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Black Panther Drucken E-Mail
Das erste Einzelabenteuer des Prinzen von Wakanda Kategorie: Filme - Autor: C. Siegel | J.A. Schmock - Datum: Freitag, 16 Februar 2018
 
Oscar-SPECiAL

 
Black Panther
Originaltitel: Black Panther
Produktionsland/jahr: USA 2018
Bewertung:
Studio/Verleih: Marvel Studios/Walt Disney Pictures
Regie: Ryan Coogler
Produzenten: U.a. Kevin Feige & David J. Grant
Drehbuch: Ryan Coogler & Joe Robert Cole
Filmmusik: Ludwig Göransson
Kamera: Rachel Morrison
Schnitt: Debbie Berman & Michael P. Shawver
Genre: Action/Science Fiction
Kinostart Deutschland: 15. Februar 2018
Kinostart USA: 16. Februar 2018
Laufzeit: 124 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Noch nicht vorbestellbar
Mit: Chadwick Boseman, Michael B. Jordan, Lupita Nyong'o, Danai Gurira, Martin Freeman, Daniel Kaluuya, Letitia Wright, Winston Duke, Sterling K. Brown, Angela Bassett, Forest Whitaker, Andy Serkis u.a.


Kurzinhalt: Wakanda. Eine Nation von Bauern im Herzen Afrikas. Ein Dritte-Welt-Land. So scheint es zumindest und so wird es seit Generationen nach Außen dargestellt, zum Schutze der fünf Stämme des Landes. Nach dem Tod des Königs von Wakanda bei einem Anschlag auf einen UN-Gipfel in Wien, muss dessen Sohn nach Hause zurückkehren und seinen Anspruch auf den Thron verteidigen. Ein blühendes El Dorado unsichtbar für die Welt muss sich entscheiden, wie es in Zukunft mit der Welt umgehen will, und die Geister der Vergangenheit treiben es bald an die Schwelle zum Bürgerkrieg…

Review von Christian Siegel: Szenenbild. "Black Panther" hat vor allem in den USA im letzten Jahr eingeschlagen wie eine Bombe; selbst die Avengers mussten sich mit ihrem dritten Einsatz gegenüber dem Prinzen von Wakanda - zumindest soweit es das örtliche Einspielergebnis betrifft - geschlagen geben. Der Erfolgslauf setzte sich nun heuer mit gleich sieben Oscar-Nominierungen - und das eben nicht nur in den technischen Kategorien, sondern u.a. auch als "Bester Film" - fort; und man darf davon ausgehen, dass ihm die kurz angedachte, letztendlich aber verworfene Auszeichnung für den "besten populären Film" nicht mehr zu nehmen gewesen wäre. Zugleich muss ich gestehen, dass ich die Begeisterungsstürme nur bedingt nachvollziehen konnte. Was aber halt auch daran liegt, dass ich nun mal nicht die Hauptzielgruppe bin – und das ist auch in Ordnung so. Denn "Black Panther" ist der wohl erste echte "schwarze" Superheldenfilm. Wohlgemerkt: Natürlich nicht der erste schwarze Superheld, denn da gab es durchaus schon einige Vorläufer. Aber z.B. bei "Blade" war die Hauptfarbe des Helden letztendlich egal. Die drei Filme wären mit einem Schauspieler anderer Herkunft die gleichen gewesen.

Und das ist dann eben auch genau jener Punkt, wo "Black Panther" so hervorsticht, und was ich damit auch fürs "schwarze" Kino so revolutionär macht – ist er doch der erste Superheldenfilm, der fest in der afroamerikanischen Kultur verwurzelt ist. Die Herkunft des Helden prägt den gesamten Film, dessen Identität, gibt die Motivation des Bösewichts vor, und ist generell zentraler Bestandteil der gesamten Handlung. Und das hat man in dieser Form im Superheldengenre bislang tatsächlich noch nicht gesehen. Eben dies macht "Black Panther" durchaus erfrischend, und hebt ihn wohlwollend von der Masse ab. Darüber hinaus hat er mit Killmonger den mit Abstand bislang besten Marvel-Bösewicht im Gepäck (Thanos eingeschlossen). Andere Widersacher mögen zwar vom Design und ihren Kräften her beeindruckender gewesen, was bei Killmonger allerdings hervorsticht, ist, dass man als Zuschauer seine Motivation nachvollziehen kann. Er hat mit der Sache durchaus recht, und aufgrund der Erfahrungen seiner Vergangenheit versteht man auch durchaus, warum er so agiert wie er agiert. Aber: Deshalb ist es halt eben noch lange nicht richtig. Sein Ziel mag hehr und gerecht sein, seine Methoden sind es jedoch nicht. Dennoch macht dies Killmonger zu einem wesentlich ambivalenteren und eben deshalb auch interessanteren Bösewicht, als uns diese Marvel (die sich üblicherweise doch auf die Helden konzentrieren, und wo die Bad Guys manchmal eher den Eindruck eines Mittels zum Zweck, oder gar einem notwendigen Übel, vermitteln) üblicherweise zugesteht. Dass mit Michael B. Jordan ein aufstrebender Jungstar Hollywoods in die Rolle schlüpft, schadet dabei sicher auch nicht. Wobei die Besetzung generell hervorsticht. Chadwick Boseman schlägt sich auch bei seinem zweiten Einsatz im Panther-Kostüm wacker – noch beeindruckender fand ich letztendlich aber (neben Jordan) Lupita Nyong'o, Danai Gurira (die hier im Vergleich zu ihrer Rolle in "The Walking Dead" kaum wiederzuerkennen ist) und vor allem Neuentdeckung Letitia Wright.

Szenenbild. Und dennoch war ich von "Black Panther" nicht ganz so eingenommen wie viele andere. Der größte Knackpunkt des Films ist: So innovativ er für das afroamerikanische Kino sein mag, als reinen Superheldenfilm betrachtet muss ich ihm das Revolutionäre leider in Abrede stellen. Denn da handelt es sich letztendlich wieder um eine klassische Origin-Story, bei der in bekannter "Malen nach Zahlen"-Manier die üblichen Stationen abgespult werden, und am Ende auch wieder einmal gleich die ganze Welt zu retten ist. Gerade auch nach dem zahlreichen Superheldenfilmen der letzten Jahre kennt man das mittlerweile halt zur Genüge, und abseits dem Einbinden der afrikanischen Kultur vermag es "Black Panther" leider nicht, der mittlerweile doch etwas abgenutzten Thematik neue Aspekte abzugewinnen, geschweige denn dem Genre neue Impulse zu geben. Und zu allem Überfluss kulminiert das Ganze dann auch noch in einem sehr konventionellen Showdown, der zudem beim Kampf der beiden Armeen einen ordentlichen Effekte-Overkill bietet, der mich nicht so recht ansprechen konnte oder wollte. Und auch der abschließende Kampf zwischen T'Challa und Killmonger wäre mir ohne diese unnötige Ablenkung mit der Magnetbahn lieber gewesen. Das Ende beim Sonnenuntergang war dann zwar wieder überaus versöhnlich – letztendlich verbleibt aber ein zwar überaus solider und unterhaltsamer, jedoch auch sehr typischer Superheldenfilm, den ich persönlich jetzt nicht zu Marvels besten zählen würde.

Fazit: "Black Panther" ist zweifellos ein großer Sprung für das afroamerikanische Kino – aus meiner Sicht aber nur ein kleiner Schritt für den Superheldenfilm. Denn abgesehen von der durchaus erfrischenden Art und Weise, wie hier die afrikanische Kultur in den Mittelpunkt gerückt wird, ist "Black Panther" letzten Endes ein sehr generischer Superheldenfilm – bei dem mich die konventionellen Elemente aufgrund des außergewöhnlichen Drumherums fast noch mehr gestört haben als üblich. Vor allem der Showdown fiel im Vergleich zum Rest des Films doch deutlich ab. Neben dem abwechslungsreichen und interessanten Setting ist es so in erster Linie Killmonger, der – als bislang wohl mit Abstand bester Marvel-Bösewicht – hervorsticht. Aber auch die anderen unterstützenden Figuren rund um Black Panther machen einen sehr guten Eindruck, und stehlen dem Titelhelden teilweise sogar die Show. Marvel-Fans kommen bei "Black Panther" – welcher der mittlerweile etablierten Erfolgsformel wieder einmal rigoros folgt – zweifellos auf ihre Kosten, und was die Repräsentation betrifft ist er definitiv ein lobenswerter Vorreiter. Davon abgesehen bleibt aber ein 08/15-Superheldenfilm, wie sie es gerade in der aktuellen Kinolandschaft gibt wie Sand in der afrikanischen Wüste.

Wertung:7 von 10 Punkten
Christian Siegel


Review von Jan Arne Schmock: Szenenbild. Marvel hat wieder einen guten Lauf. Nach dem für mich eher enttäuschenden "Guardians of the Galaxy, Vol. 2" und "Spider-Man: Homecoming", der ein jüngeres Publikum ansprach, konnte mich "Thor: Tag der Entscheidung" schon wieder abholen. Hier lag es natürlich hauptsächlich an der Schrulligkeit der Charaktere und dem Humor, der den Guardians zuletzt abhanden gekommen war. Ein Trend, den nun "Black Panther" mit erfrischend anderen Schauwerten und einer sehr guten Besetzung fortsetzen kann. Es ist wirklich schön, wie von Anfang an der gesamte Stil – von der wilden Technik, über die Kostüme und das Set-Design, bis hin zur Art und Weise der Erzählung – alles irgendwie vertraut, aber auch deutlich anders ist. "Afrikanisch" eben - zumindest so afrikanisch, wie ich es mir vorstellen würde. Dass ein einzelnes Land für den gesamten Kontinent stehen soll, ist natürlich unmöglich, typisch westliche Anschauung und dumm. Wakanda wurde als Märchenkönigreich mit seinen fünf sehr unterschiedliche Stämmen, jedoch absichtlich so angelegt, um die Vielfalt der afrikanischen Nationen quasi im Kleinen abzubilden. So verdienen gerade die Abteilungen der Kostümbildner und der Make-Up-Künstler besonderen Respekt in meinen Augen. Diese hatten nicht ein afrikanisches Land darzustellen, sondern Fünf in Einem.

Was dabei herauskommt ist beeindruckend und glaubhaft. Die besondere Eleganz und fast magische Funktionalität der "wakandischen" Designs, lässt Tony Stark und seine Anzüge alt aussehen. Obwohl ich schon glaube, dass er und T'Challas Schwester verdammt viel Spaß beim Tüfteln haben könnten. Sie übernimmt ein wenig die Rolle von "Q" aus James Bond. Ein Vergleich der nicht bei der Person endet, denn gerade am Anfang fühlt sich "Black Panther" nicht nur nach einer Herkunftsgeschichte, sondern auch nach einem waschechten und gut gemachten Spionagethriller an. Der Aufhänger des Films ist nämlich, dass Vibranium – das Metall, das einst mit einem Asteroiden in Wakanda abstürzte und dessen Reichtum und Fortschrittlichkeit begründet hat – gestohlen wurde und an den Meistbietenden in Südkorea verhökert werden soll. Danach nimmt "Black Panther" aber erst richtig Fahrt auf und wird mit Michael B. Jordans Charakter "Killmonger" zur zutiefst persönlichen Geschichte für das Königshaus und droht, die Vision des verstorbenen Königs T'Chaka zur Öffnung Wakandas zur Welt, zu verdrehen und ins Negative umzukehren. Um das zu verhindern bekommt Chadwick Boseman als Black Panther Unterstützung von einer Riege unfassbar großartiger Frauen. Seine Schwester Shuri (Letitia Wright) baut quasi die Ausrüstung für den Black Panther, seine Ex Nakia (Lupita Nyong'o) ist für Wakanda als hochtrainierte Spionin im Einsatz und lässt Black Widow alt aussehen und Okoye (Danai Gurira) könnte es als Anführerin der königlichen Leibgarde, wohl mit jeder themyscirischen Amazone aufnehmen. Aber auch die Nebencharaktere können sich sehen lassen, denn diese sind mit Angela Bassett, Forest Whitakter, Daniel Kaluuya, Winston Duke, Andy Serkis und Martin Freeman gewohnt lässig und mit Klasse besetzt.

Szenenbild. Vielleicht merkt man es schon, aber visuell holt mich "Black Panther" voll ab und konnte mich richtig begeistern. Das ist beim – in dieser Hinsicht - recht einheitlich gestrickten MCU dann doch bemerkenswert. Co-Drehbuchautor und Regisseur Ryan Coogler ist nach dem nahegehenden "Fruitvale Station" und dem von der Kritik gefeierten "Creed", wieder ein großer Wurf gelungen und ich hoffe noch viel Mehr von ihm zu sehen. Einen weiteren großen Gefallen fand ich an der Musik und dem Soundtrack. The Weeknd, Kendrick Lamar und alle anderen haben echt abgeliefert. Für mich ein Pflichtkauf (oder Pflicht-Stream, kostenlos auf Spotify). Der Score kommt von Ludwig Göransson, der mit Ryan Coogler auch schon in den genannten Filmen zusammengearbeitet hat und der auch im letzten Jahr den Überraschungserfolg "Get Out" vertonte. Zudem ist "Black Panther" nicht nur unterhaltsam, vielschichtig für einen MCU-Film und aufregend, er bedeutet Menschen auf einer Metaebene noch viel viel mehr, als ich aus meiner Position als weißem Mann heraus glaubhaft vermitteln könnte. Repräsentierung ist hier das Stichwort, und ich empfehle dazu die bewegenden Videos und Texte von PoC. Ich habe schon gelesen, wie sich von weißen Fanboys das Maul zerrissen wird, dass "Black Panther" nicht der erste schwarze Superheld war, genauso wenig wie "Wonder Woman" die erste Leading Woman war. Diese Erbsenzählerei beginnt immer dann, wenn sich über einen nicht-weißen Cast aufgeregt wird. Diese Generation schwarzer Jugendlicher in Amerika und überall auf der Welt hat endlich eine Identifikationsfigur, bzw. einen ganzen Blockbuster voller Identifikationsfiguren. Ein Ereignis, dass wir Weißen überhaupt nicht als solches richtig wahrnehmen, weil alle anderen Helden irgendwie eher kaukasisch aussehen, oder in der zweiten Reihe stehen. Um im MCU zu bleiben - ohne z.B. die Fans von War Machine oder Falcon vor den Kopf stoßen zu wollen - trugen schwarze Figuren bisher nicht einen ganzen Film. Nicht so, wie es einfach mal der gesamte Cast von "Black Panther" vormacht.

Fazit: "Black Panther" macht für das MCU und den Film an sich, einen großen Sprung, ohne auf seine Wurzeln als Comic zu verleugnen und nicht ohne eine Balance aus Spaß und Ernsthaftigkeit. Großartiges Team, großartiger Film, großartige Unterhaltung.

Wertung:10 von 10 Punkten
Jan Arne Schmock
(Bilder © 2018 Walt Disney Pictures)


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