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Altered Carbon - 1x01: Goldenes Gift Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Netflix

Originaltitel: Out of the Past
Episodennummer: 1x01
Bewertung:
Weltweiter Internet-Release: 02. Februar 2018 (Netflix)
Drehbuch: Laeta Kalogridis
Regie: Miguel Sapochnik
Hauptdarsteller: Joel Kinnaman als Takeshi Kovacs, James Purefoy als Laurens Bancroft, Martha Higareda als Kristin Ortega, Chris Connor als Poe, Dichen Lachman als Reileen Kawahara, Ato Essandoh als Vernon Elliott, Kristin Lehman als Miriam Bancroft, Trieu Tran als Mister Leung, Renée Elise Goldsberry als Quellcrist Falconer.
Gastdarsteller: Byron Mann als Takeshi Kovacs, Waleed Zuaiter als Samir Abboud, Antonia Marziale als Isaac Bancroft, Olga Fonda als Sarah, Daniel Bernhardt als Jaeger, John Emmet Tracy als Sullivan, Tahmoh Penikett als Dimitri Kadmin, Zahf Paroo als Curtis, Morgan Gao als Tak, Riley Lai Nelet als Reileen, Lisa Chandler als Mary Lou Henchy u.a.


Kurzinhalt: Mehr als 300 Jahre in der Zukunft hat der Tod seinen unmittelbaren Schrecken verloren, denn der Geist der Menschen kann digitalisiert und von Körper zu Körper geladen werden. Diese Körper, "Sleeves" genannt, sind in aller Regel Klone. Doch nur die Reichen können sich Klone ihrer eigenen Körper leisten. Alle anderen müssen nach dem Download mit einem anderen Körper als ihrem vorherigen weiterleben. So wie Takeshi Kovacs, der sich nach seinem letzten Ableben 250 Jahre zuvor plötzlich in einem neuen Körper wiederfindet. Allerdings hat er nicht viel Zeit sich in seiner neuen Umgebung zurechtzufinden, denn der einflussreiche Milliardär Laurens Bancroft hat ihn wieder zum Leben erweckt, um einen ganz besonderen Mordfall zu lösen: den Mord an Bancroft selbst…

Review: Episodenbild (c) Netflix Cyberpunk wurde bisher in Film und Fernsehen recht stiefmütterlich behandelt. Wenn ich mir die mageren Einspielergebnisse der zwei prominentesten Vertreter aus dem Genre vom letzten Jahr, die meiner Meinung nach misslungene Live-Action Verfilmung von "Ghost in the Shell" und Denis Villeneuves Antwort auf die nicht gestellte Frage, ob Ridley Scotts Klassiker "Blade Runner" einer Fortsetzung bedarf, ansehe, dann wird sich das wohl so schnell auch nicht ändern. Als dem Subgenre zugeneigter Fan nimmt man dann aber trotzdem alles mit, was Hollywood und Co. einem anbietet. Viel Auswahl hat man ja nicht. Da ist es umso überraschender, dass Netflix nicht nur das jüngst veröffentlichte "Altered Carbon", sondern mit dem demnächst erscheinenden "Mute" von Duncan Jones sogar gleich zwei potentiell hochkarätige Projekte in der Pipeline hat. Da wird mir als Cyberpunk-Fan doch gleich ganz warm ums Herz. Oder sollte es zumindest. Denn wenn die Auftaktepisode von "Altered Carbon" ein Indikator für den Rest der Staffel ist, dann haben die Macher zwar anschaulich demonstriert, dass der Serie eine reizvolle Prämisse mit viel Action und Schauwerten zugrunde liegt, man aber nicht unbedingt ein glückliches Händchen dabei bewiesen hat, diese Prämisse dem Zuschauer sinnvoll näherzubringen.

Ich mag es eigentlich nicht, mit dem Negativen anfangen zu müssen, aber meines Erachtens gestaltet sich der Einstieg in die Serie unnötig holprig, weswegen es auf der Hand liegt, den Tadel dem Lob voranzustellen. Gemeint sind natürlich der Tod von Takeshis altem "Sleeve" und sein Aufwachen auf der Erde Jahrhunderte später. Was eigentlich eine Sache von 5 Minuten sein könnte wird hier durch die nichtlineare Erzählweise auf ein volles Drittel der Laufzeit der Piloteisode aufgebläht. Dabei wird nicht nur eine in der Theorie ziemlich spannende Actionszene immer wieder unterbrochen, sondern in den ständigen Wechseln zwischen Takeshis Gegenwart und Vergangenheit auf plumpste Weise versucht, die Zuschauer darüber aufzuklären, was es mit dem Chip im Nacken und der Körper-wechsel-dich-Geschichte auf sich hat, indem dieser Sachverhalt den Figuren in der Serie erklärt wird, die über diesen elementaren Eckpfeiler, der ihre Gesellschaft seit mehr als 250 Jahren prägt, eigentlich Bescheid wissen müssten, während hingegen die Stimmen aus dem Off und Takeshis Visionen an die Rebellenanführerin Quellcrist Falconer dann aber ohne den entsprechenden Kontext zumindest bei mir eher Fragezeichen und Verwirrung hervorrufen. Mehr Nacheinander statt Durcheinander wäre aus meiner Sicht die bessere Wahl gewesen.

Episodenbild (c) Netflix Mit der Ankunft in Bancrofts Anwesen wird die Folge dann aber merklich besser oder zumindest was die Art und Weise angeht, wie man die Handlung im Weiteren erzählt, nachvollziehbarer, da sich im Aufhänger der Handlung ein eigentlich recht konservatives Murder Mystery mit einem Twist verbirgt, was über den Verlauf der Staffel gelöst werden will und weil auf dem Weg in Bancrofts Elfenbeinturm vor allem geklotzt statt gekleckert wird. Sicher, neu sind futuristische Großstädte bei Nacht mit viel Leuchtreklame und fliegende Autos längst nicht mehr, aber es gibt trotzdem hier und da einige nette Einfälle, wie die von Slums überwucherte Golden Gate Bridge oder das KI-Hotel mit der Edgar Allen Poe Persona. Nett anzuschauen sind die Panoramen dank brauchbarer Sets und gelungener Spezialeffekte aber allemal. Bei den Darstellern zeichnen keine gröberen Ausfälle ab. James Purefoy spielt eine großkotzigere Version seines Marc Anton aus "Rome" und Joel Kinnaman, der sich für die Rolle körperlich mächtig ins Zeug gelegt hat, mutet bisweilen wie eine aggressivere Variante seines Charakters aus "The Killing" an. Ob sich aus seinem Takeshi Kovacs auf Dauer ein interessanter Protagonist entwickeln kann und ob es eine gute Idee der Autoren ist, ihn direkt mit den Geistern seiner Vergangenheit sprechen zu lassen, muss sich noch zeigen.

Fazit: Die Auftaktfolge "Goldenes Gift" konnte mich nicht vollends überzeugen. Besonders in den ersten 20 Minuten wollten die Macher zu viel und haben die eigentlich klare Handlung durch ständige Sprünge zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit der Hauptfigur unnötig zerfasert. Insbesondere am Anfang einer Geschichte ist es eine kniffelige Sache, die notwendige Exposition so in den Handlungsfluss zu integrieren, dass sie möglichst wenig aufgesetzt wirkt. Das Drehbuch der Showrunnerin Laeta Kalogridis hat für mich in diesem Punkt leider versagt, aber ich bin im Falle von Pilotfolgen, die sich in den wenigsten Fällen rund anfühlen, gewillt ein Auge zuzudrücken und diese Szenen als Mittel zum Zweck zu betrachten, um uns Zuschauer schnellstmöglich den Stand der Dinge zu erklären. Elegant geht aber anders. Es bleibt abzuwarten, ob "Altered Carbon" überhaupt elegant sein muss oder das überhaupt sein möchte und das durchaus reizvolle Szenario vielleicht lediglich Mittel zum Zweck für viel Blut, Sex und gut choreografierte Action bleibt oder ob die Macher ihre Ambitionen möglicherweise doch ein Stück höher hängen werden.

Wertung: 3 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2018 Netflix)




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