweise etwas künstlich wirken, eben dies passt letztendlich aber zum Inhalt des Films, bzw. ergibt sich auch aus der der teils surrealen Qualität der Umgebung innerhalb des "Schimmers". Musikalisch bietet "Auslöschung" einen außergewöhnlichen Mix zweier unterschiedlicher Stile, die sich so anhören, als hätten Gustavo Santanoalla (u.a. "Brokeback Mountain") und der ja leider kürzlich verstorbene Johann Johannson (u.a. "Arrival") ihre Kräfte vereint; definitiv eine interessante Mischung. Am besten gefiel mir an "Auslöschung" aber das letzte Drittel, wo der Film dann für mich nach dem zwar interessanten, aber noch nicht unbedingt packenden Einstieg sowie dem wie erwähnt etwas konventionell wirkenden Mittelteil noch einmal so richtig aufdrehte. Dort gab es dann nicht nur einzelne spannende und/oder bedrückende Momente, sondern auch vieles, das mich nachdenklich stimmte – sowie (u.a. mit den kristallinen Strukturen) auch noch den einen oder anderen Augenschmaus. Und vor allem das Finale im Leuchtturm war dann einfach nur ein Hammer. Ob die abschließende, bereits erwähnte "Ja/Nein"-Frage unbedingt nötig war, darüber kann man allerdings wieder geteilter Meinung sein.

Fazit: Szenenbild. Mit "Auslöschung" beweist Alex Garland nach seinen Drehbüchern und seinem Regiedebüt mit "Ex Machina" neuerlich, dass es sich bei ihm um eine der größten jungen Hoffnungen im Bereich des (intelligenten) Science Fiction-Films handelt. Die sehr ruhige und nachdenkliche Erzählweise wird dabei bestimmt nicht den Geschmack von jedem treffen, liegt aber nun einmal genau auf meiner Wellenlänge. Zugegebenermaßen war das mittlere Drittel etwas konventionell, die Effekte teilweise überraschend durchwachsen, bin ich nicht der größte Freund solcher Rahmenhandlungen, und kann man nicht nur über das Ende an sich diskutieren, sondern vor allem auch, ob der Film die darin vorgestellte offene Frage (die an einen der berühmtesten und besten Filme des Genres erinnert) unbedingt gebraucht hat. Davon abgesehen hat mir "Auslöschung" aber wirklich gut gefallen, angefangen von der (frauen-zentrierten) Besetzung über die schauspielerischen Leistungen, die Inszenierung, die außergewöhnliche Optik, bis hin zur wundervollen Musik von Geoff Barrow & Ben Salisbury, die den beunruhigenden Inhalt des Films perfekt unterstützt. Das Beste an "Auslöschung" war dann aber das letzte Drittel, dass mit einigen sowohl wundervollen, nachdenklichen als auch Spannungs-Momenten auftrumpfte. "Ex Machina" fand ich zwar noch die Spur eindringlicher, dennoch ist Alex Garland auch mit "Auslöschung" wieder ein außergewöhnlicher Genrebeitrag gelungen, den ich Science Fiction-Connaisseuren nur empfehlen kann.

Wertung:8 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2018 Netflix)


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