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Enttäuschender Pseudo-SF-Film von Duncan Jones Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 14 März 2018
 
 
Mute
Originaltitel: Mute
Produktionsland/jahr: USA 2018
Bewertung:
Studio/Verleih: Liberty Films UK/Netflix
Regie: Duncan Jones
Produzenten: U.a. Stuart Fenegan & Ted Sarandos
Drehbuch: Duncan Jones & Michael Robert Johnson
Filmmusik: Clint Mansell
Kamera: Gary Shaw
Schnitt: Barrett Heathcote & Laura Jennings
Genre: Science Fiction/Thriller
Weltweiter Internet-Release: 23. Februar 2018
Laufzeit: 126 Minuten
Altersfreigabe: Nicht geprüft
Trailer: YouTube
Jetzt ansehen: Netflix
Mit: Alexander Skarsgard, Paul Rudd, Justin Theroux, Seyneb Saleh u.a.


Kurzinhalt: In einem futuristischen Berlin sucht der stumme Barkeeper Leo nach seiner Freundin, die von einem Tag auf den nächsten verschwunden ist. Sein Weg führt ihn in die Berliner Unterwelt, in der sich unter anderem auch die beiden US-Kriegsveteranen Cactus Bill und Duck herumtreiben. Sie arbeiten als Chirurgen und Foltermeister für die Mafia. So hofft Bill, der sich als Deserteur vor dem US-Militär versteckt, neue Identikarten für sich und seine Tochter zu erhalten, um das Land verlassen zu können. Leos Suche nach seiner Freundin Naadirah führt ihn unweigerlich auf Konfrontationskurs mit Bill und Duck, die bei ihrem Verschwinden ihre Finger im Spiel hatten…

Review: Szenenbild. Auf "Mute", der am 23. Februar auf Netflix Premiere feierte, war ich schon sehr gespannt (was mich jedoch nicht darauf abhielt, bis letzten Montag zu warten, um ihn mir im Double Feature mit "Annihilation" vorzuknöpfen). Immerhin handelt es sich dabei nicht einfach nur um den jüngsten Film von Duncan Jones, der mit "Moon" ein modernes Meisterwerk des Science Fiction-Genres geschafften und mit "Source Code" zumindest noch einen sehr guten Genre-Eintrag nachgereicht hat ("Warcraft: The Beginning" sei als Auftragsarbeit klassifiziert und ihm somit nicht vorgeworfen), sondern vielmehr um ein langjähriges Traumprojekt von ihm, welches er ursprünglich gleich im Anschluss an "Moon" umsetzen wollte. Meine Vorfreude schlug allerdings im Laufe meiner Sichtung des Films zunehmend in Enttäuschung und Verwirrung um. Verwirrung deswegen, weil mir einfach nicht einleuchten will, was Duncan Jones an dieser Geschichte so angesprochen hat, dass es ihm eine derartige Herzensangelegenheit war, sie zu erzählen. Denn letztendlich ist "Mute" ein extrem klischeehafter und oberflächlicher Film, der im Vergleich zu "Moon" und "Source Code" (und aufgrund des stummen Protagonisten nicht unironischerweise) nichts zu sagen hat.

Es mangelt "Mute" auch an jener zentralen, coolen, originellen Idee, die "Moon" und "Source Code" jeweils so ausgezeichnet hat. Generell ist die Geschichte ungemein banal, und wenig originell; ähnliches haben wir in der Geschichte des Films mittlerweile tausend Mal gesehen. Vor allem aber irritierte mich das futuristische Setting, insofern, als sich dieses letztendlich nur als reines Gimmick erweist. Das SF-Setting hat mit der Story an sich nichts zu tun, die man mit marginalsten Änderungen genauso gut in unserer Gegenwart erzählen könnte, und verkommt somit zum reinen Selbstzweck, im Versuch den schwachen Inhalt zu kaschieren. Erschwerend kommt hinzu, dass eben diese Zukunftsvision optisch extrem von "Blade Runner" abgekupfert ist. Schon klar, Ridley Scotts Meisterwerk war natürlich was die Darstellung von futuristischen Großstädten betrifft absolut wegweisend, und hat seither zahlreiche Filme des Genres inspiriert. Insofern ist "Mute" damit sicherlich nicht alleine. Aber wenn ich persönlich den Eindruck gewinne, dass "Mute" das große Vorbild optisch mehr kopiert, als dies selbst bei dessen Sequel der Fall war, dann hat man's mit den Ähnlichkeiten vielleicht doch übertrieben. Schwer tat ich mir auch mit der Art und Weise, wie man sich über Ducks pädophile Neigungen anfänglich lustig zu machen scheint. Wohlgemerkt, ich sage scheint, weil der Film in weiterer Folge klar macht, dass weder Duck noch Bill Sympathieträger sein sollen. Aber ehe es so weit war, haben mich diese Einlagen doch irritiert. Und auch mit dem Finale war ich überhaupt nicht glücklich. Dort nutzt Leo dann schließlich etwas, dass er gegen seinen Willen erhalten hat, um das Leben einer anderen Person zu retten – was auf mich den Eindruck machte, als würde Duncan Jones die Verletzung seiner Selbstbestimmung legitimieren und als etwas Gutes darstellen. Was ich zutiefst problematisch fand.

Szenenbild. Natürlich ist nicht alles schlecht. Der Film mag optisch (zu) sehr "Blade Runner" ähneln, ist aber eben genau deshalb visuell durchaus beeindruckend. Zusammen mit Clint Mansells überaus stimmungsvollen Score macht dies "Mute" zu einem Genuss für Augen und Ohren. Auch schauspielerisch und besetzungstechnisch weiß der Film zu gefallen. Paul Rudd überzeugt in einer für ihn doch eher untypischen Rolle, Justin Theroux spielt seine abscheuliche Figur angenehm verhalten, und Alexander Skarsgard gibt einen überaus sympathischen Helden ab, bei dem es leicht fällt, mit ihm mitzufühlen und -fiebern. Und in den ersten paar Minuten, wenn man erst mal in den Film hineinfindet und noch nicht so genau weiß, worum es gehen wird, ist "Mute" kurzzeitig noch durchaus interessant (umso bedauerlicher, wie rasch sich dieser Eindruck verflüchtigte). Die größte Stärke ist aber zweifellos die nette "Moon"-Anspielung, welche die beiden Filme direkt miteinander verknüpft, und die Geschichte von Sam Bell minimal weitererzählt. Letzten Endes halte ich es aber für weitaus lohnenswerter, sich "Moon" noch einmal statt "Mute" zum ersten Mal anzusehen.

Fazit: "Mute" ließ mich leider sehr enttäuscht und ratlos zurück. Ratlos insofern, als mir echt nicht klar ist, was Duncan Jones an diesem Projekt so wichtig war, dass er jahrelang darum gekämpft hat, es umsetzen zu können. Die Story ist banal, hanebüchen und klischeehaft, es fehlt eine ähnlich markante zentrale Idee wie in "Moon" und "Source Code", und das futuristische Science Fiction-Setting wirkt völlig beliebig gewählt und hat für die Geschichte keine Relevanz (mit minimalen Abweichungen könnte die Geschichte auch in der Gegenwart spielen), sondern verkommt vielmehr zum Selbstweck, und ist nichts weiter als ein Gimmick, um der schwachen Story zusätzlichen Reiz zu verleihen. Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass der Film visuell nicht einfach nur von "Blade Runner" inspiriert, sondern vielmehr geklaut wirkt, und diesem optisch ähnlicher ist als es selbst bei dessen Fortsetzung der Fall war. Und auch mit der einen oder anderen Entwicklung zum Ende hin war ich alles andere als glücklich. Der Einstieg ist noch recht interessant und vielversprechend (verlor den entsprechenden Reiz aber leider rasch), die Besetzung weiß zu überzeugen, und dank der Inszenierung, der Kameraarbeit und dem Soundtrack bietet der Film immerhin einiges für Augen und Ohren. Hirn oder Herz werden von "Mute" hingegen wenig bis gar nicht bedient.

Wertung:3 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2018 Netflix)


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