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Der seidene Faden Drucken E-Mail
Portrait einer dysfunktionalen Beziehung Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Dienstag, 27 Februar 2018
 
Oscar-SPECiAL

 
Der seidene Faden
Originaltitel: Phantom Thread
Produktionsland/jahr: USA 2017
Bewertung:
Studio/Verleih: Annapurna Pictures/Universal Pictures International
Regie: Paul Thomas Anderson
Produzenten: U.a. Paul Thomas Anderson, Megan Ellison, Daniel Lupi & JoAnne Sellar
Drehbuch: Paul Thomas Anderson
Filmmusik: Jonny Greenwood
Kamera: Paul Thomas Anderson
Schnitt: Dylan Tichenor
Genre: Drama
Kinostart Deutschland: 01. Februar 2018
Kinostart USA: 19. Januar 2018
Laufzeit: 130 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 6
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Daniel-Day Lewis, Vicky Krieps, Lesley Manville u.a.


Kurzinhalt: Gerade erst hat sich der angesehene Modedesigner Reynolds Woodcock mit Hilfe seiner ihm immer treu zur Seite stehenden Schwester von seiner jüngsten Muse getrennt, da sticht ihm schon die nächste hübsche junge Dame ins Auge. Alma arbeitet als Kellnerin in einem Lokal, und hält sich selbst für alles andere als attraktiv. Insofern kann sie ihr Glück gar nicht fassen, als sich dieser berühmte und reiche Designer für sie zu interessieren scheint. Und anfänglich wähnt sie sich auch noch wie im Paradies. Wunderschöne Kleider, ein großes Haus, die Verehrung durch Reynolds. Mit der Zeit schlägt ihre Stimmung jedoch um, fühlt sich ihr neues Leben doch zunehmend wie ein Käfig an. Reynolds hat strenge Regeln, auf deren Einhaltung er pocht, und scheint sie auch nie als gleichwertige Partnerin zu akzeptieren. Aber auch Reynolds wirkt zunehmend unglücklich. In diesem Strudel des Elends gefangen, scheinen die beiden unweigerlich auf das Ende ihre Beziehung zuzusteuern – ehe Alma eines Tages beschließt, zu handeln…

Review: Szenenbild. Mit Paul Thomas Anderson und mir ist das so eine Sache. Die meisten der Filme die ich bislang von ihm gesehen habe konnten mir sehr gut gefallen, so richtig konnte ich den Status als Meisterwerk bisher aber nur bei "Magnolia" nachvollziehen. Den Rest – inklusive des allgemein verehrten "There Will Be Blood" – fand ich zwar sehr gut, aber nicht unbedingt überragend. So ähnlich ging es mir nun auch bei "Der seidene Faden" wieder. Vor allem der Einstieg hat mich noch nicht übermäßig überzeugt – brauchte ich doch ein wenig, um in den Film hineinzukommen. Zu Beginn wirkt alles rund um Reynolds und Alma nämlich extrem klischeehaft, mit dem reichen, berühmten und hoch angesehenen Gentleman, der das Herz des unscheinbaren Mauerblümchens im Sturm erobert. Tatsächlich fühlte ich mich bei dieser Konstellation anfänglich auch stark an "Fifty Shades of Grey" erinnert. Vor allem Reynolds kontrollierende Ader erinnerte mich teilweise stark an Christian Greys entsprechende Tendenzen (nur das Spielzimmer fehlt ihm noch). Und sagen wir mal so, in einem oscarnominierten Film von einem hoch angesehenen Regisseur wie Paul Thomas Anderson an diesen unsäglichen Schmarren denken zu müssen, ist sowohl unerwartet als auch wenig schmeichelhaft. Und dass ich so überhaupt keinen Bezug zu Mode habe, half dem Film sicherlich auch nicht gerade.

Mit der Zeit habe ich jedoch immer besser in "Der seidene Faden" hineingefunden, und zum Ende hin gelang es ihm dann zunehmend, mich für sich einzunehmen und zu faszinieren. Als Schlüsselstelle erwies sich dabei das von Alma geplante Abendessen, welches längst nicht so verläuft, wie sie sich das erhofft hat, und wo die bis dahin von beiden verborgenen Gefühle und Gedanken endlich an die Oberfläche kommen. Für mich war dies zugleich der stärkste Moment des Films, was jedoch nicht heißen soll, dass mir der Rest nicht gefallen konnte, ganz im Gegenteil. Denn gerade auch die weitere Entwicklung fand ich enorm interessant. Insbesondere ein späteres, gemeinsames Dinner sticht dabei hervor. Ich mag Reynolds Verhalten an dieser Stelle nicht nachvollziehen können, fand es aber eben deshalb irgendwie sehr faszinierend. Man kann über ihre dysfunktionale Beziehung sagen und davon halten was man mag, aber einerseits schafft es Alma auf ihre Art und Weise, sich zu einer gleichwertigen Partnerin zu machen, und andererseits scheinen die beiden mit diesem Arrangement glücklich zu sein. Und wenn dem so ist, wer bin ich, ihnen dies zu verleiden, auch wenn ich mir persönlich so eine Beziehung nicht vorstellen könnte? Leben und leben lassen. Was den Film ebenfalls auszeichnet, sind die hervorragenden schauspielerischen Leistungen. Von Daniel Day-Lewis (vermeintlich in seiner Abschiedsvorstellung) erwartet man sich mittlerweile ja auch gar nichts anderes mehr; umso beachtlicher ist jedoch, wie es Vicky Krieps gelingt, mit ihm mitzuhalten. Und auch die Regie von Paul Thomas Anderson, der den Film wieder einmal sehr stilvoll und mit ruhiger Hand inszeniert, ist wieder einmal über jeden Zweifel erhaben. Letztendlich steht und fällt der Film wohl damit, ob man mit der hier vorgestellten Beziehung etwas anfangen kann, oder nicht. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten war das bei mir eben durchaus der Fall.

Fazit: Szenenbild. "Der seidene Faden" ist eine überaus außergewöhnliche Liebesgeschichte. Eben darin lag für mich seine größte Stärke, ich verstehe jedoch jeden, der bis zuletzt sowohl mit Reynolds und Alma individuell als auch als Pärchen nichts anfangen konnte. Auch ich brauchte ein bisschen, um ihn den Film hineinzukommen. Zu Beginn hatte das alles für mich irgendwie noch einen "Fifty Shades of Grey"-Touch, und generell ist der Einstieg noch recht klischeehaft. Paul Thomas Anderson nutzt eben diese Ausgangslage dann aber dafür, um die Erwartungshaltung des Zuschauers zu untergraben und ihre Beziehung sich in eine Richtung entwickeln zu lassen, die so wohl niemand erwartet hätte. Für mich war der Wendepunkt das misslungene Abendessen. Ab da gelang es dem Film zunehmend, mich zu faszinieren, was dann vor allem für den Ausgang des Geschehens gilt. Und wunderschön, ruhig und stilvoll inszeniert sowie stark geschauspielert ist der Film sowieso (was man sich bei einem Werk von Paul Thomas Anderson aber auch nicht anders erwartet). Insgesamt empfand ich "Der seidene Faden" als ein faszinierendes Portrait einer zwar fragwürdigen Beziehung, wo man jedoch am Ende nicht umhinkommt festzustellen, dass die beiden einander verdienen.

Wertung:8 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2018 Universal Pictures International)


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