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The Orville - 1x12: Mad Idolatry Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Marvel Studios/Netflix

Originaltitel: Mad Idolatry
Episodennummer: 1x12
Bewertung:
Erstausstahlung USA: 06. Dezember 2017 (FOX)
Erstausstahlung D: -
Drehbuch: Seth MacFarlane
Regie: Brannon Braga
Hauptdarsteller: Seth MacFarlane als Captain Ed Mercer, Adrianne Palicki als Commander Kelly Grayson, Penny Johnson Jerald als Dr. Claire Finn, Scott Grimes als Lieutenant Gordon Malloy, Peter Macon als Lieutenant Commander Bortus, Halston Sage als Chief Security Officer Alara Kitan, J. Lee als Lieutenant John Lamarr, Mark Jackson als Isaac.
Gastdarsteller: Chad L. Coleman als Klyden, Kelly Hu als Admiral Ozawa, Lenny von Dohlen als Valondis, Nick Toren als Man in Red Robe, Erica Tazel als Baleth, Philip Anthony-Rodriguez als Fadolin, Jasper McPherson als Little Girl u.a.


Kurzinhalt: Wie aus dem Nichts taucht plötzlich ein Planet vor der Orville auf. Kelly fliegt mit einem Shuttle los, um ihm einen kurzen Besuch abzustatten, und stößt dort auf eine Zivilisation, die sich in etwa auf der Entwicklungsstufe des Bronzezeitalters befindet. Dann jedoch kommt es um Malheur: Die verkaterte Kelly ist unvorsichtig, und wird von einem kleinen Mädchen gesehen. Als dieses vor ihr davonrennt und dabei stürzt, heilt Kelly sie mit einem medizinischen Gerät. Davon ausgehend, damit ihre unbeabsichtigte Einmischung in die Kultur wieder rückgängig gemacht und diese nicht kontaminiert zu haben, fliegt der Landetrupp wieder los. Ein paar Stunden später verschwindet der Planet, und Isaac findet heraus, dass dieser eigentlich in einem anderen Universum existiert, und immer nur für wenige Stunden in unseres hinüberwechselt. Wenige Tage später ist es dann wieder soweit, und die Orville-Crew macht eine verblüffende sowie eine erschreckende Entdeckung: Auf dem Planeten sind in der Zwischenzeit siebenhundert Jahre vergangen – und Kelly wird als religiöse Ikone verehrt…

Review: Episodenbild (c) Marvel Studios/Netflix Der Einstieg in die Folge war ja schon mal recht nett. Es ging genau solche Szenen wie ein aufgrund akuter Einschlafprobleme das Schiff auf der Suche nach Gesellschaft durchstreifender und schließlich mit Kelly einen über den Durst trinkender Ed, die "The Orville" für mich u.a. so auszeichnen und auch am deutlichsten von "Star Trek" abgrenzen. Aufgrund der Bodenständigkeit, der familiären Atmosphäre an Bord, und vor allem auch so Szenen wie dann am nächsten Tag, wenn Ed und Kelly mit einem Kater auf der Brücke sitzen. Davon abgesehen war für mich jedoch der Handlungsstrang rund um ihre möglicherweise aufgewärmte Beziehung aber der größte Kritikpunkt der Folge. Es war einfach viel zu klar, dass MacFarlane hier dem üblichen Serienmuster folgen und Ed und Kelly nicht so früh schon wieder zusammenbringen würde – profitieren doch Serien üblicherweise von der sich daraus ergebenden Spannung zwischen den beiden Hauptcharakteren (das Paradebeispiel dafür wird wohl immer "Akte X" bleiben), weshalb man es sich für gewöhnlich bis zum Ende aufhebt, bis sie (wieder) zusammenkommen. Insofern war von vornherein klar, dass man am Ende wieder zurückzirkeln würde, was die Handlung ein bisschen überflüssig erscheinen ließ.

Kompensiert wurde dies jedoch durch die wirklich gelungene A-Story. Zugegebenermaßen erinnert diese an die "Voyager"-Folge "Es geschah in einem Augenblick", allerdings fand ich sie so gelungen, dass ich in diesem Fall wohlwollend darüber hinwegsehen kann. Fakt ist: Als Atheist spricht mich die religionskritische Story nun mal genau an. Zwar hätte man vielleicht was die Entwicklung des Glaubens rund um Kelly noch etwas mehr in die Tiefe gehen können, aber angesichts der Plotkonstruktion rund um die 700-Jahre-Zeitsprünge (die notwendig war, um die Entwicklung der Zivilisation über einen längeren Zeitraum beobachten zu können) sowie der begrenzten Laufzeit kann sich das Endergebnis durchaus sehen lassen. Vor allem die religiösen Ikonen innewohnende Gefahr, dass diese instrumentalisiert werden, um eigene Agenden voranzutreiben bzw. die Bevölkerung zu kontrollieren oder gar zu unterdrücken, kommt schön heraus. Generell geht Seth MacFarlane hier – erwartungsgemäß – nicht gerade zimperlich mit Religion um, immerhin stellt er Kelly hier als Jesus-artige Figur dar, und deutet aufgrund der Parallelen an, dass der christliche Glauben genauso ein Aberglaube ist, wie jener der Bewohner dieses Planeten. Eine Aussage, die bestimmt nicht jedem schmecken wird. Sehr gut gefallen konnte mir dann auch, dass die Episode in weiterer Folge einige durchaus düstere Töne anschlug, die man sich von einer vermeintlichen SF-Comedy-Serie (eine Kennzeichnung, die ich trotz des Humors bei "The Orville" ja ohnehin in Abrede stellen würde) so nicht erwarten würde. Lediglich dem Ausgang des Geschehens stehe ich etwas zwiespältig gegenüber. So gut mir die positiv-optimistische Grundaussage auch gefällt, dass a) jede Zivilisation als Teil ihrer Entwicklung solche Religionen gründet und b) diesem Aberglauben in weiterer Folge aber auch von selbst entwächst, erteilte man dadurch auch Kelly etwas zu deutlich Absolution, und machte es ihr dadurch zu leicht. Hier wäre etwas mehr Mut der Macher, was Fehler ihrer Protagonisten betrifft, wünschenswert gewesen.

Fazit: Episodenbild (c) Marvel Studios/Netflix Nachdem FOX beschlossen haben, sich die letzte Folge (die wohl auch ein bisschen wie ein Abschluss gedacht war, falls die Serie nicht um eine zweite Staffel verlängert wird) aufzuheben, stellt "Mad Idolatry" das Ende von Season 1 dar. Als solche mag sie zwar nicht ganz das Überdrüber-Highlight sein, dennoch verabschiedet sich die Serie dank ihr mit eine ihrer bisher besseren Episoden in die Staffelpause. Die Folge profitiert dabei zweifellos davon, dass ich Seth MacFarlanes hier vertretenen, sehr religionskritischen Sichtweise voll und ganz zustimme, und er hier somit in meinem Fall zum Chor predigt. Aber generell gefiel mir sowohl die Grundidee rund um den alle paar Tage auftauchenden Planeten (wobei auf diesem in der Zwischenzeit 700 Jahre vergangen sind), als auch die Beleuchtung der Entwicklung dieser Zivilisation, gerade auch im Hinblick auf die "Kirche von Kelly". Und auch wenn es zwischendurch ein paar düstere Momente gab, bleibt die Serie letztendlich ihrem optimistischen Charakter treu, und argumentiert am Ende, dass jede Gesellschaft solchen Aberglauben früher oder später hinter sich lässt. Abzüge gibt es allerdings für die sich im Kreis drehende Beziehungsgeschichte von Ed und Kelly, die Ähnlichkeiten zur Voyager-Episode " Es geschah in einem Augenblick", sowie der Tatsache, dass man Kelly am Ende doch etwas zu klar und deutlich von jedweder Schuld befreit. Insgesamt hat mir "Mad Idolatry" aber wieder sehr gut gefallen. Vor allem aber freue ich mich jetzt schon wieder darauf, im nächsten Herbst weitere Abenteuer mit Captain Mercer und seiner Crew bestreiten zu können.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2017 FOX)




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